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Zwei

Es ist zwei Uhr morgens, als ich mich endlich in mein Bett fallen lasse. Zwei Stunden habe ich mit Mikael darüber diskutiert, Khans Familie einzuladen. Schließlich musste ich mich geschlagen geben. Was nicht bedeutet, dass er sofort zusagen wird, richtig?

Bist du wach?

Ich fühle mich schlecht, weil ich ihm um diese Uhrzeit schreibe. Aber seine Antwort kommt sofort. Mein Herz macht einen Satz.

Einen Moment.

Der Moment dauert keine fünf Sekunden, da klingelt mein Handy auch schon. Ich starre einen kurzen Moment mit klopfenden Herzen auf den Bildschirm, dann drücke ich auf den grünen Knopf und lasse mich in meine Kissen zurück sinken.

„Warum bist du wach?", will er wissen, seine Stimme etwas rau. Ich übergehe seine Frage einfach.

„Hab ich dich geweckt?"

„Passt schon. Was ist so wichtig, dass es nicht bis morgen warten konnte, Blondie?" Wie lange es wohl her ist, dass er mich nicht mehr Blondie genannt hat... Ich schmelze unauffällig dahin.

„Meine Großeltern kommen für Thanksgiving zu uns", sage ich schnell und ohne Luft zu holen. Bevor er nachfragen kann, fahre ich fort.

„Sie wollen, dass ich Darren einlade, aber Darren gehört nicht mehr zu meinem Leben. Und mein Bruder hatte da die Idee, dass ich dich einladen kann. Aber du solltest bei deiner Familie sein, deswegen habe ich nein gesagt und dann meinte Mikael, er wüsste, dass-", Khans beruhigende Stimme dringt durch den Hörer, unterbricht mich somit.

„Noch mal langsam. Von vorne." Ich seufze. Die Erwähnung meiner Großeltern bringt mich total durcheinander.

„Tut mir leid. Mikael hat vorgeschlagen, dass ich dich und deine Familie zum Thanksgivingdinner einlade", sage ich.

„Warum nicht?", er wirkt plötzlich wacher.

„Gma hatte dieselbe Idee."

„Khan", raune ich.

„Stew", ahmt er meine ernste Tonlage nach.

„Du verstehst nicht."

„Dann erklär mir, was ich nicht verstehe", er lacht.

„Meine Großeltern kommen. Meine Großeltern", wiederhole ich. Meine Großeltern. Wer weiß, welchen Schaden Frederike Dexter Khan und seiner Familie zufügen kann. Wenn jemand Salz in frische Wunden streuen kann, dann sie.

„Ich bin mir sicher, die beiden werden mich lieben", behauptet Khan.

„Du verstehst den Ernst der Lage nicht. Meine Großmutter ist ein Biest. Was sage ich? Sie ist das Vorbild aller Biester."

„Umso besser. Ich stehe auf Herausforderungen." Ich verdrehe die Augen.

„Khan." Dringlich.

„Versuch ein bisschen zu schlafen, Stew. Ich freue mich." Ich kann ihn förmlich vor mir sehen, wie er mir zuzwinkert.

„Aber wunder dich nicht, wenn ich dir-"

„Schhhh, schlaf schön!" Damit legt er auf. Wenn ich dir danach sage, ich hätte es gleich gesagt.

Am Morgen kommt dann eine neue Nachricht von ihm.

Mum findet die Idee toll. Wir sind pünktlich gegen sechs da, bringen den Truthahn mit.

Immerhin müssen Mikael und ich uns dadurch nicht um den Truthahn kümmern – um den wir uns nicht kümmern müssten, wenn unsere Großeltern nicht kämen. Wir verbringen trotzdem den Großteil des Tages mit Vorbereitungen bis es ziemlich spät ist und ich kaum mehr Zeit habe, mich ordentlich fertig zu machen. Mum habe ich heute Vormittag auch einmal gesehen, als sie sich erkundigte, um wie viel Uhr Grandma und Grandpa kommen würden. Und Dad kam runter, um Mikael darum zu bitten, seinen Anzug mit zu bügeln. Im Moment arbeitet er an einem Manuskript, ich habe ihn ewig nicht nach dem Scotch greifen sehen, der auf dem Kühlschrank langsam vor sich hin gärt.

Anzug. Ja. Das sind die Maßstäbe meiner Großeltern. Ich habe Khan vorsichtshalber vorgewarnt. Das einzige, auf das ich mich also heute freuen kann, ist, ihn in einem Anzug zu sehen. Viel überpünktlicher als ich es von letztem Weihnachten gewohnt bin, klingelt es an der Tür. Ich stehe noch vor dem Spiegel in meinem Badezimmer und kämpfe mit den Ohrringen, die mir Grandpa Dexter letztes Jahr geschenkt hat. Glücklicherweise besitzt er Geschmack.

Ich drehe mich einmal um die eigene Achse, während ich höre, wie Mikael die Tür öffnet und unsere Großeltern begrüßt. Ich bin mir nicht sicher, ob es klüger gwwesen wäre, die Mayfields zu bitten, eine Stunde früher zu kommen. Das Ganze „Grandma erklären, dass Darren nicht länger zu meinem Leben gehört", setzt mir ziemlich zu. Sie soll nämlich nicht denken, Khan wäre ein Rebound oder, noch schlimmer, Darrens Ersatz. Das ist er definitiv nicht. Khan ist... einfach Khan!

„Mikael, Großer. Schön dich wiederzusehen." Grandpa Dexter klopft ihm bestimmt auf die Schulter. Seine Stimme ist tiefer als sonst, herzlich. Wie ein Brummbär. Grandma Dexter müsste Mikael jetzt einen kalten Kuss auf die linke und dann auf die rechte Wange geben.

Ich erschaudere und zupfe ein letztes Mal mein Kleid zurecht. Es ist bestimmt zwei Jahre alt, ergo hatte ich es bestimmt schon mal zu irgendeinem Weihnachten an, und etwas zu eng. Es ist schwarz, hat Taille und schwarze, lange Ärmel die am Ende meiner Arme weiter werden. Ich ziehe an dem Stoff um meine Taille, um ihn etwas zu dehnen, steige in die schwarzen Highheels und atme tief durch. Mehrmals. Meine Haare fallen mir offen und in ordentlichen mit dem Lockenstab über eine Stunde lang gedrehten Locken über Rücken und Brust. Wann ich mir wohl das letzte Mal die Haare gelockt habe? Normalerweise sind sie glatt und ich mag sie so. Zum letzten Mal nehme ich das Mascarabürstchen in die Hand, um meine Augen noch dunkler zu machen als sie es ohnehin schon sind.

Schließlich kann ich es nicht länger hinauszögern. Ich weiß nicht, ob ich hoffen darf, dass die Mayfields bald kommen. Oder ob ich hoffen soll, dass sie vom Weg abkommen und sich so sehr verirren, dass sie nicht herfinden.

„Meredith, hallo", sagt meine Großmutter gerade, als ich meine Zimmertür hinter mir schließe. Ihre hohe Stimme klingt doppelt in meinen Ohren nach. Affektiert. Das ist das einzige, was mir dazu einfällt. Meine Mutter und ich mögen im Moment nicht die idealste Beziehung haben, aber wie Grandma Dexter mit ihr umgehen wird(ich kenne es von letzten Weihnachten, und dem Weihnachten davor und dem davor und...), ist schrecklich. Innerlich sträube ich mich dagegen, in ihre Richtung zu laufen, tue es aber doch.

„Frederika, schön dich zu sehen", antwortet meine Mum in ihrer ruhigen Art, nimmt Grandma vermutlich gerade in den Arm und weicht den Küsschen aus. Ich biege um die Ecke und sehe meinen Vater in der Küche neben Mikael stehen, einen Kaffee zubereiten und selbst aus einer Tasse trinken, in der möglicherweise stärkeres ist. Der zubereitete Kaffee für Grandpa Dexter. Grandma Dexter verträgt Koffein nicht.

„Frederika!", ruft jemand. Erst als ich zur Eingangstür schaue, erkenne ich, dass es Grandma war. Ich zucke zusammen. Sie ist die einzige, die mich bei meinem Zweitnamen nennt. Weil Stew für sie ein Jungenname ist(was auch eigentlich der Fall ist, Mum und Dad aber trotzdem nicht interessiert hat). Keine Ahnung, was sie damals geritten hat, aber in Anlehnung an Grandma Dexter gab man mir damals den Zweitnamen Frederika – dabei ist Grandma noch nicht mal tot. Ich würde bis heute mein rechtes Bein darauf verwetten, dass es ihre Idee war.

„Grandma", sage ich, setze ein falsches Lächeln auf und lasse mich von ihr in eine dieser kalten Umarmungen ziehen. Sie gibt auch mir ein Küsschen rechts und eines links auf die Wange.

„Du bist kein Stück gewachsen", fällt ihr auf. Mein linker Mundwinkel zuckt unmerklich. Sei selbst ist kleiner als ich, Grandpa überragt sie ein gutes Stück. Ihre blond getönten Haare sind geglättet und fallen in einer fließenden Bewegung bis zu ihrer Taille. Ihre Gesichtszüge sind noch nicht so verkniffen wie sie es später sein werden. Ich frage mich manchmal, ob ich, wenn ich wütend bin, genauso aussehe wie sie. Denn, truth be told, ich sehe ihr zum Verwechseln ähnlich.

„Das kommt vielleicht noch", erwidere ich auf ihre Aussage. Dabei bin ich groß genug. Sie streicht mir mit den frisch manikürten Fingernägeln über die Schulter, die dabei eine kalte Spur hinter lassen. Ich beginne leicht zu frösteln.

„Das-", setzt sie an, aber Grandpa Dexter unterbricht sie zum Glück.

„Stew, ich hätte dich beinahe nicht erkannt", brummt er, ehe er mich ebenfalls in eine Umarmung zieht, diese allerdings weitaus wärmer. Ich erröte leicht.

„Du siehst aus wie eine richtige Frau", sagt er, genau so wie er es immer tut.

„Charmant wie eh und je", flüstere ich, sodass nur er es hört. Wie gesagt, an ihm hab ich nichts auszusetzen. Bloß die Tatsache, dass er total unter Grandmas Pantoffel steht.

„Hattest du etwas anderes erwartet?", fragt er genauso leise. Grandma zuckt mit den Achseln, runzelt die Stirn und geht dann mit einem, „Ted? Unser Auto verliert an Strom, wenn das Gepäck nicht bald hier drinnen ist", in die Küche, wo Mum ihr ein Glas Wein gibt. Das, behauptet sie, verträgt sie im Gegensatz zu Koffein sehr wohl.

Ich nehme Grandpa seinen Mantel ab und hänge ihn an die Garderobe, während er mir ein Dutzend Fragen zur Schule stellt, die ich willig beantworte. Lange ist es her, dass mich jemand über die Schule ausgefragt hat. Mikael stellt grundsätzlich dieselben Fragen – hast du gegessen, geht es dir gut, wann kommst du nach hause, soll ich dich holen – und Mum und Dad sind nie da.

Zwischendurch verschwindet Dad nach draußen, um das Gepäck zu holen, das im laufenden und offenen Wagen bald den Erfrierungstod erlitten hätte. Laufender und offener Wagen vermutlich, damit auch die Nachbarn mitbekommen, dass Frederika und Herrmann Dexter da sind.

„Werden wir Darren denn nun auch zu Gesicht bekommen, Stew? So ein überaus netter junger Mann." Grandpa lächelt und sieht mich abwartend an. Ich versteife mich kurz, nur um ihn dann mit einem lieblichen Lächeln anzusehen. Das war der Moment, dem ich bibbernd entgegen gesehen habe. Schade, dass Grandma gerade nicht zuhört. So würde ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

„Darren und ich haben uns getrennt", erkläre ich.

„Wirklich?" Grandpa zieht beide Augenbrauen hoch. Beide ergraut. Sein ganzes Haupthaar ist grau. Genau wie der Anzug, den er an Feiertagen trägt, seit ich ein kleines Mädchen war. Seine Gesichtszüge ähneln denen meines Vaters unheimlich, aber dank dem Bart unter und über seinem Mund, erkennt man das auf den ersten Blick nicht.

„Ihr wirktet so glücklich mit einander", meint er, zieht ein Tuch aus seiner Brusttasche und putzt sich damit die Hände ab. In seinem Kopf scheint es zu rattern.

„Das waren wir. Aber es sollte nicht sein." Mit einem Achselzucken gebe ich ihm zu verstehen, dass es okay ist. Dass ich darüber hinweg bin. Und wie ich drüber hinweg bin. Glaube ich. Natürlich wird er als mein erster Freund immer irgendwo einen Platz in meinem Herzen haben. Aber... ich liebe ihn nicht mehr. Und er hat mich verletzt. Der Schmerz sitzt da irgendwo und- Grandpa entschuldigt sich, um auf die Toilette zu gehen und lässt mich allein in der offenen Tür stehen. Für einen Moment halte ich mich am Türrahmen fest und atme tief durch. Ich werde diesen Abend sowas von nicht überleben. Die Kälte weht mir durch jeden einzelnen Knochen, umfasst mein Herz und ist im Inbegriff zuzudrücken, als eine kleine Stimme mich aus meinen Gedanken reißt.

„Stew!!" Wenigstens einer, der mich bei meinem richtigen Namen nennt.

„Aiden!!", rufe ich genauso enthusiastisch zurück, obwohl ich mich kein bisschen danach fühle. Mein Grinsen, als ich ihn in einem niedlichen dunkelblauen Anzug am Fuße der Treppe stehen sehe, ist dann aber doch echt.

„Khan hat uns hier her gelotst. Dann haben wir ihn verloren. Und jetzt sind wir hier", brabbelt der kleine drauf los. In seinen Händen befindet sich ein Topf, der halb so groß ist wie er selbst.

„Ich bin mir sicher, er wird gleich kommen", sagt Gma, die hinter ihm die Treppe hinauf geächzt kommt und mir ebenfalls ein Küsschen auf die Wange drückt.

„Sehr heimisch habt ihr's hier. Aber die Nachbarn lassen nicht immer ihre Autos offen in der Einfahrt stehen, oder?" Sie zwinkert mir zu und ich lache leise.

„Nein." Die beiden gehen an mir vorbei zu Mikael, der plötzlich aufgetaucht ist und den beiden die Jacken abnimmt. Ich verkneife mir ein entzücktes Quietschen, als ich Aiden im Licht unserer Flurlampe sehe. Er sieht süß aus.

Kerstin und Paul reichen mir einen Topf und eine riesige Auflaufform.

„Tiramisu", sagt Kerstin.

„Zum Nachtisch", beendet Paul für sie.

Die beiden sehen sich an wie zwei frisch verliebte Teenager und kichern. Ich grinse. Für einen Abend werden wir ignorieren, dass über Pauls Kopf ein Messer schwebt, drohend jeden Moment hinab zu fallen.

„Sehr schön. Meine Mum liebt Tiramisu."

„Und Truthahn", fügt Aiden hinzu und gibt meinem Bruder, der ihn angrinst, den Topf, den er getragen hat. Ich starre nach draußen, sobald alle Jacken aufgehängt sind.

„Khan hat gerne seinen ganz persönlichen Auftritt, was?", frage ich Kerstin, die neben mich tritt. Paul und Aiden verschwinden nach drinnen. Ich höre Mikael die beiden meinen Großeltern und auch meinen Eltern vorstellen. Lustig, wenn man bedenkt, dass er selbst sie bis eben auch nicht kannte.

„Wundert mich, dass du erst jetzt drauf kommt", sagt Kerstin. Ich seufze und werfe einen Blick auf die Uhr neben der Gaderobe. Fünf Minuten vor Sechs. Ich wünschte, er würde zumindest heute eine Ausnahme machen. Grandma wird ihn aufspießen, wenn er auch nur eine Sekunde-

Scheinwerfer erleuchten die ansonsten dunkle Einfahrt. Kerstin legt mir eine Hand auf die Schulter.

„Vertrauen, Stew. Vertrauen." Sie lächelt.

„Tu ihm nicht weh", murmelt sie noch, ehe sie mich allein lässt. Und ich bleibe kurz wie angewurzelt stehen und bin mir sicher, dass sie damit mehr als nur den jetzigen Moment meint.

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