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Neununddreißig

Es gongt zur nächsten Stunde. Ich laufe so lange durch die Gänge bis ich weiß, dass ich sowohl meine beste Freundin als auch meinen vermutlich besten Freund abgeschüttelt habe. Irgendwann finde ich mich hinter unserer Turnhalle wieder; draußen, in der frischen Herbstkälte. Ich trage nur meinen Pullover, die Jacke steckt in meinem Spind.

Mit geschlossenen Augen lasse ich mich an der Hinterseite der Turnhalle an der Tür hinab gleiten. Dann sitze ich mit verschränkten Armen da und stoße kalte Luft aus. Mein ganzer Körper beginnt zu zittern. Sowohl wegen der Kälte als auch um der Aufregung willen.

Vielleicht passt du dann auch in Cinderellas Kostüm.

Natürlich passe ich in dieses Kostüm. Ich bin dünner als Anne. Das war ich schon immer. Wir tragen zwar trotzdem dieselbe Größe, aber in das Kostüm passe ich allemal. Verdammt, ich hasse es, hasse es so verdammt stark, dass mich diese einfachen Worte so aus dem Konzept bringen. Ein paar Tränen verlassen meine Wangen.

Es scheint mir, als würde auf alles gute in meinem Leben etwas schlechtes folgen. Dieser Tag hätte toll werden können. Wir hätten feiern können, dass wir die Rolle unserer Träume bekommen haben. Aber nein. Stattdessen sitze ich jetzt im Dreck und heule.

Mir entfährt ein Schluchzen. Ich verstehe nicht mal, wieso ich weine. Ihre Worte dürfen mir nichts anhaben. Ich kenne doch die Wahrheit. Ich kenne die Dinge, die ich Tag ein, Tag aus tue. Ich kenne die Dinge, die ich nicht tue. Ich kenne mich selbst besser als Anne es je tun wird oder getan hat. Oder?

Eilig presse ich mir die Hände auf die Augen. Das darf nicht wahr sein. Ich habe mir geschworen, nie wieder hinter einer Turnhalle zu sitzen und zu flennen. Das habe ich damals viel zu oft getan. Viel zu oft.

Um mich abzulenken hole ich mein Handy aus meiner Hosentasche. Mariah:

Stew??? Wir machen uns Sorgen!!!

Ich lese die Nachricht, ohne zu antworten. Später wird sie feststellen, dass es mir gut geht. Dass ich wirklich einfach nur eine Auszeit gebraucht habe. So wie sie es immer tut. Und immer getan hat. Sie wird keine Fragen stellen, weil ich ihre Fragen noch nie beantwortet habe. Es ist eine stumme Vereinbarung zwischen uns. Wir kommen auf einander zu und bedrängen uns nicht. Deswegen nenne ich sie schließlich meine beste Freundin.

Mit Khan ist das etwas anderes. Vier Nachrichten. Zwei entgangene Anrufe. Er ist sogar online.

Blondie.

Was Anne gesagt hat, stimmt nicht.

Mach dich nicht fertig.

Bitte.

Ich fange nur noch heftiger an zu weinen, werfe das Handy weg. Er darf nicht wissen, wie nah mir ihre Worte gehen. Er darf nicht wissen, wie kaputt ich bin. Bitte! Mein Schluchzen erfüllt die Sportplätze, die um diese Uhrzeit leer daliegen. Eine Weile sitze ich schluchzend da. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, kann sich aber nur um zehn Minuten handeln.

Irgendwann vibriert mein Handy. Ich hebe es auf, entdecke einen neuen Kratzer und identifiziere den Anrufer.

Mikael. Ich räuspere mich, ehe ich den Anruf annehme. Er darf keinen Verdacht schöpfen. Himmel, niemand darf von diesem Zusammenbruch erfahren, sonst lande ich schneller wieder in diesem babyblauen Zimmer in Miss Nadines Therapiezentrum als ich ihren Namen aussprechen kann.

„Mikael?", frage ich, um eine normale Stimme betont, scheitere kläglich. Es gelang mir noch nie, nach dem Weinen einen klaren Kopf oder eine klare Stimme zu bewahren.

„Ach Stew." Sein Seufzen ist Antwort genug.

„Sie haben dich angerufen, weil ich nicht zum Unterricht erschienen bin", schlussfolgere ich. Ich fahre mir über das Gesicht. Eiskalt. Würde mich nicht wundern, wenn die Tränen zu Eis gefrieren würden.

„Ja. Mariah hat mich vorher schon angerufen gehabt. Ich habe dich gedeckt." Ich schniefe unauffällig. Danke, Mariah. Gleichzeitig bin ich wütend, weil er jetzt weiß, dass etwas mit mir nicht stimmt, und erleichtert, dass er mich nicht als Schwänzerin geoutet hat. Das sähe auf meinem Zeugnis bestimmt nicht schön aus.

„Ich habe von Annes Kommentar gehört."

„Hat sie dir unsere Auseinandersetzung Wort genau wiedergegeben?" Ich schnaube. Er geht nicht darauf ein.

„Du weißt, dass sie nicht recht hat."

„Mann, Mikael", sage ich. Ich lasse die Maske fallen, die ich errichtet hab. Er weiß ohnehin, dass ich gerade geweint habe.

„Sag es, Stew. Ich will, dass du es laut und deutlich sagst."

„Sie lag falsch." Nicht laut, aber deutlich.

„Nochmal", fordert er.

„Sie lag falsch." Ich hole rasselnd Luft.

„Verdammt."

„Language." Ich bin gewillt einfach aufzulegen.

„Du bist nicht Miss Nadine", knurre ich.

„Nein, das bin ich nicht. Aber ich habe gesunden Menschenverstand. Und ich weiß, wann ich meiner Schwester helfen muss. Von mir aus kannst du heim kommen. Ich mache dir eine heiße Schokolade und hole die Disney-Filme raus. Aber quäl dich nicht. Ich möchte nicht..." Ein Stocken. Als er weiter redet, klingt seine Stimme erstickt.

„Ich kann das nicht noch einmal." Ich schlucke heftig. Mir ist klar, was er meint.

„Das wird nicht noch einmal passieren", verspreche ich ihm, auch wenn ich mir nicht sicher bin. Ich habe nämlich Angst, dass es noch einmal passiert.

„Vielleicht sollte ich genau deswegen wieder da rein gehen", spreche ich meinen nächsten Gedanken laut aus.

„Stew." Sorge. So viel Sorge. Seufzend krame ich in meiner Hosentasche nach einem Taschentuch, um zumindest das schlimmste wegzuwischen. Ich muss mich auf jeden Fall nach schminken.

„Du weißt, wie ich dazu stehe. Wenn es dir mental scheiße geht, dann ist das, als würde es dir physisch scheiße gehen."

„Language." Ich stehe auf und lehne mich dann wieder an die Wand. Kurz wird mir schwarz vor Augen. Vielleicht sollte ich mir eine Banane kaufen? Eine Banane wird mich wohl kaum umbringen.

„Ach scheiß doch auf Language", stößt er hervor.

Dann sanfter: „Du musst da nicht wieder hin. Ich will nicht, dass du..." Stille.

„Ich werde nicht noch mal zusammenbrechen", krächze ich. Mein Hals ist staubtrocken. Aber ich muss das jetzt tun. Wenn ich nicht wieder auftauche, stellen die Leute Fragen. Dann zweifeln sie mich und meine Gesundheit an. Oder sie erfinden Gerüchte.

„Ich muss das tun." Unauffällig blicke ich um die Turnhalle herum. Kein Lehrer in Sicht, niemand wird merken, dass ich unerlaubt durch das Schulgebäude wandere.

„Danke", sage ich und meine es auch. Obwohl meine Augen immer noch tränen, Mikaels Worte haben mich zumindest teilweise zurück in die Realität gebracht.

„Ich kann dich später abholen", schlägt er vor. Achselzuckend verlasse ich meinen sicheren Posten und betrete das Schulgebäude wieder. Dann laufe ich schnurstracks zur Toilette und bin froh, niemandem über den Weg zu laufen.

„Danke", wiederhole ich. Und damit lege ich auf.

Den Rest dieser Stunde verbringe ich damit, mein Make-Up aufzufrischen und mich von meinem Zusammenbruch zu erholen. Als ich die Toilette verlasse, sehe ich aus, als wäre nichts geschehen. Niemand wird ahnen, dass ich mich vor einer Stunde vor Kummer und Schmerz auf dem Boden hinter der Turnhalle gewälzt und geheult habe. Ich zwinge mich dazu weder Khan noch Mariah aus dem Weg zu gehen und als ich ihnen das nächste Mal begegne, reagieren beide ähnlich.

Mariah fragt mich, ob es mir gut geht und wo ich war.

Khan will wissen, ob er mich heim fahren soll.

Und ich laufe Gefahr erneut zu flennen.

Der Rest des Tages verläuft tatsächlich ereignislos, ich begegne auch Darren und Anne nicht mehr. Die beiden haben sich anscheinend in Luft aufgelöst und ich bin ehrlich erleichtert. Während ich genau weiß, welche Gefühle Anne in mir auslösen würde, klafft über Darrens Person jedes Mal ein riesiges Fragezeichen, sobald ich ihm begegne.

Mikael holt mich von der Schule ab, fährt mit mir an einem Cafe vorbei und bestellt mir einen Muffin, den ich vor seinen Augen verdrücken muss. Auch wenn mein Blick dabei wieder etwas neblig wird und mein Herz heftig schlägt, befolge ich diese Anweisung. Er hat heute schon viel für mich getan. Da werde ich diese eine Sache für ihn tun können. Glaube ich.


// Hab jetzt alle kapitel bis zum "zweiten Part" mal hochgeladen, versuche die auch täglich zu posten oder so, weil ich das ja bis beginn der wattys gemacht haben muss - ist jetzt die frage, ob ich den zweiten part extra hochlade? in einem zweiten buch, dass sich quasi genauso nennt aber eben die Fortsetzung ist? keine sorge, das läuft dann nicht wie bei isa, weil es zumindest den anfang davon schon gibt... :) könnt ja mal sagen, was ihr davon hieltet, dieser teil hätte dann noch gut 17 Kapitelchen? xxx


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