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"Idiot", grinste ich, als Jungkook wieder einmal einen perversen Witz machte. Als das einzige Mädchen in der Vierergruppe konnte ich dem hier nicht entfliehen. "Yo! Lianne. Hobi schmeißt wieder ne kleine Party. Bist du dabei?", ich lächelte. Seine Partys sind nie klein. Mindestens siebzig Leute würden das schon sein.
"Ich weiß nicht. Da ist dieser Erdkundetest", seufzte ich niedergeschlagen als Antwort auf Taehyungs Frage. Da es nicht mein stärkstes Fach war, musste ich mich echt daran setzten. "Achso. Ich werde dich zu nichts zwingen!", er hob abwehrend beide Hände. "Aber warte. Ich kenne da jemanden, der hat Ahnung von dem Fach. Soll ich ihn dir mal vorstellen?"
Ich dachte kurz über das Angebot nach. Es würde nichts schaden! "Ja. Bitte! Ich brauche jede Hilfe, die ich kriegen kann.", er nickte und zückte sein Handy. Eifrig tippte er darauf herum. Rief er ihn jetzt sofort an?!
"Hey, Bro.. Ja ich weiß. Ich habe dich geweckt, sorry man.", er rieb sich grinsend am Hinterkopf. Derweil kam Jimin dazu und unsere Gruppe war vollständig und wir liefen los. "Jimin?", er drehte sich zu mir. "Ja?"
"Gehst du zu Hobis Party?", sofort verneinte er. Er war kein Partylöwe und schon gar nicht, wenn es so viele Leute waren. Er war Tänzer der höheren Klasse und machte nicht unbedingt viel mit anderen Menschen. Er brachte mir oft seine Choreos bei, was mich total glücklich machte. "Man. Vielleicht. Kookie hat mich schon gefragt.", er legte seinen Arm auf meine Schulter.
So gingen wir zu viert zum Studio. Taehyung schien noch dran zu sein, meine Nachhilfe zu organisieren. Als er endlich auflegte, holte er zu uns auf und grinste breit. "Perfekt!", er klatschte in die Hände, "Er kann morgen am Vormittag kommen. Dann hast du noch Zeit für die Party!", ich nickte zufrieden. "Super", ohne weiter herumzustehen, liefen wir in das riesige Gebäude.
"Okay. Jimin zeig uns jetzt mal Bitte, woran du arbeitest!", quengelte Jungkook und schlug mit der Faust entschlossen auf den Boden, auf dem er im Schneidersitz saß. "Fighting!", Chim seufzte und schaltete bei der Anlage seine Musik an. Es war einer von Tae's Songs, was den jüngeren unglaublich freute.
Er stellte sich in die Mitte des Raumes und fing an, sich langsam zu bewegen. Immer wieder fielen seine Fließenden Bewegungen ineinander zusammen, um sich dann wieder aufzubauen, wie wenn Vögel ihre Flügel ausbreiteten. Die Art, wie er tanzte, war für mich unbegreiflich.
Ich konnte ihm stundenlang zusehen und mir würde nie im Leben langweilig werden. Er war so etwas, wie mein Vorbild. Natürlich nur insgeheim. Ich bewunderte ihn.
Na gut okay. Ich bewunderte auch jeden, der Erdkunde verstand, weswegen ich mich auch schon ein bisschen auf meine Hilfe freute. Ob das nun ein Junge oder ein Mädchen werden würde, war mir total egal.
"Lianne. Fang nicht noch an zu sabbern", lachte Tae und lachte mich aus. Ich stimmte mit ein. Trotzdem war es peinlich. "Man. Du weißt, dass ich Jimins Tanz liebe", rechtfertigte ich mich ein bisschen beleidigt. "Ja klar. Das einzige, was du an ihm begehrst ist bestimmt sein Körper", er zwinkerte mir zu und ich sah in verstört an.
Jimin war mein bester Freund. Genau, wie die anderen beiden. Ich bevorzugte niemanden. Und irgendwie war es merkwürdig, so über einen besten Freund zu reden. "Um wie viel Uhr kommt eigentlich meine Hilfe?", fragte ich neugierig. Nicht, dass ich den Termin verschlief.
"Wahrscheinlich erst vierzehn Uhr. Vorher steht Suga nicht auf.", weissagte er. Zum Glück. Hoffentlich war ich dann früh genug wach. "Suga?", ich hob fragend eine Augenbraue. "Ja.. sein Spitzname. Aber na ja. Ich muss los. Mum hat Essen gemacht. Und du musst jetzt auch gehen. Deine Eltern haben mir geschrieben.", erklärte er und ich stand auf.
Mein Handy wurde vor kurzem eingezogen, weswegen sie Taehyung immer schrieben, wenn etwas los war. Nachdem ich endlich zu Hause angekommen war, setzte ich das Wasser im Kocher auf. Ich machte einen Tee. Obwohl ich Tee hasste, aber ich war krank und somit führte kein Weg daran vorbei.
Dazu nahm ich mir eine Halsschmerztablette. "Schatz? Wie war es in der Schule?", fragte mich mein Vater. Ich setzte mich zu ihm an den Tisch und umfasste die Teetasse mit beiden Händen. "Na ja. Wir schreiben am nähsten Freitag Erdkunde..", ich sah ihn leicht verzweifelt an.
"Dann lern bitte dafür.", sagte er nur. "Ja, das ist es ja. Ich wollte morgen lernen. Aber da wird auch ein Kumpel von mir kommen und mir helfen!", kurz wagte ich einen Blick zu ihm. Er schien fasziniert von der Idee zu sein. "Super. Zusammen lernt man am besten."
Zuversichtlich nickend verließ ich unsere Küche und setzte mich an mein Mac. Den hatte ich zum siebzehnten Geburtstag bekommen, was mich unglaublich freute. Sofort ging ich an meine Word - Dokumente und schrieb an meinen letzten Geschichten weiter. Ich liebte es.Es war, als könnte ich meine eigene Welt erschaffen.
Doch so schnell, wie ich zum schreiben kam, konnte ich nicht mehr aufhören. Kapitel für Kapitel tippte ich auf die Tastatur, bis mein Vater mich mahnte, schlafen zu müssen. Ich stellte mir noch einen Wecker für 13.30 Uhr. Sollte ausreichen.
Noch putze ich mir schnell meine Zähne, zog mich um und legte mich sofort ins Bett. Schlafen war wohl das beste in dieser Welt. Vier Sachen, die mir am wichtigsten waren. Fünf. Schlafen, Tanzen, Meine Familie, meine Geschichte und meine Freunde. Wenn ich das alles hatte, war ich glücklich. Und somit fiel ich in einen tiefen Schlaf.
"I got it from my daddy! I got it from my-"
Ich schaltete den Wecker ab und öffnete erst danach meine vom Schlaf verklebten Augen. "Ah.. Verdammt. Der kommt ja in einer halben Stunde.", murmelte ich mit tiefer Morgenstime. In der Küche angekommen, um mir Frühstück zu machen, sah ich einen Zettel von meiner Mutter auf dem Tisch liegen.
Li, wir sind einkaufen. ruf an, wenn du etwas aus dem Möbelhaus möchtest.
Ich rief sie von unserem Festnetztelefon an mit dem Wunsch, ein paar neue Kissen zu bekommen und machte mich dann fertig. Zähne putzen, umziehen, und noch letzte Reste aufräumen. Als ich dann endlich mit allem fertig war, war es kurz nach zwei. Suga würde sich höchstwahrscheinlich verspäten.
Also schaltete ich kurzerhand mein Laptop an und werkelte an ein paar Texten von mir herum. Um halb drei klingelte es an meiner Tür. Na endlich. Aber ich durfte ihm nichts vorwerfen. Ich würde mich auch verspäten.
Ich öffnete unsere Tür und vor mir stand, total außer Atem ein Junge, etwas älter als ich. "Alles klar?", fragte ich belustigt und er warf mir nur einen giftigen Blick zu. Das wirde bestimmt total toll...
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