Fünfundvierzig
Am nächsten Morgen warte ich daher vor dem Klassenraum auf Khan, um ihm genau das zu sagen. Er kommt so spät, gleichzeitig mit dem Klingeln, dass mir allerdings keine Gelegenheit bleibt, mit ihm zu reden. Fast schon hätte ich vergessen, wie oft er anfangs zu spät zum Unterricht kam.
„Miss Dexter, Mr. Mayfield. Würden sie uns mit ihrer Anwesenheit beglücken?"
Jedes Mal dasselbe. Ich dackle hinter ihm her in den Raum und fange im Vorbeigehen seinen fragenden Blick auf.
„Eigentlich wollte ich mit dir reden", sage ich, als wir uns auf unsere Plätze setzen.
„Das lief ja sehr gut, Blondie." Er sieht mir nicht in die Augen und folgt zum ersten Mal seit ich ihn kenne tatsächlich dem Unterricht. Während der gesamten 45 Minuten beiße ich mir in die Innenseite meiner Wange und schmecke das Blut. Seine Stimme trägt einen Unterton, der an ihm ungewohnt ist. Nach dem Unterricht rennt er förmlich weg, sodass ich erneut nicht mit ihm reden kann. Genauso läuft das später in Biologie. Absichtlich? Bestimmt.
Mariah legt mir einen Arm um die Schulter, während wir in die Cafeteria laufen. Auch hier keine Spur von Khan. Die dunklen Ringe unter den Augen meiner Freundin sind etwas abgeklungen und ihre Haare stecken zum ersten Mal seit Wochen nicht in einem lockeren Dutt auf ihrem Kopf. Hat sie mit ihrem Dad geredet?
„Alles gut im Paradies?", will sie wissen, ehe ich den Mund aufmachen kann. Ich stöhne.
„Erstens-", setze ich an, aber sie unterbricht mich.
„Schon klar, du bist nicht in ihn verknallt." Augen verdrehend stoße ich ihr meinen Ellenbogen in die Seite. Es macht keinen Sinn, sie davon überzeugen zu wollen. Sie würde es mir sowieso nicht abnehmen, viel zu versessen ist sie darauf, dass es wirklich zwischen Khan und mir funkt.
„Zweitens; ja. Er geht mir aus dem Weg." Sie runzelt die Stirn, dann leuchtet ihr Gesicht auf.
„Habt ihr nicht nachher Probe?" Ich nicke.
„Na, da kann er dir ja wohl kaum aus dem Weg gehen." Stimmt. Trotzdem zucke ich mit den Achseln. Wir werden gar nicht genug Zeit haben, etwas anderes zu sagen als unseren Text. Die Probe am Montag war bloß ein Vorgeschmack auf das, was uns bevorsteht. Mrs. Bonnefelder rauscht gerne durch Proben wie ein Passagier, der unbedingt seinen Zug noch erreichen will.
Wir haben eine Ewigkeit damit verbracht, die erste Szene immer und immer wieder durchzugehen. Solange bis doch wirklich ein Co-Darsteller einschlief und sich damit eine Standpauke unserer Lehrerin einfing.
„Soll ich Mrs. B eigentlich fragen, ob du wieder die Kostüme machen darfst?", frage ich Mariah, einerseits um einen Themawechsel bemüht, andererseits weil ich Mariah für talentiert halte. Wenn jemand mein Cinderellakleid entwerfen sollte, dann sie.
„Machen die Kostüme nicht die Leute von Bühnen-AG?" Sie sieht weg, aber ich habe den Funken in ihren Augen dennoch gesehen.
„Das hat dich auch nicht davon abgehalten, Desirees Kleid zu schneidern", wende ich ein. Wir beschließen, dass es einen Versuch wert ist und bis die Mittagspause vorbei ist, habe ich meinen Salat aufgegessen, Mariah zu ihrem Vater ausgequetscht – sie haben sich übrigens ausgesprochen – und nur fünf Mal an Khan gedacht. Die nächsten Stunden ziehen sich quälend in die Länge und als es endlich zur letzten Stunde klingelt; Drama-AG; springe ich von meinem Sitz auf und renne förmlich zum Raum. Ich bin so früh dran, dass außer mir nur Mrs. Bonnefelder hier ist und vorne an der Bühne etwas in ihr Notizbuch einträgt. Erinnert mich irgendwie an Miss Nadine.
Ich ergreife die Gelegenheit beim Schopf.
„Mrs. Bonnefelder?", rufe ich aus der Entfernung. Sie dreht den Kopf nicht in meine Richtung, als sie mit einem gedämpften „Ja?" antwortet. Offenbar kein bisschen überrascht.
„Ich hatte mich gefragt, ob meine Freundin wieder die Kostüme entwerfen darf", sage ich, nun unmittelbar neben ihr. Sie legt den Stift beiseite und sieht mich doch genauer an. Ich schenke ihr ein süßes Lächeln, weil ich hoffe sie damit überzeugen zu können.
„Das macht die Bühnen-AG, Stew."
„Ich weiß. Aber damals bei Desiree wurde auch eine Ausnahme gemacht. Und sie müssen zugeben, dass Mariah ein echtes Händchen dafür hat." Ein Stirnrunzeln. Stille. Ich sehe förmlich, wie sie nachdenkt.
„Ich werde es mir überlegen", meint sie und widmet sich dann wieder ihrem Notizblock. Ich grinse.
„Danke!"
„Das war noch kein Ja."
„Trotzdem danke!" Ich mag Mrs. Bonnefelder. Wir wissen beide, dass es auf ein Ja hinaus laufen wird. Ehe ich mich zum dritten Mal bedanken kann, öffnen sich die Türe und der Rest der Gruppe kommt in den Raum geflossen. Unter ihnen Khan. Und Darren. Plus Anne. Huch. Dann habe ich die beiden vorhin wohl übersehen. Das Grinsen ist wie weggewischt, als sich Darrens und mein Blick kreuzen. Er hebt beide Augenbrauen, lächelt leicht. Ich beiße mir auf die Unterlippe.
Er gibt mir die Schuld.
Wäre ich Freitagabend nüchtern gewesen, dann hätte ich ihm vermutlich eine geknallt und gefragt, wie er auf die verrückte Idee kommt, ich sei der Grund für seinen Betrug gewesen. Stattdessen hatte ich mehrere Bier intus und glaubte ihm jedes einzelne Wort. Auch jetzt noch gibt es diesen winzigen Teil in meinem Hinterkopf, der ihm insgeheim recht gibt. Aber den Teufel tue ich und lasse zu, dass er mich beeinflusst.
Daher reagiere ich nicht auf sein Lächeln, eile auf Khan zu, der sich in eine der letzten Reihen fallen lässt und die Frechheit besitzt, seine Tasche neben sich zu stellen.
„Wir müssen uns unterhalten", sage ich mit einer Härte in der Stimme, von der ich nicht wusste, dass ich sie habe.
„Wir haben Probe, Blondie."
„Egal wie oft du mich im Moment Blondie nennst, es wird nichts an unserer Situation ändern", raune ich, bevor ich seine Tasche vom Stuhl nehme und mich neben ihn setze. Sein Adamsapfel bewegt sich auf und ab. Er blickt mich nicht an, hält den Blick stur geradeaus gerichtet. Doch ich weiß genau, dass er jede meiner Bewegungen mitbekommt.
„Ich weiß, dass du angepisst bist. Und ich weiß, dass ich der Grund dafür bin. Also müssen wir uns unterhalten, Charming." Ich komme mir vor wie in einem schlechten Film. Zwischen uns lief alles prima. Er hat sich doch auch vorher nicht darüber beschwert, dass ich bei manchen Themen zumache. Hätte das nicht alles so bleiben können? Sein Kopf zuckt herum. Sein Mund ist wenige Zentimeter von meinem entfernt. Ich reiße die Augen auf, halte inne.
„Egal wie oft du mich Charming nennst, wir haben immer noch Probe", gibt er ruhig zurück. Als ich den Blick von seinem Mund nehme, stelle ich fest, dass auch seiner nicht in meinen Augen liegt. Verdammt. Ich räuspere mich.
„Die können sich bestimmt kurz gedulden", nuschle ich, ohne recht zu wissen, was ich da von mir gebe. Mein Herz schlägt schneller. Khan schließt die Augen, bewegt sich allerdings nicht von der Stelle. Er atmet tief durch. Mehrere Sekunden verstreichen, die ich es nicht wage, einen Mucks von mir zu geben. Stattdessen sehe ich ihn nur an.
Wie er wohl mit langen Haaren aussehen würde. Woher kommt die Schramme über seinem rechten Auge, die beinahe unsichtbar ist? Die Ringe unter seinen Augen? Seinen wunderschönen blauen Augen, die- Blau? Ich sehe seine Augen. Sie sind offen. Auf mich gerichtet. Er hat mich soeben beim Starren erwischt. Ich werde tief rot und schaue weg.
Sein leises Lachen jagt mir einen Schauer über den Rücken und erinnert mich um ein weiteres Mal daran, dass uns eine Unterhaltung unmittelbar bevor steht. Am besten sofort. Wenigstens habe ich ihn dazu gebracht wieder zu lachen und nicht länger diesen mürrischen Gesichtausdruck zur Schau zu stellen.
„Khan", seufze ich und überspiele die Röte auf meinen Wangen, indem ich meine Haare nach vorne fallen lasse. Mrs. Bonnefelder erklärt dem Kurs währenddessen, was sie heute mit uns vorhat.
„Süß, wie du rot wirst", flüstert er, sein Mund jetzt ganz nah an meinem Ohr. Das macht er doch extra. Ich zeige keine Reaktion, obwohl sich in mir alles zusammen krampft. Seine Finger nehmen eine Strähne meiner Haare hoch, legen sie über meine Schulter, sodass mein erhitztes Gesicht zum Vorschein kommt. Ich schlucke, tue so, als würde ich gespannt Mrs. Bonnefelders Worten lauschen.
„Musst du aber nicht, schließlich bin ich bloß ein großer Bruder für dich." Bitterkeit. Hat er mich wirklich falsch verstanden? Und selbst wenn, fände er diesen Gedanken genauso seltsam, gar abstoßend, wie ich?
„So... So habe ich das nicht gesagt", murmle ich. Er wickelt sich wie von selbst eine weitere Haarsträhne um den Finger. Auf meinen Armen, die gut unter einem dicken Pullover versteckt sind, bildet sich eine Gänsehaut.
„Du bist kein Bruder für mich", füge ich so leise hinzu, dass ich hoffe, er habe es überhört. Seine Hand erstarrt. Also doch nicht. Meine Hand zittert, als ich ihm die Haarsträhne wegnehme. Seine eigene ist eiskalt. Eiskalt. Ganz anders als der Blick, der plötzlich in seinen Augen liegt. Warm. Die Pupillen sind riesig. Das Blau droht erneut mich zu ertränken.
„Stew", krächzt er, dann scheint ihm aufzufallen, dass ihm seine Stimme eben beinahe flöten gegangen ist und er räuspert sich.
„Ich...", setzt er an, wird allerdings von Mrs. Bonnefelder unterbrochen.
„Miss Dexter, Mr. Mayfield. Wenn sie dann bitte aufpassen würden. Khan, dich hätte ich gerne auf der Bühne. Vor fünf Minuten am besten." Ihr Blick spricht Bände und doch habe ich das Gefühl, dass sie mir genau in die Seele sieht, als Khan aufsteht und an mir vorbei nach vorne stolpert. Wortwörtlich stolpern. Anscheinend bin ich nicht die einzige, die durch dieses kleine Gespräch total aus dem Konzept gebracht wurde. Meine Hände zittern, als ich mich tiefer in den Sitz sinken lasse. Mrs. Bonnefelders Augen lächeln mich buchstäblich an.
Sie spielen eine Szene relativ in der Mitte, die Szene, in der der Prinz den Ball verkündet. Khan spielt gut, aber er wirkt etwas abgelenkt.
Was tue ich bloß? Das war nicht geplant. Ich wollte mit ihm reden. Doch nicht... das hier. Das war alles andere als reden. Seine Berührung liegt mir in den Knochen. Ich erröte und bin froh, dass Mrs. Bonnefelder uns anderen noch keine Aufgabe erteilt hat. Was sie ausgerechnet in diesem Moment natürlich tut.
„Der Rest sucht sich einen Partner und geht mit ihm eine willkürliche Szene durch. Wir wechseln dann durch." Ich schnappe mir den erstbesten Mitschüler, den ich zu fassen bekomme und gehe abwesend meinen Text durch, höre gar nicht richtig zu, so sehr bin ich mit meinen Gedanken beschäftigt.
Mariah würde jetzt etwas sagen wie: „Das war ja mal sowas von heiß!"
Ich würde den Kopf schütteln, ihr einen spielerischen Stoß in die Seite geben und widersprechen. Der Punkt ist nur, dass ich nicht wüsste, wie ich diesmal widersprechen würde. Denn sie hätte recht. Das war heiß. Viel zu heiß. Es darf nicht heiß gewesen sein, oder?
Als wir die Szene zum ungefähr fünften Mal durchgegangen bin, entschuldige ich mich bei meinem Partner mit der Toiletten-Ausrede. Kaltes Wasser ist genau das, was ich jetzt brauche. Ich renne förmlich durch die leeren Schulgänge. Doch auch das kalte Wasser des Toilettenwaschbeckens verhilft mir zu keinem klaren Gedanken. Mache ich einen Fehler, wenn ich mich so schnell auf das einlasse, was da zwischen Khan und mir ist, wo ich doch vor wenigen Wochen noch von Darren betrogen wurde? Vielleicht sollte ich ihm doch aus dem Weg gehen. Ich will nicht... Ein genervtes Stöhnen verlässt meinen Mund.
Kein Tag vergeht, an dem ich nicht eine Sache zehntausend Mal überdenke. Es macht mich wahnsinnig. Ich lehne mich über das Waschbecken bis ich dem Spiegel darüber so nah bin wie ich Khans Gesicht noch vor einer halben Stunde war. Ich konnte nicht wegschauen. Er konnte nicht wegschauen. Warum konnte er nicht wegschauen? Mein Gesicht ist durchschnittlich, das Makeup verdeckt die Krater, die Muttermale, ja sogar meine Sommersprossen. Meine Augen sind dunkel, rotgerändert, weit aufgerissen wie ein verschrecktes Reh – auch wenn das ganze eine Weile her ist – und die Augenringe scheinen sogar durch den Concealer.
Ich beiße mir auf die Lippe, damit sie etwas an Farbe gewinnen. Durchschnittlich. Meine Nase ist krumm. Ein bisschen. Eilig entferne ich mich weiter vom Spiegel. Der purpurne Pullover ertränkt mich beinahe, aber genau so fühle ich mich wohl. Zum ersten Mal seit Wochen ist mir überhaupt nicht kalt. Ich ziehe meine Jeans hoch, ziehe den Gürtel in seine Position, die er meistens wieder verlässt. Dann atme ich tief durch und verlasse den Toilettenraum, so schlau wie zuvor.
Ich habe furchtbare Angst, dass ich einen Fehler mache. Besagter Auslöser für diese Angst steht mir auf einmal gegenüber. Khan lehnt an der Fensterfront gegenüber der Toiletten. Er hat die Arme vor der Brust verschränkt, was sie nicht minder muskulös aussehen lässt in diesem einfachen schwarzen Shirt mit einer mir unbekannten Aufschrift vorne drauf. Ich schlucke und wende den Kopf ab, gehe an ihm vorbei. Mein Körper vibriert förmlich, als er nach meinem Handgelenk greift.
„Solltest du nicht auf der Bühne stehen?", frage ich, sehe weg.
„Szenenwechsel."
„Hat sie mich aufgerufen?" Ich werde panisch. Er zieht mich zurück, ehe ich davon eilen kann.
„Keine Szene mit dir."
„Ich bin in fast jeder Szene", halte ich dagegen. Meine Hand in seiner zittert.
„Du wolltest dich unterhalten, Blondie." Das war, bevor wir uns dort drinnen beinahe die Kleider vom Leib gerissen hätten. Jetzt will ich alles, nur nicht mit ihm reden.
„Komisch, ich erinnere mich nicht mehr daran, was ich mit dir bereden wollte", gebe ich kleinlaut zu, blicke unauffällig auf seine Hand, die immer noch mein Handgelenk umklammert hält.
„Ich glaube sehr wohl, dass du das weißt", behauptet er.
„Nein...", beharre ich und will mich losmachen.
„Verdammt, Stew!" Verzweiflung und Belustigung fechten einen Krieg in seiner Stimme aus.
„Khan?" Letzten Endes gewinnt wohl die Belustigung. Er lacht leise. Die Röte steigt mir in die Wangen.
„Dann lach mich eben aus. Wir brauchen uns nicht zu unterhalten."
„Jetzt willst du dich unterhalten?"
„Wolltest du das nicht eben?", frage ich scheinheilig, sehe hinter ihm aus der Fensterfront.
„Warum muss das alles so kompliziert sein?", fragt er zurück. Warum muss ich so kompliziert sein, will er vermutlich damit sagen.
„Weil...", ich komme nicht dazu zu antworten.
„Verflucht sei dieses kompliziert." Da presst Khan auch schon seine Lippen auf meine. Mein Körper, mein Herz, meine Triebe – ich – übernimmt von selbst, lässt mich nicht lange nachdenken. Endlich einmal überdenke ich nicht, was ich da tue.
Ich lege die Arme um seinen Hals und ziehe ihn näher an mich. Seine Lippen schmecken nach Zimt, vielleicht auch nach Minze. Mir wird warm, als er eine Hand an meine Hüfte legt, mit der anderen über meinen Rücken streicht. Meine Hüfte prickelt. In mir krampft sich etwas zusammen.
Als sich unsere Zungen berühren, unterdrücke ich nur mit Mühe einen zufriedenen Seufzer. Vielleicht ist das genau das, was passieren sollte. Khan, ich, unsere Lippen, mitten im Schulflur.
Er presst mich enger an sich und dabei stolpere ich ein Stück zurück. Irgendwann stehen wir an der Wand direkt neben den Toilettentüren. Wir küssen uns eine Ewigkeit, als hätten wir noch nie etwas anderes getan. Als täten wir es jeden Tag. Als wäre es das einzige, das im Augenblick zählt.
Zum ersten Mal in meinem Leben lasse ich mich ganz auf das ein, was im Hier und Jetzt passiert. Ich denke nicht über das nach, was um uns herum passiert.
Das tue ich erst, als sich die Männertoilette öffnet. Jemand stößt einen überraschten Laut aus, lacht dann.
„Ihr seid so ziemlich die letzten, die ich hier draußen erwartet habe. Den Geräuschen nach zu urteilen hätte ich ganz andere Leute vor Augen gehabt." Schwer atmend lösen wir uns von einander. Dort steht Ashton, einen Typen im Schlepptau, den ich noch nie zuvor an seiner Seite gesehen habe. Khans Hände liegen weiterhin auf meiner Hüfte, als ich meine langsam von seinem Nacken nehme. Was tun wir hier? Oh mein Gott. Wir stehen mitten im Gang und knutschen herum. Khan hat mich geküsst! Und ich habe ihn zurück geküsst.
Verwirrt und gleichzeitig verängstigt sowie äußerst erregt, gehe ich ein paar Schritte zur Seite. Khan beobachtet mich dabei. Ashton lacht noch lauter.
„Wir lassen euch lieber alleine." Er raunt seinem Kumpel etwas zu, woraufhin dieser kichert.
„Man sieht sich in Kunst, Alter", Ash klopft Khan anerkennend auf die Schulter. Doch dieser hat nur Augen für mich. Ich widerstehe dem Drang, mir an die Lippen zu fassen. Dieser Kuss war... unglaublich.
Sobald die beiden um die nächste Ecke verschwunden sind, drehe ich mich um und laufe zur Fensterfront. Mein Herz droht, mir aus der Brust zu springen. Ich stütze mich auf das Fensterbrett, bereit hinaus zu springen, sollte ich eine Abkühlung gebrauchen.
„Stew?" Ich reagiere nicht. Dieser Kuss... unauffällig presse ich die Stirn ans Fenster. Es kühlt mein erhitztes Gesicht.
„Es tut mir leid." Er entschuldigt sich? Warum entschuldigt er sich?
„Schätze, mein Schwanz ist mit mir durchgegangen." Moment... was? Khan ist so ziemlich der einzige, der sowas sagen kann, ohne dabei blöd dazustehen. Das ist einfach seine Persönlichkeit. Ich schließe die Augen. Irgendwann spüre ich, dass er hinter mir steht.
„Blondie? Wir können einfach so tun, als wäre das nie passiert. Wir können einfach deine Unterhaltung führen oder wir gehen zurück in den Unterricht. Vielleicht ist das das beste, du musst bestimmt bald auf die Bühne. Oder wir schwänzen einfach den Rest. Mir egal. Blondie?" Und dann tue ich etwas, das so gar nicht meiner Persönlichkeit entspricht. Ich drehe mich zu ihm um und werfe mich ihm praktisch an den Hals.
Erneut treffen sich unsere Lippen mit dem winzig kleinen Unterschied, dass diesmal ich unseren Kuss initiiert habe. Und er bereitwillig darauf eingeht.
Und wieder fühlt es sich einfach unglaublich an. Wie ein Feuerwerk, dass zwischen unseren Mündern entsteht. Funken, überall Funken. Schlagartig fühle ich mich wieder wie im Film. Wenn das einsame Mädchen den heißen Typen bekommt. Nur besser.
Diesmal liegen meine Hände auf seiner Brust, seine an meiner Wange und in meinem Nacken. Eines muss ich Khan lassen. Er kann verdammt gut küssen. Gegen Ende sitze ich auf der Fensterbank, er steht zwischen meinen Beinen. Wir küssen uns für eine ganze Weile, ehe ich mich von ihm löse.
„Tut mir leid", sage ich, beiße mir auf die Lippe, um das Grinsen zu unterdrücken, das sich fett auf meinem Gesicht ausbreiten möchte.
„Schätze, hätte ich einen Schwanz, dann würde ich behaupten, der wäre mit mir durchgegangen."
♡♡♡
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