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1. Linus

"Hallo, ich bin Linus und ich bin ein Aigua. Man nennt uns auch Flussleute. Ich bin noch in der Schule, stehe aber kurz vor meinem Abschluss und mit diesem werde ich, wie es bei uns üblich ist, zum Erwachsenen ernannt werden. 

 Wir befinden uns in Alta, der ersten unserer 3 größten Städte in der ich lebe. Sie liegt am oberen Ende unseres großen Flusses, dem Riugran, der unsere Lebensader ist. Er entspringt im Nordosten unseres Landes aus dem Voracel-Gebirge, den sogenannten Himmelsbergen, die die nördliche Grenze unseres Landes bilden und stürzt sich mit seinen Wassermassen in den darunter liegenden See, der sein Startpunkt ist.  Aigua leben am, vom, mit, auf und in diesem Fluss, der sich von Seefall quer durch das ganze Land  schlängelt und dabei durch andere Zuflüsse immer weiter anwächst bis er sich im Südwesten als riesiger Strom ins große Meer ergießt.

Auf den ersten Blick sehen wir wie ganz normale Menschen aus aber natürlich besitzen wir ein paar besondere Fähigkeiten die uns von den anderen unterscheiden und unsere Art zu leben überhaupt erst möglich machen.

Wir besitzen sehr lange Finger und Zehen können jeden einzelnen davon weit spreizen und dabei die Schwimmhäute dazwischen aufspannen, um schnell und stabil durchs Wasser zu gleiten. Hinter unseren Ohren befinden sich Kiemen und wir können durch ein spezielles Organ zwischen Lungenatmung und Unterwasseratmung hin und her wechseln. Außerdem besitzen wir eine Haut, lederartig und Wasser abweisend wie die von Delphinen mit einer speziellen Fettschicht darunter die uns wärmt und schützt. Aufgrund der Beschaffenheit unserer Haut und unseres Lebensraums haben wir nur auf dem Kopf und an den Augen in Form von Brauen und Wimpern Haare. Während unsere Haarfarbe das ganze Spektrum an Möglichkeiten bietet sind unsere Augen in der Regel blau oder grau. 

Leider entspreche ich nicht der Vorstellung eines perfekten Aigua. An sich sehe ich nicht schlecht aus. Ich habe schwarze und wie bei uns üblich kurze Haare, ein unschuldiges Gesicht mit großen, hellgrauen Augen und einer kleinen, geraden Nase sowie feine, leicht geschwungene Lippen. Mein Kinn läuft etwas spitzer zu und unterstützt mein schlankes Aussehen. Versteht mich nicht falsch, ich habe einen muskulösen Körper, doch liegt meine Stärke eher in Ausdauer als in Muskelkraft. Ich habe den Körper eines Läufers und nicht eines Ringers und genau das ist mein Problem.

In meinem Volk ist Stärke und somit eine entsprechende Größe des Körpers und der Muskeln alles was zählt. Ich bin jedoch der Kleinste unter meinen Klassenkameraden, weniger lang aber dafür auch dünner, und ich bin nicht stark aber dafür schnell und wendig. Und deshalb respektiert mich hier niemand.

Gerade renne ich durch die Straßen und Alleen unserer Stadt, wieder einmal auf der Flucht vor Paul und seiner Gang. "Komm, kleine Maus, bleib stehen und stell dich uns wie ein Mann. Wir haben alle Mauselöcher verstopft, du zögerst nur das unvermeidliche hinaus." Paul ist alles, was ein Aigua zu sein hat, groß mit breiten Schultern, und riesigen Muskelbergen an Armen und Beinen. Sein runder Kopf mit Knollennase, die tiefliegenden dunkelblauen Augen unter braunen Haaren und ein großer Mund aus vollen Lippen lässt ihn zum kompletten Gegenteil von mir werden. Er ist nicht blöd, aber zum Glück auch nicht der hellste Stern am Nachthimmel.  Er liebt es, große Sprüche zu klopfen und begreift nicht, dass ich ihm sehr genau zuhöre. 

Ich kenne die Stadt wie meine eigene Hosentasche und habe ein perfektes Gedächtnis. Ich kenne jede Nische, jedes Versteck und jede gefährliche Stelle hier und erinnere mich ganz genau an jedes einzelne Mal, an dem ich bis heute meinen Häschern entkommen bin.

Die nächste Kreuzung wird für mich zu einem Nadelöhr. Wenn ich weiter geradeaus renne wird es für lange Zeit keine Möglichkeit mehr geben, die Richtung zu wechseln oder sich zu verstecken. Rechts rum ist der beste Weg, aber da ich sie dort schon ein paar mal abgehängt habe, hat er dort, wenn ich seine Worte richtig interpretiere, sicher jemanden positioniert. Bleibt nur noch links abzubiegen, doch dann laufe ich genau dort hin wo er mich haben will. Zum Glück habe ich mir bereits etwas Distanz zu meinen Verfolgern erlaufen die ich jetzt nutze um mich der Kreuzung vorsichtig und leise zu nähern um die Situation auszuspähen. Mein Verstand läuft auf Hochtouren während ich meine Möglichkeiten erwäge und die Zeit kalkuliere, die mir bleibt, bevor mich meine Häscher, den Geräuschen zufolge die sie machen, einholen werden. Diesmal werde ich wirklich Glück brauchen um aus dieser Jagd unbeschadet hervor zu gehen.

Vorsichtig schleiche ich im Schatten des Hauses rechts von mir um die Ecke, und nehme mir einen herumliegenden Stein sowie meine Schleuder. Mit einem geübten Schwung katapultiere ich ihn schnell rückwärts über meine Schulter in ein Fenster einen Stock über mir.  Schnell ziehe ich mich dann wieder unter den Vorsprung des ersten Geschosses in eine dunkle Ecke zurück, als jemand aus eben diesem Fenster schaut und verärgert zu brüllen beginnt.

Das Mädchen rechts von mir, dass von Paul abgestellt wurde um mir den Fluchtweg in diese Richtung zu versperren, muss sich nun selbst verstecken, damit sie nicht als die Steine -Werferin beschuldigt wird. Der Junge auf der mir gegenüberliegenden Ecke der Kreuzung auf der linken Seite schaut jetzt vermutlich in meine Richtung aber seine Augen sind, wie ich weiß, nicht besonders gut. Mit etwas Glück wird er mich im Schatten nicht entdecken. Ich nehme noch einen tiefen Atemzug und renne dann um die Ecke. Mit aller Kraft die mir zur Verfügung steht lege noch einen Zahn zu und sprinte den kurzen Weg zur nächsten Lücke in der Hecke rechts von mir, um durch diese hindurch zu hechten und im Vorgarten des Eckhauses zu landen, dessen Scheibe ich soeben zertrümmert habe. Ich kann nur hoffen, dass die Aufmerksamkeit aller anderen im Moment auf anderen Dingen als mir ruht. Leise schleiche ich sofort weiter, die Hauswand entlang und in den Garten hinter dem Haus. Dabei achte ich mit gespitzten Ohren auf alle Geräusche, die meine Verfolger machen. "Jetzt haben wir dich, kleine Maus!" Ich halte den Atem an, als ich Pauls Stimme direkt rechts neben mir höre. Zum Glück wird der Garten auf dieser Seite zur Straße hin von einer hohen Mauer begrenzt, die mich nun beschützt.

Tatsächlich hat er nicht unrecht, denn ich sitze im Moment wirklich in der Falle. Hinter dem Garten gibt es einen kleinen Platz mit einem Brunnen, der von Häusern umgeben ist und der einzige Weg hinaus führt zurück auf die Straße, auf der die Bande sich gerade mit dem wütenden Hausbesitzer auseinander setzen muss. Zum Glück weiß ich, dass eins der Häuser ein beschädigtes Fenstergitter und eine kleine Nische dahinter hat, in der ich mich verstecken kann, bis sich die anderen schließlich wieder zurück ziehen. Aufmerksam prüfe ich noch einmal alle Geräusche um mich herum und dann schleiche ich aus dem Garten auf den kleinen Platz mit dem Springbrunnen, die Augen sorgenvoll auf den Weg zurück in Richtung Straße gerichtet, bis ich gegen eine harte Brust stoße und erstarre. Jemand steht dort auf dem Platz, sie haben auch hier jemanden platziert und mich erwischt. Diese Gedanken schießen mir heißkalt durch den Kopf und ich erzittere am ganzen Körper. Dieses mal werden sie mir übel mitspielen, dessen bin ich mir sicher, denn zu lange bin ich ihnen schon entkommen und viel Zeit bleibt ihnen für ihren Spass mit mir nicht mehr, bevor der Alltag als Erwachsene uns an die Kette legt. Mich zu verprügeln wird ihnen eine Freude sein und es gibt nichts mehr, was ich noch dagegen tun kann.



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