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Einundzwanzig

„Morgen, ihr Turteltäubchen, tut mir leid euch bei... was auch immer ihr gerade im Stande wart zu tun, zu stören, aber wir wollen bald losfahren und die anderen haben euer Auto schon die ganze Zeit argwöhnisch angestarrt." Aufgrund der Ironie seines ersten Satzes, fange ich laut an zu lachen. Khan blickt nur betröppelt drein. Ich schüttle den Kopf, bedanke mich bei Duck und verlasse dann den Wagen. Duck hatte recht. Einige Plätze weiter steht ein Großteil der Theatertruppe. Ihr Gespräch verstummt, als wir um den Wagen herum gehen. Sie schauen zu uns hinüber und beobachten, wie ich meinen Koffer aus Khans Auto hieve.

„Ich hätte dir helfen können", meint dieser, beinahe etwas beleidigt. Ich verdrehe die Augen.

„Ganz so schwach und bedürftig bin ich dann auch wieder nicht." Ich will schon meinen Koffer nehmen und davon rollen, aber er hält mich zurück.

„So habe ich das nicht gemeint", beteuert Khan. Er zieht beide Augenbrauen hoch und wirkt zerknirscht. Ich atme tief durch und seufze.

„Ich weiß."

Ich verschlafe die gesamte Fahrt, träume von einem bestimmten jungen Mann mit kurzgeschorenen Haaren, der eine Pappkrone und ein seltsames Prinzenkostüm trägt, während ich in meinem pinkfarbenen Schneeanzug die Piste hinunter fahre. Es handelt sich um die Art von Traum, die ich lieber in meinem sicheren Bettchen gehabt hätte, aus Angst, ich könnte laut seinen Namen sagen und peinliches unverständliches Gebrabbel von mir geben – was ich zum Glück nicht tue(jedenfalls zieht er mich deswegen nicht auf, woraus ich schließe, dass ich es nicht tue).

Irgendwann weckt mich Khan, indem er an meiner Schulter rüttelt, Kopfhörer hängen um seinen Hals, seine Augen sind ganz klein und unter ihnen zeichnen sich dunkle Ringe ab. Ohne darüber nachzudenken, frage ich: „Alles gut bei dir?" Er zuckt mit den Schultern.

„Dad und ich waren fast die ganze Nacht wach und haben Football geschaut und geredet."

„Warum hast du dann nicht die Fahrt über geschlafen?" Ich hebe beide Augenbrauen. Er schüttelt nur den Kopf und lächelt leicht.

„Das ist nicht mein Stil. Ehrlich gesagt habe ich dich nicht geweckt, um mit dir über meinen Gemütszustand zu sprechen, Blondie. Wir sind da." Plötzlich bemerke ich, dass wir nicht mehr fahren, sondern still stehen. Um uns herum haben die meisten schon ihre Plätze verlassen und kümmern sich darum, ihr Handgepäck aus den dafür zuständigen Aufbewahrungsräumchen zu holen. Wir folgen ihrem Beispiel und sehen uns schließlich einer wunderschönen Jugendherberge mit fünf Stockwerken gegenüber. Dahinter strahlt die Ski-Piste im Sonnenschein. Wider Erwarten ist es nicht mal sehr kalt. In meiner normalen Winterjacke schwitze ich etwas. Khan nimmt meine Hand in seine, als wir mit unseren Koffern in den freien Händen die Einfahrt zur Jugendherberge hinauf stapfen. Duck schließt zu uns auf und beginnt uns von seiner schrecklichen Fahrt zu erzählen, während der er neben einem Typen saß, der durchgehend geschnarcht hat und nicht mal aufgewacht ist, als Duck versuchte, ihn darauf hinzuweisen, dass sich durch die Geräuschkulisse belästigt fühlt. Seine Worte, nicht meine.

Ich höre nur mit halbem Ohr zu, beschäftigt bin ich damit, das Innere der Jugendherberge zu bestaunen. Im Vergleich zum letzten Jahr macht diese wirklich was her. Alles ist hell gehalten, riesige Fenster, wodurch das Sonnenlicht scheint. Hinter dem Tresen befindet sich eine Bar, direkt daneben eine Treppe und ein Aufzug, die nach oben und unten zu führen scheinen. Ein Kronleuchter, der vermutlich nur zur Zierde da ist, hängt darüber. Die Erwachsenen kümmern sich um den Papierkram und ich stelle fest, dass ich mir selbstverständlich nicht mit Khan und Duck ein Zimmer teilen kann. Sofort ziehe ich die Schultern hoch.

„Nachher gibt es übrigens 'ne Willkommensparty", sagt Duck. Sein Sitzpartner im Bus war Matt, wie sich herausstellt. Und Matt plant seine Partys bekanntlich schon vier Wochen im Voraus. Natürlich weiß er, wo man hier am schnellsten einen Ort zum Feiern findet.

„Im untersten Stock gibt es einen ‚Party- und Spieleraum'", erklärt Duck und beschreibt Anführungszeichen in der Luft, als ich ihn nach besagtem Ort frage. Khan neben mir verfolgt unser Gespräch stumm. Ich gebe ihm einen Knuff in die Seite.

„Keine Sorge, ich werde mich nicht wieder betrinken und deine Arme angaffen", verspreche ich ihm. Sein Lachen wirkt etwas gezwungen. Ich warte auf den Kommentar, dass ich seine Arme gerne beglotzen darf, aber der kommt nicht. Stattdessen schaut Khan weg, tut so, als würde er Mrs. Bonnefelder zuhören, die etwas von erster Probe in einer Stunde ankündigt. Ich beiße mir auf die Lippe. Warum verhält er sich so seltsam? Mein Herz setzt kurz aus.

„Geht es deinem Dad gut?", flüstere ich, sodass es Duck nicht hören kann. Diesmal beißt er sich auf die Lippe. Dann ein Seufzen. Aber er sagt nichts.

„Du solltest wissen, dass du mit mir reden kannst", flüstere ich wieder, unwillig aufzugeben.

„Er hat wohl bis eben geschlafen und Mum meinte, er hätte ewig gebraucht, um aufzustehen." Seine Stimme ist noch leiser als meine, so leise, dass ich ihn kaum verstehe.

„Ich verstehe das einfach nicht, weißt du? Gestern Abend ging es ihm prima und jetzt... das." Ich drücke seine Hand.

„So ist das mit Krankheiten. An einem Tag merkst du nicht, dass sie da sind, am nächsten tauchen sie auf, ohne sich anzukündigen."

„Es ist einfach beschissen", stößt er hervor. Ich zucke leicht zusammen. Die Leute vor uns drehen sich etwas in unsere Richtung, weil Khan plötzlich nicht mehr allzu leise gesprochen hat. Es scheint ihn nicht zu stören. Ich will ihm sagen, dass es seinem Dad gut gehen wird, dass sie beide das hier überleben, dass Khan nicht daran denken soll, dass er... Ich weiß nicht, was ich ihm genau sagen will. Alles, was mir eben in den Kopf kommt, wirkt gezwungen und... gewissermaßen falsch. Seinem Dad wird es nicht gut gehen. Wir können uns glücklich schätzen, wenn es ihm besser gehen wird. Irgendwann wird er sterben und ich fürchte mich schon jetzt vor diesem Augenblick. Was der Arzt uns erzählt hat, was er der Familie tagein und tagaus erzählt, das ist... verdammt deprimierend, um es kurz zu fassen. Also, versteht das nicht falsch. Ich habe Paul in mein eigenes heftig hüpfendes Herz geschlossen, für mich ist er eine zweite Vaterfigur. Dennoch ist er Khans Vater und nicht meiner. Und Khan wird es zerstören, wenn Paul nicht mehr da ist.

Das weiß ich nicht nur, weil er es genauso gesagt hat. Das merke ich daran, wie er von seinem Dad spricht. Wie er die Schultern hebt, die Lippen zusammen presst. Ich merke es, wenn wir uns küssen, und das Blut auf seinen Lippen vom vielen darauf herum beißen noch nicht getrocknet ist. Ich merke es, wenn er gleichzeitig so anwesend und doch so abwesend ist. Und ich merke es an der Art, wie er mit seinem Dad umgeht. Als wäre dieser eine Porzellanpuppe, die jeden Moment brechen kann. Er geht mit ihm um wie Mikael damals mit mir umgegangen ist und das tut mir einfach unglaublich weh – für Khan.

Ich schließe die Augen und stoße einen Schwall angehaltener Luft aus, dann stelle ich mich auf die Zehenspitzen – Highheels kann ich hier nicht gebrauchen – und gebe ihm einen Kuss auf die Wange. Sein Kopf fährt in meine Richtung, zum ersten Mal seit wir in den Bus gestiegen sind, sind seine Augen wach, da, anwesend, lebendig.

„Wofür war der?", will er wissen, zieht einen Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen nach oben. Er versucht es. Ich zucke mit den Schultern.

„Vielleicht wollte ich dich einfach nur küssen." Seine Stirn glättet sich ein wenig, sein Blick wird weicher, wärmer. Er lächelt und beobachtet mich, während ich nach vorne schaue, wo Mrs. Bonnefelder mittlerweile dazu übergegangen ist, Zimmerschlüssel zu verteilen.

„Ihr bekommt relativ große Zimmer, die ich bereits während der Fahrt eingeteilt habe – aus logistischen Gründen." Ein Stöhnen geht durch die Menge. Alle sind sie genervt, weil sie vermutlich nicht mit Person x in ein Zimmer kommen. Ich hingegen ziehe beide Augenbrauen hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit Anne in einem Zimmer sein werde, ist gering und auch wenn ich mir in letzter Zeit oft gesagt habe, dass sie mir egal ist und dass ich mich nicht länger von ihr beeinflussen lasse, ändert dass nichts daran, dass ich mir auf gar keinen Fall ein Zimmer mit ihr teilen möchte.

Mrs. Bonnefelder nennt die Jungszimmer zuerst, woraufhin sich diese sofort in den Fahrstuhl begeben sollen. Khan gelangt mit Duck, Darren und einem weiteren blonden Typen in eins der wenigen Viererzimmer. Er gibt mir einen Kuss auf die Wange, schenkt mir ein weiteres dieser seltsamen schiefen Lächeln und verschwindet dann, Duck im Schlepptau, der mir zuzwinkert. Ich atme tief durch. Wir sind 28 Mädchen. Das wird wohl nicht allzu schwer werden.

Natürlich kommt alles ganz anders als gehofft. Ich erwische gemeinsam mit Anne, Delilah und drei anderen Mädchen, mit denen ich nie zuvor ein Wort gewechselt habe, das letzte Sechserzimmer unserer Truppe. Während wir im Aufzug in den dritten Stock stehen, spüre ich, wie die Luft immer dicker wird. Es fühlt sich an, als würde ich gleich ersticken. Niemand spricht ein Wort. Als es piept, weil wir den dritten Stock erreicht haben, zucke ich zusammen. Heftig. Jemand kichert.

Delilah schließt unser Zimmer auf und ich schnappe mir sofort das obere der Hochbetten, die ganz hinten am Fenster stehen. Anne redet angeregt auf Delilah ein, weil diese das Bett unter mir bezieht. Alles in allem sind wir also noch nicht in den Krieg gezogen. Ich höre nur mit halbem Ohr zu, wie Anne Delilah über die Party am Abend informiert. Matt plant das Ding also wirklich schon seit einer halben Ewigkeit. Alles ist geplant. Für reichlich Alkohol sorgt sein Bruder, der zufällig auch hier Urlaub macht und bereits 25 ist. Traurig, wenn du mit 25 noch auf Highschool-Partys gehen musst, um Spaß zu haben, oder?

„Kommst du auch, Stew?", will eines der anderen Mädchen plötzlich von mir wissen. Ich habe nicht mal geahnt, dass sie meinen Namen kennt.

„Uhm-", mache ich, doch Anne unterbricht mich.

„Genau, kommst du auch, Stew?" Ihre Stimme ist schneidend.

„Betrinkst du dich wieder und erzählst Darren dann, was er tun und lassen soll?" Ich übergehe ihren lästigen Kommentar und nicke stattdessen dem namenslosen Mädchen zu.

„Ich komme."

„Erinnerst du dich noch an letztes Jahr?", fragt sie. Offenbar möchte sie Konversation mit mir betreiben. Es stört mich ausnahmsweise nicht. Ich lächle, obwohl ich nicht weiß, worauf sie hinaus will.

„Da hatten wir diesen Pool im untersten Stockwerk und Matt und Darren haben diesen Salto-Wettbewerb gemacht", fährt Rotkäppchen fort. Da ich ihren Namen nicht kenne und sie ein rotes Shirt trägt, beschließe ich, sie von nun an so zu nennen. Eine ihrer Freundinnen meldet sich ebenfalls zu Wort. Sie isst einen Apfel und ich gebe mich damit zufrieden, ihr den Spitznamen Schneewittchen zu geben. Zu meiner Verteidigung: niemand hat sich mir mit Namen vorgestellt.

„Und Darren hat gewonnen", grinst sie. Ich beiße mir auf die Lippe. In Bruchstücken erinnere ich mich an diesen Wettbewerb. Ich war viel zu betrunken. Note to myself, wir wollen das heute Abend nicht wiederholen.

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass Matt gewonnen hat", entgegnet Rotkäppchen. Anne seufzt. Sie wirft mir einen Blick zu, den ich als leise Warnung verstehe – so-sind-sie-immer sagt sie tonlos. Ich kann sie nur anstarren. Keine Arroganz? Kein Kommentar? Nichts stichelndes? Was ist mit der Anne von vor fünf Minuten passiert. Ihre Augen werden groß. Anscheinend hat sie es auch bemerkt. Kopfschüttelnd läuft sie zu ihrem Bett und beginnt die Bettdecke zu beziehen. Ich lächle in mich hinein.

Vielleicht... ganz vielleicht können wir diese Freundschaft ja retten? Ich wäre bereit dazu, immerhin habe ich eingesehen, dass Darren und ich nie für einander bestimmt waren, geschweige denn uns richtig geliebt haben. Er wollte mich für den Sex und ich ihn, weil ich einsam war. Das schlimme an der Sache war nun mal die Tatsache, dass er mich mit einer meiner Freundinnen betrogen hat... Wobei, wenn ich so drüber nachdenken, auch die Tatsache, dass er mich betrogen hat, hat geschmerzt. Wie dem auch sei, ich wäre bereit, Anne für die bescheuerten Dinge zu verzeihen, die sie mir in den letzten Wochen an den Kopf geschmissen hat. Miss Nadine hat mir letzte Woche erklärt, wie erleichternd es ist, jemandem zu vergeben. Und während ich nicht weiß, wie ich mir selbst vergeben soll, verstehe ich doch, wie ich es bei ihr machen würde. Bevor ich diese Gedanken allerdings in die Tat umsetzen kann, erklingt Annes Stimme wieder.

„Mit Stew könnt ihr über die Aktion nicht reden. Die war vollkommen dicht." Sie schnaubt.

„Fragt doch später Khan, ob er bei euren Spielchen mitmachen will – sobald Stew sich wieder betrunken hat." Sie dreht sich nicht um, während sie spricht. Ich verdrehe die Augen. Letztes Jahr habe ich kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich voll war. Himmel, Anne hat mit mir getrunken. Vielleicht bin ich zu naiv, zu glauben, wir könnten das wieder hinkriegen.

// keine sorge, ich habe duck nicht grundlos noch relativ spät in die geschichte eingeführt, er wird noch eine entscheidende/wichtige Rolle spielen :) xxx

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