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Dreizehn

Wie angewurzelt bleibe ich im Türrahmen stehen. Mein Herz schlägt viel zu schnell. Ich konzentriere mich auf sein Zimmer, die Wände, an denen alle möglichen Poster von mir unbekannten Bands hängen, verschiedene zusammenhangslose Wörter wurden in krakeliger Schrift an die Wand geschrieben, die dunkelgrau schimmert. Für einen Moment schließe ich die Augen. Ist es falsch, dass ich seinen Raum betrete? Was würde Darren dazu sagen? Oh Gott. Darren.

Wäre dieser dumme Streit nicht entstanden, vielleicht säße ich nun nicht in dieser seltsamen Situation fest, sondern läge in seinen Armen. Ich habe den Streit angefangen, ich bin Schuld, dass alles in die Brüche-

„Hier", Khan reicht mir ein schwarzes Tshirt, das mir vermutlich viel zu groß sein wird. Mit glänzenden Augen schaue ich ihn an.

„Bist du in Ordnung?", fragt er – zum zweiten Mal höre ich diese Worte aus seinem Mund und diesmal kann ich nicht mal wütend reagieren. Er würde es mir ohnehin nicht glauben. Dass ich wegen einem Glas Wasser fast anfange zu heulen. Also antworte ich gar nicht, sehe mich bloß weiter um. Ich entziffere einen der Sprüche an der Wand.

When a flower does not bloom, you fix the environment in which it lives, not the flower.

„Schöner Spruch." Ich atme tief durch. Dass Khan mich in so einem Moment erlebt, geht mir gehörig gegen den Strich. Dennoch kann ich es nicht ändern.

„Wo kann ich mich umziehen?" Stolz erfüllt mich, dass meine Stimme fest und selbstbewusst klingt.

„Mach das ruhig hier. Ich gehe." Er wirft mir noch einen besorgten Blick zu, ehe er verschwindet und die Tür hinter sich schließt. Es wundert mich, wie viel Vertrauen er in mich hat. Immerhin könnte ich eine Kriminelle und nur auf seine Habseligkeiten aus sein. Der Flachbildschirm rechts von mir würde vielleicht nicht in meine Handtasche passen, aber Kleingeld findet sich bestimmt jede Menge.

Als ich höre, dass er die Treppe hinunter geht, lasse ich mich auf seinen Schreibtischstuhl fallen, der mitten im Raum steht, als sei soeben noch jemand darauf gesessen. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich auch seinen Abend ruiniert habe. Einfach nur weil ich tollpatschig genug gewesen bin, zu stolpern und mir Wasser überzukippen. Ich Talent.

Meine Hand um das Tshirt verkrampft. Ich vergrabe den Kopf in meinen Händen und erlaube mir einen Moment des Kontrollverlusts. Die Tränen rinnen mein Kinn hinab, noch ehe ich es selbst bemerke. Wie um meine Misere zu unterstreichen, fängt mein Magen an zu knurren. Ich lache leise in mich hinein. Manchmal verstehe ich mich selbst nicht. Es ist nichts passiert. Ich habe bloß dieses doofe Glas Wasser über mir ausgeschüttet.

Sofort fließen die Tränen heftiger. Bloß ein doofes Glas Wasser. Ich schüttle den Kopf, fahre mir mit meinem nassen T-Shirt über die gequollenen Augen. Super. Wenn er keinen IQ von unter 50 hat, wird Khan merken, dass ich geheult habe. Immer stärker den Kopf schüttelnd wechsle ich mein T-Shirt gegen seines aus. Es riecht nach ihm und endlich erkenne ich, dass er tatsächlich nach Weihnachten riecht.

Zimt und Plätzchen, Marzipan, dieser Geruch geht von seinem Shirt aus und für einen Augenblick vergesse ich meine Sorgen über all die Kindheitserinnerungen, die sich dank diesem Geruch in meinem Gehirn ausbreiten.

Als ich die brennenden Augen öffne, fällt mein Blick auf einen weiteren Spruch an der Wand.

A dream is just a dream. A goal is a dream with a plan and a deadline.

Die Worte verschwimmen vor meinen Augen. Verrückt. Diesen Spruch hat sich Mikael auf den Unterarm tätowieren lassen. Ich verziehe die Lippen zu einem Lächeln. Dann stehe ich auf, nehme den nassen Stofffetzen in beide Hände und verlasse Khans Reich.

Ich fühle mich etwas seltsam in seinem Tshirt, weil ich sonst nur Pullover von Darren trage – und auch das nur im seltensten Notfall. Es fühlt sich an, als würde ich in Khans Privatsphäre eingreifen. Bevor ich Khan vor die Augen treten kann, muss ich versuchen meinen Zusammenbruch zu retuschieren. Ich eile in das Bad gleich neben Aidens Kinderzimmer, spritze mir dort einen Haufen Wasser ins Gesicht. Vergeblich.

Die roten Flecken auf meinen Wangen sind unübersehbar. Ein Ader in meinem linken Auge ist geplatzt(das passiert häufig, wenn ich geweint habe). Noch während ich die Treppen hinunter laufe, lege ich mir eine Rede zurecht, ich hätte das Wasser, das ich mir über geschüttet habe, auch ins Auge bekommen et cetera. Wenn er mir das nicht abnimmt, ist es sein Problem. Schön, dass er sich sorgt... tut er das überhaupt? Ich kann niemanden gebrauchen, der sich falsche Sorgen um mich macht. Von diesen Menschen habe ich genug daheim.

Doch als ich die Küche betrete, übertrifft das all meine Erwartungen. Statt mich mit Fragen zu löchern, steht dort ein mit Brot beladener Teller auf dem Tisch, daneben alle möglichen Aufstriche, Messer Gabel, ein frisches Glas Wasser. Gegenüber sitzt Khan auf einem Stuhl, ebenfalls sein Erdnussbutterbrot vor sich und tippt auf seinem Handy herum. Ich lehne mich an den Türrahmen und betrachte das, was vor mir steht.

Als er mich hört, stellt er das Handy aus und blickt zu mir auf. Stirnrunzelnd weist er mich an Platz zu nehmen und weil ich total perplex bin, tue ich wie mir geheißen.

„Egal, ob du hunger hast oder nicht. Essen hilft immer." Demonstrativ beißt Khan in sein Brot. Ich betrachte den Teller vor mir und greife dann zitternd nach einer Packung Käse. Khan lässt mich nicht aus den Augen, während ich mein Brot belege und dann einen kleinen Bissen nehme. Mein Magen knurrt leise und ich verdrehe unauffällig die Augen.

Keiner von uns sagt ein Wort und das ist auch gar nicht nötig. Viel zu sehr bin ich mit dem Essen beschäftigt – einen Bissen nach dem anderen zu nehmen, ohne diese Handlung zu überdenken – und Khan mit seinen Gedanken. Ohne das zweite Brot zu beachten, lege ich schließlich mein Messer auf den Teller und putze mir den Mund an einem Krepppapier ab. Mir ist schlecht, ich möchte mich gleichzeitig übergeben und einfach nur schlafen.

„Du hast Aiden Beziehungstipps gegeben", sagt Khan schließlich wieder. Er geht nicht weiter auf die Sache mit dem Wasserglas ein, wofür ich mehr als dankbar bin.

„Du hast wirklich gelauscht?" Ich spiele mit einem Faden an dem Tshirt, das ich trage. Meine Stimme ist etwas rau.

Als er nicht reagiert: „Er hat mir eben eine Frage gestellt."

„Im ersten Moment wirkte er wirklich betroffen – bis er meinte, es morgen mit Danielle probieren zu wollen." Ich beiße mir auf die Lippe, um ein Grinsen zu unterdrücken.

„Keine gute Idee, deinem Neunjährigen Bruder zu sagen, dass Mädchen irgendwann unerreichbar wären", fahre ich fort. Khan hebt eine Augenbraue.

„Ich bereite ihn nur schon mal auf die Realität vor, Blondie", entgegnet er.

„Besser so als wenn die Seifenblase irgendwann platzt", seine Stimme wird leiser gegen Ende. Ich verschränke die Arme vor der Brust. Die Realität. Manchmal ist es ganz gut in seiner persönlichen Seifenblase zu leben...

„Und die Realität sieht so aus, dass Mädchen unerreichbar sind? Bitte, das glaube ich dir nicht." Es fühlt sich gut an, über etwas anderes zu reden – einfach nur zu reden. Dennoch interessiert es mich. Khan sieht gut aus, er könnte bestimmt jede haben, die er wollte.

„Ich habe Aiden nur gesagt, dass es manchmal nicht so einfach ist, ein Mädchen kennenzulernen, wie er denkt." Darauf weiß ich nichts zu erwidern. Das Leben ist schon eine komplizierte Sache. Jeder findet es schwierig jemanden kennenzulernen und doch ändert sich an dieser Tatsache nichts. Und wenn das schon einem Neunjährigen beigebracht werden muss, ich weiß auch nicht, das stimmt mich irgendwie traurig.

„Für welchen Vorschlag in Drama hast du gestimmt?", will er dann wissen. Small-talk. Ich hätte Khan ja niemals für einen Small-Talker gehalten, wenn ich ehrlich bin.

„Cinderella." Ich räuspere mich kurz, weil meine Stimme ziemlich rau ist. Dann versuche ich mich an einem leichten Lächeln.

„Ich liebe das Märchen."

„Willst du vorspielen?", fragt er weiter.

„Du meinst, ob ich eine Rolle bekommen will?" Ein Nicken.

„Natürlich will ich das. Sonst wäre ich nicht im Drama-Kurs", sage ich und verdrehe grinsend die Augen. Khan kratzt sich am Kopf. Dann legt er ebenfalls sein Messer auf seinen voll gekrümelten Teller.

„Die Leute gehen aus verschiedenen Gründen in den Drama-Kurs. Ich kannte einen Typen, der war nur in der Theater-AG, weil dort zwei Mädchen waren, mit denen er unbedingt vor seinem Abschluss schlafen wollte."

„Was kennst du denn für Typen?" Ich schnaube. Schweigen.

Dann: „Hat er es geschafft?" Khan zieht die Augenbrauen hoch.

„Ob der Typ mit den beiden geschlafen hat", wiederhole ich. Jetzt lacht Khan, während er langsam nickt.

„Unfassbar", sage ich kopfschüttelnd, kann ein Grinsen aber nicht unterdrücken.

„Du willst mir jetzt aber nicht sagen, dass du im Drama-Kurs bist, weil du Sex haben willst, oder?" Ich beiße mir auf die Lippe. Eine seltsame Intention.

„War das etwa ein Angebot?" Khan spitzt die Lippen, seine Augen feixen. Bevor ich weiß, was ich da denke, denke ich, dass es mir gefällt, wenn er mich so schelmisch anschaut. Falsch. So falsch.

„Das war kein Angebot, Idiot." Ich schnaube wieder und reibe mir über die Stirn.

„Nein. Selbstverständlich möchte ich Prinz Charming spielen", Khan lehnt sich selbstgefällig grinsend zurück.

„Würde eine der Stiefschwestern, oder nein, die gute Fee nicht eher passen?", frötzel ich. Gespielt empört verzieht er das Gesicht.

„Das ist eine unverschämte Behauptung, Blondie."

„Aber du hast mir nicht widersprochen", entgegne ich. Und Khan ist sprachlos. Endlich einmal ist dieser gutaussehende Typ sprachlos. Ich rede weiter, als wäre nichts gewesen. 1:0 für mich.

„Ich bin mal gespannt, ob wir eine moderne Variante von Cinderella spielen würden. Also in der Neuzeit in unserer Highschool oder so ähnlich. Vielleicht auch einfach ein bisschen anders als man das Märchen so kennt." Khan reagiert nicht, mustert mich nur. Wieder liegt dieser Ausdruck in seinen Augen. Schnell schaue ich weg.

„Sie könnten auch die ganze Geschichte umschreiben. Das wird so aufregend. Auch die Kostüme. Oh mein Gott, das Ballkleid von Cinderella. Ein Mädchentraum", überlege ich laut, während er einfach nur stumm zuhört. In diesem Moment klingelt mein Handy, das ich neben den Teller auf den Tisch gelegt habe. Eine Nachricht von Darren. Meine Augen werden groß.

Samstag Schlittschuh-fahren. Wir gehen alle. Frag auch Khan. Gute Nacht.

Schlittschuh-fahren? Wir alle zusammen? Ich soll Khan fragen. Warum machen Darren und ich nie alleine was? Ich würde gerne mal ganz normal auf ein Date mit ihm gehen. Statt ihm genau das zu schreiben, schicke ich einen Gute-Nacht-Gruß zurück. Seit dem letzten Doppeldate vor den Sommerferien, auf das ich Mariah schleppte, sind Darren und ich nicht mehr ausgegangen. Ich erinnere mich nicht mal, wann wir das letzte Mal zu zweit im Kino waren. Seufzend stecke ich das Handy weg.

„Ich soll dich fragen, ob du Samstag mit zum Schlittschuh-fahren kommen willst? Wir kennen da einen, der die Halle extra nur für uns öffnet..." Als ich zu Khan aufblicke, liegt dessen Blick noch immer unverwandt auf mir.

„Was ist?", will ich wissen. Langsam wird es unheimlich.

„Du bist irgendwie so anders als ich dich eingeschätzt habe, Blondie", meint er. Ein hörbares Schlucken. Hoffentlich hat er mich nicht für eine schwache Barbie gehalten, die bei Zusammenprall mit Wasser anfängt zu heulen. Doch, ein Blick in sein Gesicht bestätigt mich. Genau das hat er gedacht. Am liebsten würde ich ihn schlagen.

„Nennst du mich deshalb Blondie?", frage ich mit zusammengepressten Lippen. Mittlerweile habe ich mich zwar an diesen Namen gewöhnt, gefallen tut er mir deshalb trotzdem nicht.

„Nein, das tue ich, weil du blond bist."

„Wie geistreich."

„Die Idee mit der Modernisierung gefällt mir übrigens. Vielleicht machen wir aus Cinderella eine heimliche Bikerbraut, die eigentlich nicht biken darf. Und dann trifft sie den Prinz, der natürlich alles andere als Biker ist und...!" Perplex sehe ich ihn an.

„Wie bitte?" Er übergeht meinen Schock. Das wäre eine fatale Darstellung des Märchens.

„Oder ein Bankräuber und sie ist so eine reiche Tussi", faselt er weiter. Ich beiße mir auf die Lippe, um nicht laut loszulachen. Das tut gut. Er lenkt mich ab. Und anders als Darren lenkt er mich mit Worten ab. Ich kann nicht anders als ihn erleichtert anzulächeln. Und er hat noch nicht gefragt, warum ich zusammengebrochen bin. Vielleicht steht es auch 2:1 für Khan. Er zieht fragend die Augenbrauen hoch.

„Du bist irgendwie anders als ich dich eingeschätzt habe", wiederhole ich, was er eben zu mir gesagt hat.

„Das habe ich schon oft gehört."

„Echt?"

„Echt."


// i'm in awe. eben ca 30 kapitelteilchen schon mal vorbereitet und hochgeladen und ich hab kapitelchen 42 noch mal gelesen und ich muss sagen, das ist so ziemlich mein lieblingskapitel - normalerweise hab ich immer irgendwas auszusetzen an meinem Geschriebenen, aber 42 - i just love it. also freut euch drauf hrhr...

vor allem wenn ich dann dieses hier überfliege und nur denke "hach, fetus khan und stew" i totally fell in love with my characters. im so not even sorry.

xxx

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