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4. Kapitel

4. Kapitel

„Ich bin ja bei dir“, hörte ich Timo neben mir flüstern, aber natürlich beruhigten mich seine Worte ganz und gar nicht.

„Komm, lass uns nachsehen, ob …“ Weiter kam ich nicht, denn da hörten wir plötzlich Stimmen vom Haus. Durch die schützenden Kronen der Bäume, von denen es im Garten wirklich reichlich gab, konnten wir nur undeutlich sehen, wie vier Männer aus dem Haus kamen. Da blieben wir doch lieber zusammengekauert auf der Mauer und beobachteten das Geschehen.

„Lynn, wo bleibst du?“, rief einer der Männer, den ich als Mr Smug identifizierte. Die anderen drei kannte ich nicht, aber sie wirkten ein wenig wild, eben die Art von Typen, die den Eindruck erweckten, ständig etwas Gemeines auszuhecken.

Eingebildet und geschmeidig umkreisten sie Smug und Lynn, wie Raubtiere, die ihre Beute begutachten, bevor sie angreifen.

„Los, zeig uns, was die Kleine so draufhat“, forderte einer der Männer Smug auf. „Überzeuge uns.“ Heiser lachend zog er ein Messer, das so groß war wie mein Unterarm lang.

„Was treiben die da? Das darf doch nicht wahr sein!“, formten meine Lippen, aber Timo verstand mich nicht. Um ehrlich zu sein, ehr sah mich nicht einmal an. Die Finger hatte er in die Mauer gekrallt und starrte gebannt auf das Schauspiel. Irgendwie missfiel mir, wie gespannt er auf den bevorstehenden Kampf zu warten schien. Stimmten die Geschichten wirklich, und auch Timo war ein blutrünstiges Monster?

„Lynn. Zeig diesem aufmüpfigen Dämon, was du kannst. Dem werden seine Sprüche noch vergehen, was?“ Smug lächelte sie an, und zu meinem Entsetzen lächelte Lynn ungestüm zurück und zog ihr Messer. So hatte ich sie noch nie gesehen. Doch viel mehr schockierte mich, was ich gerade gehört hatte. Lynn sollte kämpfen – gegen einen Dämon! Es gab sie also wirklich. Ob Smug diesen Mann umgebracht hatte? Ob Smug alle drei Männer umgebracht hatte? Ob Smug Lynn … Nein, niemals! Diesen Gedanken wollte ich nicht zulassen.

Vor Entsetzen gebannt sah ich zu, wie der Dämonenmann und Lynn sich umkreisten. Automatisch zückte auch ich mein Messer, obwohl mir klar war: Ich konnte nicht einschreiten. Es waren zu viele. Selbst wenn Lynn mir natürlich beistehen würde … wer wusste schon, zu was diese Monster fähig waren, wenn sie schon einfach so zum Zeitvertreib jemanden mit dem Messer bekämpften. Niemand wusste besser als ich, was bei einem unvorsichtigen Zustechen passieren konnte.

Es war ein Versehen!, schrien meine Gedanken sofort, nichtsdestotrotz starb ich beinahe vor Scham neben dem leise knurrenden Timo. Ich hatte ihn umgebracht. Und doch lebte er.

Selbst wenn er ein richtiger böser Dämon war … hatte ich ihn nicht verdient?

Aber jetzt war keine Zeit für Selbstmitleid. Ich musste Lynn beschützen, aber wie? Wenn ich aufkreuzen würde, sagen würde: „Hallo, ich habe einen Brief für sie, Mr Smug. Huch, wo ist er nur? Ich muss ihn verloren haben.“ Oder: „Was machen sie da mit meiner Freundin?“, ja, wenn ich das sagen würde, würde dieser Smug und sein Dämon mich sicherlich aufspießen, oder?

In diesem Moment sprang der Dämon auf Lynn zu, Messer traf auf Messer und neben mir jaulte Timo auf und wäre beinahe von der Mauer gesprungen, hätte ich ihm nicht den Mund zugehalten. Dafür bekam ich in die Hand gebissen.

„Hast du deine Zähne gespitzt?“, wisperte ich und starrte auf meine leicht blutende Hand. War das normal?

„Stop“, hallte Mr Smugs Stimme durch den Garten. „Was war das?“

Doch noch bevor einer der Männer antworten konnte, ging Lynn zum Angriff über.

„Oho, die ist gerissen! Ja, gib ‘s ihm, meine Kleine!“, jubelte Mr Smug und ich traute meinen Ohren nicht mehr. Meine Kleine? Und das ließ Lynn sich gefallen? Was war aus dem wilden Mädchen geworden, dass ich kannte? Und seit wann neigte sie zu so listigen Taktiken? Normalerweise war sie immer diejenige gewesen, die auf Fair Play bestand, was wohl auch daran lag, dass sie schummeln einfach nicht nötig hatte. Sie war eine der Besten.

Ich war fassungslos. Entsetzt. Und verzweifelt. Was sollte ich nur tun, um ihr zu helfen? Was war überhaupt mit ihr los?

Schon wieder versuchte Timo in den Garten zu springen und diesmal gelang es ihm. Lautlos landete er zwischen den Sträuchern und sah sich um.

„Bleib hier! Wenn wir sie jetzt erschrecken, riskieren wir ihr Leben!“, raunte ich, wobei ich ebenfalls schon halb von der Mauer hing.

Aber gerade, als Timo zurückkommen wollte, schrie Lynn plötzlich schmerzerfüllt auf und keine Sekunde später war ein Schrei wie von einem verwundeten Tier zu hören. Fauchend sprang Timo los, ich versuchte, ihn zu fassen zu kommen, stürzte halb von der Mauer, kugelte mich zusammen und rauschte einmal quer durch das nächste Dornengestrüpp.

„Habt ihr das auch gehört?“, zischte einer der Männer. „Diesmal waren es garantiert keine wilden Hunde!“

Doch alle Geräusche wurden von Lynns leisem und trotzdem durchdringendem Jammern überdeckt.

„Jetzt lass sie doch los, Mann!“, fluchte Smug und sofort verstummte Lynn. „Was bringt es, wenn du sie jetzt schon aufschlitzt? Hast du mal daran gedacht? Hm?“

„Du hast zugestimmt. Außerdem war sie auch nicht zimperlich mit mir. Ich will Rache!“

„Kriegst du aber nicht. Jetzt kommt. Ich kann nicht noch mehr Leichen in meinem Garten gebrauchen.“

„Aber ich schwöre dir, ich habe was gehört!“, empörte sich einer der anderen Männer.

„Na, dann geh doch nachgucken.“

„Genau, kleines Dämonenhündchen. Geh doch und sieh nach, anstatt rumzujaulen! Hoffentlich bist du die nächste Leiche im Garten!“ Hatte Lynn das eben wirklich gesagt? Es war ihre Stimme gewesen, aber … Was geht hier vor?, fragte ich mich. Ist das wirklich meine Lynn?

„Sympathische Freundin hast du, Ann“, sagte Timo neben mir, als endlich alle im Haus verschwunden waren. Er klang wild und aufgekratzt und seine Augen funkelten angriffslustig.

„Normalerweise ist sie nicht so“, sagte ich in einem möglichst beruhigen Tonfall. Timo machte mir Angst.

„Am liebsten würde ich diese Menschen allesamt übers Knie legen. Sie sind gefährlich.“ Beinahe klang es so, als würde Timo mit sich selbst reden. „Sie gefallen mir ganz und gar nicht.“

„Wir werden keinen übers Knie legen“, bestimmte ich, worauf sich seine wilden Augen wieder auf mich richteten. Plötzlich runzelte Timo die Stirn.

„Ann, was machst du da unten?“

„Ich bin von der Mauer gefallen.“

„Du bist was?“ Im nächsten Moment war Timo neben mir und zog mich unter den pieksigen Zweigen hervor. Besorgt untersuchte er meine Arme und Beine nach Schrammen, aber als er an meinem Bauch nachsehen wollte, schlug ich ihm auf die Finger.

„Eindeutig, dir geht es wieder gut“, spottete Timo und zog mich auf die Beine.

„Na, du verstehst ja doch was von Ironie“, erwiderte ich und grinste ihn so gut wie möglich an. Es misslang jedoch, weil ich mir auf die Backe gebissen hatte und der Schmerz mein Lächeln reichlich säuerlich wirken ließ.

„Und ob ich was davon verstehe.“

„Hm. Du hast schon recht. Mir geht’s ganz gut. Aber jetzt müssen wir nachsehen, was diese Monster da drinnen mit Lynn anstellen.“

„Darf ich sie dann ein wenig zerfleischen?“

„Oh nein, Timo, das lässt du schön bleiben.“

„Aber sie sind böse!“ Bei diesen Worten flackerten seine Augen wieder, doch diesmal machte es mir keine Angst mehr. Ich hatte nun begriffen, dass die Angriffslust nicht mir galt.

„Nur weil sie böse sind, darf man sie noch lange nicht töten. Was haben dir deine Eltern eigentlich beigebracht?“

„Welche Eltern?“

„Ach so. Stimmt ja. Nicht so wichtig.“

„Hast du Eltern?“

„Lass uns am besten durch eins der Fenster sehen. Ich möchte wissen, was sie mit Lynn machen.“

Für einen Moment sah Timo mich nachdenklich von der Seite an, dann folgte er mir.

Kurz darauf klebten wir beide an einer Fensterscheibe, und während Timo aussah, als würde er nichts lieber tun, als hineinspringen und die Dämonenmänner erwürgen, konnte ich meine Augen nicht von Lynn lassen, die irgendwie an Mr Smug zu kleben schien. Sie war die gleiche Lynn, die ich schon so lange kannte und doch irgendwie anders. Erst konnte ich nicht sagen, weshalb, doch dann erkannte ich es: Nicht nur, dass sie sich Smug gegenüber äußerst seltsam verhielt (Stand sie unter Drogen?, war meine erste Vermutung), es tobte eine Wildheit in ihren Augen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Erst da blieben keine Zweifel mehr und meine schlimmsten Befürchtungen wurden war: Lynn war auch ein Dämon geworden!

Kaum weiß ich etwas von diesen Wesen, wimmelt es plötzlich nur so davon!, war mein erster Gedanke. Der zweite war wesentlich entsetzlicher. Er hat sie umgebracht! Mr Smug hat Lynn umgebracht!! Er hat sie …

Tobend sprang ich auf, Fäuste geballt, mein ganzer Körper erfüllt von brodelnder Wut, und wurde gerade noch von Timo runtergerissen, bevor jemand mich sah. Aber ich war nicht in der Laune, vernünftig zu handeln. Rasend vor Zorn wand ich mich in seinem Griff, wollte meine Wut hinausschreien, aber Timos Hand hinderte mich daran.

Dann war alles weg. Die Wut, die Angst, die Empörung, einfach alles.

„Scheiße“, murmelte ich. „Er hat sie umgebracht. Es ist alles zu spät.“ Erschöpft saß ich im Gras und bemerkte erst gar nicht, dass Timo mich verwundert ansah.

„Aber sie lebt doch noch.“

„Sie ist ein Dämon. Mr Smug hat sie ermordet, also ist sie sein Dämon geworden.“ So wie du meiner geworden bist, fügten meine Gedanken hinzu. „Ich glaube, Dämonen mögen ihre Mörder. Auch wenn in den Büchern das Gegenteil steht.“

„Deshalb mag sie ihn? Aber das ist ja … scheußlich. Was sollen wir dagegen tun?“

„Ich habe keine Ahnung. Ich will nach Hause. Dort können wir versuchen, weiterzuplanen.“

„Du hast recht. Lass uns gehen.“ Timo pirschte voraus, ich hinterher, durch den Garten, über die Mauer und schließlich kurvten wir auf meinem Fahrrad zurück zum Internatsgebäude. Nur, dass diesmal Timo fuhr, da ich mit meinen Kräften am Ende war.

„Besser, diese Aufpasserin erwischt uns nicht, was?“, meinte Timo, als er das Rad hinter der Regentonne versteckte. Da konnte ich ihm nur recht geben, also nahmen wir den Hintereingang und schlichen äußerst vorsichtig die Treppe zu meinem Zimmer hinauf. Zum Glück begegnete uns keiner, aber man konnte eben nie vorsichtig genug sein.

„Also hockt dieser Smug jetzt mit vier Dämonen in seinem Haus, und einer davon ist deine Freundin“, fasste Timo zusammen. Er saß auf meinem Bett und ließ die Beine baumeln. Ich hingegen saß zusammengekauert auf der Fensterbank und starrte vor mich hin.

„Wir brauchen Informationen“, wiederholte ich in rhythmischen Abständen. „Und die gibt es leider nur bei Mr Smug.“ Vielleicht finden wir dort auch Informationen, wie wir Lynn zurückverwandeln können. Obwohl – konnte man eine Leiche überhaupt zurückverwandeln? Und wenn ja, eventuell könnte ich auch Timo wieder zum Menschen machen. Ansonsten mussten wir natürlich noch herausfinden, was Smug plante. Schließlich töteten die meisten niemanden einfach mal so zum Spaß. Oder war es auch nur ein Unfall gewesen? Unwahrscheinlich. So oder so wollte ich Antworten.

„Mr Smug ist doch bestimmt nicht immer Zuhause“, unterbrach Timo meine Gedanken.

„Stimmt. Er ist Lehrer. Nur heute war er nicht da, wegen der Leiche in seinem Garten. Apropos Leiche, ich muss dir etwas …“

„Dann ist morgen früh, wenn er in der Schule ist, die optimale Gelegenheit“, unterbrach Timo mich. „Aber besser, wir sehen auch heute Abend noch mal vorbei. Mit Glück treffen wir deine Freundin alleine an. Dann können wir mal sehen, wie viel Verstand sie noch hat. Aber erst brauche ich was zu Essen. Ich habe einen riesen Hunger.“

Erst da merkte ich, wie hungrig auch ich war, und mit geübtem Griff fischte ich zwei Konservendosen unter meinem Bett hervor.

„Hier. Ich habe immer einen Vorrat, für den Fall aller Fälle.“

„Brauchst du ihn oft?“, fragte Timo und öffnete seine Dose.

„Ist nicht selten, dass ich nicht satt werde. Manchmal ist die Küche echt knickrig.“

„Hm, praktisch.“

„Ja. Zum Abendessen können wir heute ja schlecht, wenn wir noch mal wegwollen. Wenn die Direktorin oder die Aufpasserinnen uns erst mal in die Finger bekommen, sind wir für den ganzen Abend unter Arrest, so viel ist sicher.“

Das Gebäude ungesehen zu verlassen, war eine Herausforderung, aber schließlich standen wir doch an der Eingangstür, ohne von irgendwelchen Aufpasserinnen am Schlafittchen gepackt zu werden.

„Auf geht’s“, sagte ich, öffnete die Tür und hätte sie am liebsten gleich wieder zugeschlagen. „Die Schulleitung!“, hauchte ich. „Sie kommt direkt auf das Internatsgebäude zu! Was sollen wir tun?“

„So schnell wie möglich diesen Ort verlassen“, antwortete Timo, stieß die Tür auf und rannte zur Regentonne. Als die Direktorin uns bemerkte, saß er schon auf meinem geliebten Drahtesel und trat so kräftig in die Pedale, dass das alte Teil quietschte und wimmerte, als würde der Teufel persönlich es reiten.

„Schneller, schneller!“, rief ich trotzdem noch und schwang mich mit flatternden Haaren auf das Rad.

„Haltet an, haltet an!“, schrie die Direktorin hinter uns her. Obwohl sie schneller war als erwartet, reichte es doch nicht, um mit Timos halsbrecherischem Fahrstil Schritt zu halten.

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