Zweiundzwanzig
„Verdammt, Stew. Ich kann das gerade nicht. Lass mich allein sein." Mein Kopf dröhnt. Der Bass der Musik dringt drei-fach in meinen Ohren nach. Irgendwo schreit jemand meinen Namen.
„Lass mich allein sein." Ich presse mir die Hand auf die Ohren, um seine Worte zu verdrängen.
„Ich kann das gerade nicht." Es hilft nichts. Khans Worte drehen sich wie eine Spirale in meinem Kopf. Khan, mein Khan, Khan Mayfield ist betrunken. Richtig gehört. Er hatte schon seinen dritten Cocktail in der Hand, als ich zur Tür herein kam. Khan und Trinken in einem Satz mit einander zu vereinen, fühlt sich falsch an.
„Geh weg. Ich brauche keine Hilfe." Mein Herz. Es tut weh. Alles tut weh. Und wirklich alles dreht sich. Zugegeben, vielleicht habe ich auch einen Cocktail zu viel intus. Dabei fing der Tag und diese Fahrt doch gut an, oder?
Nachdem wir die Betten bezogen hatten, waren wir mit dem Aufzug wieder nach unten gefahren und hatten an der Rezeption nach einer Wegbeschreibung zur Aula gefragt. In der Aula hatten wir unseren Kurs getroffen und die Proben sofort begonnen. Khan war überraschend gesprächig und von seinen Augenringen war nicht mehr viel zu sehen. Er wirkte... wach.
Himmel, ich hätte ihn fragen sollen, wie es ihm wirklich ging. Ob er etwas brauchte-
„Ich brauche keine Hilfe." Ich stützte mich an der Bar ab, neben der ich jetzt seit geschlagenen zehn Minuten stehe. Am Anfang haben wir zusammen getanzt, Khan und ich, er hat sogar ein bisschen gesungen und dann haben wir uns geküsst und es hat sich... normal angefühlt. Dann hat er sich seinen fünften Cocktail bestellt und ich habe ihm vorgeschlagen, es doch langsamer anzugehen. Er wurde laut, gemein – gleichzeitig wurden seine Augen so groß, glasig, traurig.
„Verdammt, Stew." Ich mag das nicht. Ich mag mich nicht mit ihm streiten. Vor allem nicht, wenn es ihm schlecht geht. Er und ich, wir haben eine Verbindung, wir können mit einander reden, ich habe mich ihm geöffnet. Vertrauen steht so dick und fett über unseren Köpfen in der Luft. Es tut mir schon körperlich weh, dass ich ihn alleine lassen sollte. Deshalb sitze ich jetzt auch nur zehn Meter von ihm entfernt. Duck ist bei ihm. Das schmerzt fast noch mehr. Immerhin kennt er Duck erst seit Freitag. Die beiden reden. Viel.
Dank der vielen sich im Sekundentakt wechselnden Lichter kann ich es nicht ganz so gut erkennen, aber ich glaube, Khans Augen sind rot. Duck legt ihm eine Hand auf die Schulter.
„Sieht aus, als hätte dein Freund einen Neuen." Mir fällt beinahe das Glas aus der Hand, das ich soeben an die Lippen legen wollte.
„Darren", sage ich. Ich blicke nicht zu ihm auf, weil ich weiß, dass er es ist. Ich weiß auch, wie er mich gerade ansieht.
„Was willst du?", frage ich. Ich kann sein Aftershave riechen, als er sich etwas näher zu mir beugt. Wider Willen blicke ich doch auf. Seine braunen Augen bohren sich in die meinen. Ich presse die Zähne aufeinander, sodass sie knirschen. Nein, hier ist nichts mehr. Kein Gefühl. Nicht mal ein negatives. Für eine Weile schweigt er, dann zieht er sich zurück und nimmt sich einen der Pappbecher, die neben mir auf der Bar stehen.
„Mir einen Drink holen. Du wirkst so allein, Stew. Hat man dich verlassen?" Er nippt an seinem Getränk, macht keine Anstalten, wieder zu gehen. Es ist so dunkel hier unten und dann dieses Licht. Seine Umrisse flimmern leicht. Mein Magen grummelt und ich nehme schnell einen Schluck von meinem Getränk.
„Lust, zu tanzen?" Ich werfe einen Blick auf Khan, der immer noch angeregt mit Duck redet, jetzt weint. Mein Herz zieht sich zusammen. Ich möchte aufstehen und zu ihnen gehen, ihn in den Arm nehmen... Duck sieht mich an, sieht meinen Blick und schüttelt stumm den Kopf. Ich seufze. Darren wartet keine Antwort ab, er nimmt meinen Arm und zieht mich mit sich. Dabei vergesse ich mein Glas. Wir bewegen uns in einen Teil des Raums, von dem aus ich Khan nicht mehr sehen kann. Ob Darren das absichtlich tut? Mein Kopf ist nicht mehr klar genug, um Darrens Motive zu hinterfragen.
Er beginnt, sich zu bewegen und ich steige mit ein, weil mir das Lied gefällt, das im Hintergrund läuft. Ein unschuldiger Tanz. Unsere Körper berühren sich nicht mal. Es ist gewissermaßen befreiend, den Kopf für ein paar Sekunden auszuschalten und bloß zu tanzen. Einige Minuten geht das so weiter, Schweiß läuft mir den Rücken hinab, langsam vergesse ich, was sonst noch so passiert. Da nähert Darren sich mir, langsam und doch blitzschnell, irgendwann liegt seine Hand auf meinem Hinterteil, die andere auf meiner Brust.
// it's short again, im sorry, aber hier endet das reale kapitel und ich glaube, es ist ein passender cliffhanger
(sagt mir mal bitte, ob ich stew durch zu viel drama und schlimme dinge laufen lasse, honestly?)
nachtrag: heute ist der 14.11 und ich habe soeben beschlossen, dass ich diesen Roman noch dieses Jahr beenden möchte, das wird ambitioniert, aber wenn nicht jetzt, dann nie - ich schreibe im März abi von daher... ich weiß nicht, ob hier noch irgendwer mitliest hahah ich war relativ inaktiv aber lässt euch gesagt sein, dass damit jetzt Schluss ist!! :))
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro