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Elf

Am Mittwochabend stehe ich pünktlich vor der Tür zu Khans Zuhause. Ich brauche gar nicht zu klingeln, denn Kerstin öffnet mir die Tür, sobald ich durch das Milchglas zu sehen bin. Genau wie Freitag.

„Hallo, Stew." Heute trägt sie normale Kleidung. Muss sie etwa gar nicht arbeiten?

Sogar ziemlich schicke normale Kleidung. Ein cremefarbener Blazer über einer geblümten Bluse, kombiniert mit einer verwaschenen Jeans. Wenn ich von etwas Ahnung habe, dann von Mode – sie hat Geschmack. Sie winkt mich hinein. Bevor ich etwas erwidern kann, ist auch schon ein kleiner Schatten an Kerstin vorbei gesaust.

„Aiden, hi", grinse ich. Diesmal ist sein Mund nicht mit Nutella beschmiert. Er sieht Khan so unglaublich ähnlich, dass mir kurz das Herz stehen bleibt – obwohl einem Fremden das vermutlich nicht als erstes auffällt. Aiden strahlt mich an und will mich schon an der Hand zu sich ins Wohnzimmer ziehen, da ertönt Kerstins belustigte Stimme hinter uns.

„Schön, dass du dich so freust, Stew zu sehen. Allerdings muss ich noch ein paar Dinge mit ihr besprechen."

Aiden nickt, seine Wangen färben sich leicht rot, dann geht er mit den Worten: „Wir sehen uns gleich", schon mal vor. Süß.

„Wir sind spätestens um Mitternacht wieder zurück. Falls Khan bis dahin nicht wieder hier sein sollte..." Einen Moment runzelt sie die Stirn. Scheint ihr komisch vorzukommen, ihr Sohn könnte sich ihr widersetzen.

„Dann mache ich ihm morgen die Hölle heiß", beendet eine Männerstimme ihren Satz, der Sarkasmus unüberhörbar. Eine Männerstimme mit irischen Akzent, die mir leicht bekannt vorkommt. Ich stutze und starre die Treppe zu meiner Linken hinauf. Dort steht, gesund und munter und im teuren Anzug mit glänzender Krawatte, der Mann von der Bushaltestelle. Der Mann, dem ich mein Kleingeld gab. Der Herzinfarkt-gefährdete Mann. Meine Augen werden groß.

Er kommt die restlichen Treppenstufen nach unten und mustert mich dann kurz. Erinnert er sich? Scheinbar nicht. Ich hingegen kriege für einen Augenblick keine Luft. Kriege selbst einen Herzinfarkt.

Er lebt. Es geht ihm gut. Habe ich ihm damals das Leben gerettet? Oder bin ich naiv gewesen, ihm zu vertrauen? Mein Magen schlägt einen Salto und krampft sich dann zusammen. Er sieht absolut gesund aus, ganz anders als das verzweifelt Etwas von vor einem Jahr. Und selbst wenn er sich an mich erinnert, so lässt er es sich nicht anmerken.

„Du musst Stew sein – ich darf dich doch duzen?" Er streckt mir eine Hand hin und ich schüttle sie blinzelnd. Nein, er muss mich damals sofort aus seinem Gedächtnis gewischt haben. Ich hingegen hatte das vergangene Jahr beinahe jeden Tag sein Gesicht in meinem Kopf. Unsere Begegnung ist nicht ganz folgenlos an mir vorbei gegangen.

Unauffällig halte ich Ausschau nach Anzeichen für einen weiteren Herzinfarkt, was selbstverständlich total überflüssig ist, immerhin wird er nicht mit einem Schild herum laufen, auf dem Herzinfarkt steht.

„Natürlich, freut mich sie kennenzulernen", sage ich und setze ein Lächeln auf. Herzinfarkt hin oder her, er ist so gesehen mein Geldgeber... Oder der Mann meiner Geldgeberin. Seine Hand ist fest und eiskalt. Ich räuspere mich, versuche neue klare Gedanken zu fassen.

„Mein Name ist Paul. Aiden scheint sehr begeistert von dir zu sein." Ich lächle und diesmal ist es echter. Ich bin auch sehr begeistert von Aiden.

„Nicht nur Aiden", sagt Kerstin in dieser Sekunde und durchbricht das seltsame Wiedersehen, das für ihn anscheinend gar kein Wiedersehen ist. Ich schlucke, ihre Worte dringen erst viel zu spät zu mir durch. Damit kriecht auch die Röte viel zu spät in meine Wangen und lässt mich wie den letzten Deppen dastehen.

„Wie schon beim letzten Mal, mach es dir gemütlich, nutze den Kühlschrank – fühl dich wie zuhause", meint sie. Bei diesen Worten zucke ich leicht zusammen, doch sie merkt es gar nicht. Ihr Blick liegt auf ihrem Mann. Ich unterdrücke ein Grinsen. Die beiden scheinen schwer verliebt zu sein, so durchdringend, wie er zurück schaut.

„Danke. Diesmal werde ich auch nicht bei Aiden einschlafen", scherze ich. Kerstin lacht. Dann gehen sie und Paul nach draußen. Als ich vor der Tür Scheinwerfer ausmachen kann, seufze ich laut. Dieser Paul ist mir suspekt. Kann er sich wirklich nicht an mich erinnern, oder ist er einfach ein begabter Schauspieler? Was mich viel mehr beschäftigt ist, warum er damals von hier weg wollte – Khan meinte, sie leben erst seit kurzem hier. Hat Paul also vor einem Jahr Khans Großmutter besucht? Hatte er wirklich ein Herzinfarktrisiko? Hat er das immer noch? Fragen über Fragen, aber ich darf mich jetzt nicht aus dem Konzept bringen lassen. Darum kümmere ich mich, sobald ich zuhause bin und Zeit zum Nachdenken habe.

„Stew!" Aidens Stimme holt mich zurück in die Gegenwart.

„Komme schon." Anscheinend hat das Kerlchen eine Vase umgeworfen. Er wirkt ehrlich verängstigt, aber ich schüttle nur den Kopf und weise ihn an, eine Schaufel und Besen zu suchen. Nachdem wir die Überreste vom Boden gekehrt haben, sende ich Kerstin peinlich berührt eine Nachricht, damit sie schon mal Bescheid weiß, was sie erwartet, wenn sie heimkommt. Sie antwortet mit einem kopfschüttelnden Emoji.

Danach ist Aiden überraschend handzahm, fragt auch nicht, ob er länger fernsehen darf und tut, was ich ihm sage. Irgendwann bringe ich ihn ins Bett. Bevor ich sein Zimmer aber verlassen kann, räuspert er sich leise.

„Kann ich dich was fragen, Stew?" Die Tür in der Hand, drehe ich mich zu ihm um. Dann lehne ich mich an den Türrahmen.

„Was möchtest du mich fragen, Aiden?" Ich lasse den Blick durch sein Kinderzimmer schweifen, das ungefähr doppelt so groß ist wie mein eigenes. Die Wände sind blau und haben eine sehr beruhigende Wirkung. Es ist angenehm warm und ich fühle mich viel wohler als ich es vermutlich laut zugeben würde.

„Schenkt dir dein Freund Blumen?" Ich bin so verblüfft, dass ich mich an meiner eigenen Spuke verschlucke. Ich räuspere mich und werde rot. Um seine kindliche Vorstellung nicht zu zerstören, nicke ich.

„Ständig."

Er hebt eine Augenbraue, fragt dann allerdings weiter: „Und wie reagierst du darauf?"

„Ich bedanke mich?"

„Das klang mehr wie eine Frage." Er ist schlau. Viel zu schlau für sein Alter.

„Warum möchtest du wissen, wie ich auf Blumen reagiere, Aiden?"

„Ich habe diesem Mädchen eine Rose geschenkt und sie hat angefangen zu lachen." Wow. Ich öffne und schließe den Mund dann wieder. Was soll ich darauf bloß erwidern?

„Hat sie denn verstanden, warum du ihr eine Blume schenkst?", frage ich vorsichtig. Vielleicht handelt es sich um ein Missverständnis.

„Ich-", er stockt, senkt den Blick, „ich habe ihr gesagt, dass ich sie mag." Noch mal wow. Ich hätte nicht erwartet, dass Aiden in ein Mädchen verknallt ist. Er wirkt auf mich eher... ungebunden. Wenn man das von einem Neunjährigen behaupten kann.

„Und sie hat gelacht?" Grausam. Kaum zu glauben, dass das schon in der dritten Klasse so läuft.

„Dann hat sie die Blume genommen und ist mit ihren Freundinnen abgezogen." Ich lasse die Tür hinter mir los und setze mich zu Aiden aufs Bett.

„Hör zu, verschwende keinen Gedanken mehr an dieses Mädchen. Sie verdient dich gar nicht." Ich schüttle den Kopf.

„Ich weiß." Er spielt mit dem Ende seiner Decke.

„Nein, das tust du nicht." Aiden verdient es nicht, von ihr verletzt zu werden.

„Du brauchst sie nicht. Irgendwann in ein paar Jahren wirst du das Mädchen finden, dass sich über deine Rose freut und dich nicht auslacht. Du wirst wissen, dass sie das Mädchen ist, wenn sie dich anlächelt und dir sagt, dass sie dich auch mag. Dieses Mädchen ist es wert, dass du dir Gedanken um sie machst." Ich sehe ihn eindringlich an.

„Bist du dieses Mädchen für deinen Freund?", will er wissen. Neugierde und etwas anderes stehen in seinen Augen. Jetzt senke ich den Blick. Der Streit mit Darren liegt mir noch in den Knochen. Gestern und heute war er nicht in der Schule – Magendarmgrippe, wie er mir mit einer einzelnen Textnachricht mitteilte. Es kommt nicht selten vor, dass ich mich frage, ob er mich nicht doch nur als Zeitvertreib sieht. Wir sind immerhin seit drei Jahren ein Paar. Aber Verlustangst gehört vermutlich zu einer Beziehung dazu.

„Ich-", ich unterbreche mich selbst, weil alles, was meinen Mund verlassen würde, Bullshit wäre. Also zucke ich bloß mit den Achseln.

„Mach dir darüber keine Gedanken. Konzentriere dich lieber auf die Dinge, die dir wichtig sind. Und schenk am besten anderen Mädchen deine Rosen." Ich höre meinen eigenen Puls in meinen Ohren. Mein Herz schlägt heftig, aber ich weiß gar nicht, wieso. Dieses Gespräch, es kommt mir surreal vor mit einem Neunjährigen über sowas zu reden.

„Vielleicht probiere ich es morgen bei Danielle." Er sieht an mir vorbei und ich pruste los.

„Machst du das immer so? Suchst dir jeden Tag eine andere, der du Honig um den Bart schmieren kannst?" Fast schon möchte ich sauer auf ihn sein. So geht man nun auch nicht mit Mädchen um. Aiden grinst.

„Khan sagt immer, ich soll mich jetzt schon umschauen, weil die Mädchen später schwer zu kriegen sind." Daraufhin lache ich nur noch mehr. Khan und seine Sprüche. Damit wird er seinen Bruder noch irgendwann richtig in die Scheiße reiten. Trotzdem. Mädchen sind also schwer zu kriegen?

„Khan sagt viel, wenn der Tag lang ist. Du solltest nicht alles glauben, was du von ihm hörst", meine ich und bin plötzlich ernst. Nicht alles, was Brüder sagen, ist heilig. Wir müssen nicht alles, was unsere Brüder von uns wollen, tun. Wir sind ihnen zu nichts verpflichtet. Sie sind bloß Brüder, richtig?

„Ich mag Danielle", er zuckt mit den Schultern und grinst, holt mich damit zurück in die Gegenwart. Kopfschüttelnd stehe ich auf. Seine traurige Phase ist wohl wieder vorbei. Neid erfüllt mich. Wenn Trauer doch nur so einfach wäre.

„Ich dachte, du wolltest mich heiraten!", entgegne ich und täusche ihm Empörung vor.

„Nö", Aiden grunzt.

„Du hast einen Freund. Du bist so gut wie unerreichbar für mich." Immerhin hat er Prinzipien.

„So gut wie?", hake ich nach. Er grinst, als wüsste er etwas, das ich nicht weiß. Bevor ich mir länger Gedanken über dieses Grinsen machen kann, knipse ich das Licht aus und wünsche ihm eine gute Nacht. Das war... ein interessantes Gespräch.

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Meine Uplpad-Routike ist destroeyyyed

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