Chào các bạn! Vì nhiều lý do từ nay Truyen2U chính thức đổi tên là Truyen247.Pro. Mong các bạn tiếp tục ủng hộ truy cập tên miền mới này nhé! Mãi yêu... ♥

Dreiunddreißig b.

[Irgendwann wird mir das zu viel und ich entschuldige mich kurz, natürlich nicht ohne zu fragen, ob es okay für ihn ist, wenn ich Aiden kurz alleine lasse. Sein Nicken reicht mir als Antwort. Ich verlasse die Tribüne und schlendere zu den Cheerleadern, die noch längst nicht fertig mit dem Training sind.

Ich erkenne einige der Mädchen, da ich Kurse mit ihnen teile. Gerade schwebt Brianna Anders in der Luft und wird dann von Tally aufgefangen. In einer der hintersten Reihen steht Anne, die ziemlich fokussiert nach vorne schaut und mich nicht bemerkt.

Anscheinend ist sie jetzt auch Teil der Cheerleader-Mannschaft. Vielleicht, um Darren zu beeindrucken. Ich lehne mich mit verschränkten Armen an die Hinterseite der Tribüne und sehe ihnen einfach eine Weile zu. Zum Schluss versuchen sie eine Stellung, die allerdings leicht misslingt.

Mehrere von ihnen sollten in der Luft einen Salto springen und werden dann aufgefangen, während vorne drei Mädchen FlickFlacks schlagen, die natürlich leicht verrückt aber synchron sein sollen. Sollen.

Anne verpatzt es, das Mädchen richtig aufzufangen, dass über ihr und Tally einen Salto springt. Ihr passiert nichts, dafür ist Tally zu gut, aber dennoch bricht das mir unbekannte Mädchen im ersten Moment in Tränen aus. So ein Sturz kann ganz schön erschreckend sein.

Auch die Mädchen vorne wissen dem Anschein nach nicht ganz, was Synchronisation bedeutet. Brianna ist zudem die einzige der drei, deren FlickFlacks nach etwas aussehen. All das passiert selbstverständlich in einer Zeitspanne von höchstens dreißig Sekunden. Am Ende klatsche ich, weil es mir höflich erscheint, das zu tun.

Tally, die damit beschäftigt ist, sich um das aufgelöste Mädchen zu kümmern, wendet ihren Kopf in meine Richtung.

„Hey, Stew", sagt sie. Interessant. Sie kennt meinen Namen. Anne zuckt bei der Erwähnung meines Namens leicht zusammen. Immerhin. Nur gerecht, wenn sie ein schlechtes Gewissen hat. Da wo ich gestern im Vorbeigehen einen leicht rötlichen, dank Concealer fast unsichtbaren, Abdruck auf ihrer Wange gesehen habe, ist jetzt nichts mehr.

„Was willst du hier?", fragt Anne, ihre Stimme nicht ganz so streitlustig wie noch am Montag.

„Ich habe euch zugeguckt."

„Offensichtlich." Sie verschränkt die Arme vor der Brust und spiegelt damit meine Haltung. Ich lächle süß. Die anderen Mädchen mustern mich ebenfalls verwirrt. Klar, normalerweise gucken ihnen nur pubertierende Jungs zu, die hoffen einen Blick unter die Uniformen werfen zu dürfen. Again, Klischee, aber leider wahr.

„Und ich muss leider sagen, dass ihr gar nicht synchron wart." Ich bin selbst überrascht, wie selbstbewusst ich klinge. Oder wie selbstbewusst ich mich fühle. Das ist schließlich nicht mein Umfeld. Ich kenne diese Mädchen kaum. Dank meiner Ex-Beziehung zu Darren galt ich zwar offiziell als beliebt, aber die meisten brachten mich wohl trotzdem immer mit ihm in Verbindung. Ohne ihn bin ich wieder ein Niemand.

„Weil du eine Ahnung hast." Unüberhörbarer Hohn liegt in Annes Stimme. Jedenfalls mehr Ahnung als sie. Ich beiße mir auf die Zunge. Eigentlich wollte ich das Team nur lieb auf eine Lücke in ihrer Performance aufmerksam machen.

„Ich wollte euch nur den Ratschlag eines Beobachters geben", sage ich ausweichend und blicke dabei Tally an. Diese wiederum reicht dem aufgelösten Mädchen ein Taschentuch und wendet sich dann an Brianna.

„Ich finde, Stew hat recht", gibt Brianna kleinlaut zu, übergeht Annes giftige Blicke. Da meine ehemalige Freundin erst seit kurzem Mitglied sein kann, hat sie hier keinerlei Sagen.

„Danke", sage ich und lache leise.

„Man muss kein Talent zum Beobachten haben", mischt sich da schon wieder Anne ein. Ich stöhne innerlich, halte aber meinen freundlichen Gesichtsausdruck bei. Vielleicht sollte sie sich mal entscheiden, was sie denkt anstatt ihre Meinung im Sekundentakt zu wechseln.

„Ihr könnt die FlickFlacks auch nacheinander schlagen. Genauso die Salti. In einer Art Welle von links nach rechts." Das haben wir damals zumindest gemacht, weil uns das selbe Problem begegnete. Synchron Räder zu schlagen ist schön und gut, aber synchrone FlickFlacks liegen in einer ganz anderen Liga.

Wieder wechseln Brianna und Tally einen Blick, offensichtlich Kapitäne.

„Das ist keine schlechte Idee." Sie bereden sich kurz mit allen Beteiligten, dann stellen sie die Musik wieder an und versuchen es von vorne, diesmal so wie ich es gesagt habe. Das aufgelöste Mädchen sitzt am Rand und schaut zu. Annes Unfähigkeit hat sie ganz schön mitgenommen. Ich mache einen Bogen um die Cheerleader und setze mich neben sie, vergesse ganz, dass ich Paul gesagt habe, ich würde nur kurz weggehen.

„Wie heißt du?", frage ich. Erst aus der Nähe erkenne ich, dass sie viel jünger ist als ich. Vielleicht ein Freshman.

„Lola", sie schluckt. Ihr ganzer Körper zittert und ich bin mir nicht sicher, ob es daran liegt, dass ihr kalt ist oder am Adrenalin, das nach dem Schock durch ihren Körper pumpt.

„Beim nächsten Versuch solltest du wieder mitmachen", sage ich und empfinde gleichzeitig Mitleid mit ihr. Sie reißt die Augen auf.

„W... was?" Ich nicke energisch und reiche ihr die Sweatjacke, die ich trage. Darunter trage ich zwar bloß ein T-Shirt, aber für den Moment kann ich meine eigenen Probleme und die Kälte beiseite schieben.

„Wenn du nicht willst, dass du das nächste Mal Angst hast, dann solltest du in der nächsten Runde wieder mitmachen." Ich mustere sie, während sie in die Jackenärmel schlüpft. Dunkle Ringe zieren ihre Augen, sie wirkt ziemlich ausgemergelt. Schluckend fahre ich fort.

„Wie bei einem Reiter, der vom Pferd fällt. Du musst wieder drauf klettern, um die Angst zu vertreiben." Das hat man uns damals als allererstes beigebracht.

„Und auch wenn du gerade vermutlich am liebsten ins Bett würdest, solltest du es tun. Anne wird dich nicht noch mal fallen lassen, vertrau mir."

„Ich habe sie nicht absichtlich fallen gelassen", ertönt da auch schon die Stimme besagter Person. Lola kaut an ihren Fingernägeln, anscheinend nicht ganz so überzeugt davon.

„Ich weiß", sage ich und lege so viel Überzeugung in meine Stimme wie möglich. Anne mag mich mit meinem Freund betrogen haben, aber sie würde ein anderes Mädchen nicht fallen lassen. Sie ist kein durchweg böser Mensch – bloß etwas vom Weg abgekommen.

Ich bin mir nicht sicher, wer angesichts meiner Worte überraschter ist; Anne oder Lola. Beide blicken ziemlich betröppelt drein.

Brianne verteilt weitere Kommandos, dann müssen die beiden zurück auf die Fläche. Ich lächle Lola zu.

„Vertrau mir", wiederhole ich. Als sie auf ihrer Position stehen sehe, höre ich Tally fragen, ob sie sich sicher ist, schon wieder mitzumachen. Mich rührt Tallys Fürsorglichkeit, war ich doch immer überzeugt davon, sie sei bloß die Klatschtante der Schule, ein unwichtiges Mädchen ohne eigene Meinung.

Lola wirft mir einen fragenden Blick zu und ich nicke. Tally runzelt die Stirn, sagt aber nichts. Dann legen sie los.

Es sieht schon besser aus als vorhin, ohne Synchronisation haben sie jedenfalls ein Problem weniger. Trotzdem sehen die FlickFlacks abgesehen von Briannas aus wie Kraut und Rüben und das mit den Salti in Kombination einer Wellenabfolge funktioniert auch nicht ganz so wie geplant.

Und als ich das alles so beobachte, fällt mir auf, dass ich nicht ganz ehrlich zu mir selbst war. Ich habe das hier vermisst, die Mädchen, die sich aufeinander verlassen(ganz gleich, ob nun Anne dabei ist), die Musik, die Bewegungen. Hauptsächlich aber das Gefühl etwas unglaubliches zu tun. Etwas, das so unfassbar cool aussieht – wie sie ihre Körper verbiegen und drehen und...

Sobald der letzte Ton der Musik erklingt, klatsche ich wieder. Diesmal lauter. Auch Lola hat ihre Angst überwunden und ihr Salto sah sehr gut aus.

Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass Aiden mittlerweile neben seinem Vater auf dem Spielfeld steht, Hand in Hand erteilen die beiden Kommandos. Er wirkt noch begeisterter als vorhin, seine Augen leuchten so stark, dass ich es bis hierhin sehen kann.

„Das war schon besser", sage ich zu niemand bestimmten, nehme mir erneut die Freiheit, meine Meinung zu sagen. Tally und Brianna blicken mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. Ich zucke mit den Achseln.

„Just the truth." Tally kommt auf mich zu. Ich höre aus der Entfernung, dass Paul zum Abschluss des Trainingsspiels einen Pfiff ausstößt. Bald werde ich gehen müssen.

„Das, was du zu Lola gesagt hast... Woher wusstest du das?" Mein Herz rutscht mir in die Hose. Eigentlich hatte ich nicht vor ihnen von meiner Vergangenheit zu erzählen.

„Ich..." Prompt zerfällt mein Pokerface. Unsicher kratze ich mich am Kopf.

„In der Middle School war ich selbst Cheerleaderin. Und das war so ziemlich das erste, was man uns damals gesagt hat." Tallys Augen leuchten auf.

„Du warst mal Cheerleaderin?", fragt sie, ich nehme das als rhetorische Frage. Sie sieht Brianna an, als wüssten beide etwas, von dem ich nichts weiß. Die Footballspieler traben nun ihre letzten Runden um das Spielfeld, werfen immer wieder einen Blick zu uns hinein, wenn sie den Trainingsort der Cheerleader passieren.

Als Khan mich hier erblickt, zieht er fragend beide Augenbrauen hoch. Ich grinse ihn an, obgleich das Grinsen nicht besonders echt ist. Mir ist mulmig zumute. Nicht viele Menschen wissen über die Sache mit dem Cheerleading. Ach, hätte ich doch die Klappe gehalten und ihnen stumm zugesehen.

„Wir können immer neue Cheerleader gebrauchen!" Brianna klatscht in die Hände und schaut mich abwartend an. Ich schüttle den Kopf.

„Auf keinen Fall." Was würde Miss Nadine sagen, wenn ich wieder Cheerleaderin würde? Ich will das nicht. Ich brauche das auch gar nicht. Ich habe das Theater. Und die Schule, die sowieso in einem Jahr vorbei sein wird. Eilig stehe ich auf und klopfe mir die Jeans ab. Dann überquere ich die Trainingsfläche, um mich aus dem Staub zu machen.

„Stew!", ruft mir Tally hinterher. Ich bleibe kurz stehen, drehe mich aber nicht um.

„Bitte, überlege es dir, Stew. Wir könnten ein paar weitere Leute gut gebrauchen." Das ist Brianna.

„Vor allem wenn sie Erfahrung haben", wieder Tally. Die beiden scheinen mir wie eine Person zu sein. Eine beendet die Sätze der anderen. Ich schüttle wieder den Kopf. Mit dem Cheerleading verbinde ich so viel schlechtes. Ich verbinde meine Vergangenheit damit. Meine Angst, einen Rückfall zu haben, ist zu groß, als dass ich mich einem solchen Risiko aussetzen und wieder damit anfangen würde.

„Ich wette, sie hat gar keine Erfahrung und wollte sich nur wieder irgendwo in den Mittelpunkt drängen." Anne. Ein Raunen geht durch die kleine Menge an Mädchen. Ich presse die Lippen zusammen und drehe mich doch zu ihnen um.

„Warum sollte ich lügen?", frage ich, um einen neutralen Gesichtsausdruck bemüht. Dass sie es wagt, mir so etwas zu unterstellen. Anne weiß, dass ich damals Cheerleaderin war. So viel habe ich meinen Freunden immerhin erzählt. Auch wenn sie den Rest der Geschichte nicht kennt, insbesondere sie sollte wissen, dass es der Wahrheit entspricht.

Mir kommt ein verrückter Gedanke. Vielleicht ist das der Grund, warum sie den Cheerleadern beigetreten ist. Vielleicht denkt sie, Darren stünde auf Cheerleader. Am liebsten würde ich mich gleich nach diesem Gedanken selbst ohrfeigen. Nicht alles dreht sich um mich. Genau wie sie es eben gesagt hat. Ich dränge mich immer irgendwo in den Mittelpunkt und merke erst später, dass das gar nicht meine Aufgabe ist.

Anne zuckt die Achseln, den Mund zu einem Schmollmund verzogen.

„Wenn du schon so viel Erfahrung hast, dann beweise es uns", sagt sie mit diesem provozierenden Tonfall. Ich schlucke.

„Ich muss hier gar nichts beweisen", halte ich dagegen.

„Ich will ja nicht mal mitmachen." Ein weiteres Raunen geht durch die Menge. Super. Morgen werde ich Klatschthema Nummer eins sein. Genervt wende ich mich ab und will schon verschwinden, mich in meinem Elend suhlen, da treibt sie es eine Stufe höher. Wo sind wir hier, im Kindergarten?

„Was willst du dann? Wieso hast du uns geholfen? Doch nicht etwa, damit dich Darren zurück nimmt, weil du so unglaublich hilfsbereit bist."

„Halt Darren da raus." Wie kann sich bei ihr alles nur immer um Jungs drehen? Es gibt wichtigeres als Jungs.

„Keine Einwände zu den anderen Sachen? Komm schon Stew, wir wissen beide, dass du seit Ewigkeiten nicht gecheert hast. Gib es zu und wir können alle nach Hause gehen." Hört sich fast so an, als wäre sie die Vernünftige von uns beiden und nicht diejenige, die diesen unnötigen Streit angefangen hat. Diesen Kindergartenstreit. Ich schnaube. Natürlich habe ich seit Ewigkeiten keinen FlickFlack mehr geschlagen. Aber einmal gelernt, kann man das auch vier Jahre später noch. Zumindest kann ich es noch. Ich habe es geliebt, for Pete's sake.

Für einen Moment starre ich Anne nur entgeistert an. Wie konnte aus unserer Freundschaft... das hier werden?

„Stew?" Ich nehme kaum wahr, dass mich Aiden ruft. Stattdessen schenke ich Anne ein Lächeln – keines der selbstgefälligen Art, sondern viel mehr eines der Es-tut-mir-leid-dass-du-mich-betrügen-musstest-aber-cheerleaden-kann-ich-trotzdem-besser-als-du-Art. Dann atme ich tief Luft, nehme Anlauf und schlage zwei FlickFlacks hintereinander, gefolgt von einer Rückwärtsschraube und rutsche nach dem Stand in den Spagat.

Ich hebe den Kopf und lächle Anne süß an. Dann stehe ich auf, als wäre nichts gewesen und laufe zu Aiden, der neben seinem Bruder steht und aufmerksam beobachtet hat, was ich soeben getan habe. Meine Beine tun leicht weh, weil ich seit vier Jahren nicht im Spagat saß. Aber die FlickFlacks haben doch ganz ordentlich funktioniert. Mehr Übung und ich hätte ein paar weitere Tricks gezeigt, nur um Annes Mund zu stopfen.

Aiden und Khan bewegen sich erst, als ich die Arme um ihre Schultern lege – selbst Aiden geht mir bis zum Kinn – und sie vorwärts schiebe. Hinter uns höre ich Brianna und Tally nach mir rufen, aber ich lasse mich nicht beirren und gehe davon.

„Das war Wahnsinn!", sagt Aiden und schüttelt meinen Arm ab.

„Wie du es ihnen gezeigt hast... Du hättest ihre Blicke sehen sollen! Vor allem dieses blonde Mädchen..." Er macht ein paar Boxgesten und klatscht dann entzückt in die Hände. Ich schüttle nur den Kopf.

„Nimm mich nicht als Beispiel, Aiden. Manche Leute provozieren eben gerne andere. Am besten du lässt dich davon gar nicht erst beeindrucken." In Gedanken spule ich zurück. Auch ich habe Annes Blick gesehen. Als auch den, den sie zur Schau stellte, bevor ich anfing FlickFlacks zu schlagen. Da war kein Hass. Da war Reue.

„Machst du Witze? Das war klasse!" Sein Enthusiasmus lässt mich leicht lächeln. Ich belasse es dabei. Mir fällt erst später auf, dass mein Arm immer noch auf Khans Schulter liegt. Er hat ihn nicht weggeschoben. Und ich habe mich tatsächlich an seine Wärme und das starke Gewölbe seiner Schulter gewöhnt. Eine Gänsehaut bildet sich auf meinen Armen. Ich habe meine Jacke vergessen. Super. Peinlich berührt löse ich mich aus der Halbumarmung.

Khan hat auch noch nichts gesagt. Stattdessen hat er das Gespräch zwischen Aiden und mir interessiert verfolgt, seine Aufmerksamkeit unentwegt auf mir. Mein Herz rutscht mir wieder in die Hose. Hat er auch zugesehen? Hat er... Wie peinlich.

„Vielleicht können wir doch heute heiraten", gähnt Aiden, weiß, glaube ich, schon gar nicht mehr selbst, was er da redet. Khan lacht, das erste Zeichen, dass er überhaupt noch lebt.

„Zehn Jahre, kleiner." Er verwuschelt seinem kleinen Bruder die Haare. Mir wird warm ums Herz. Ob wegen dieser zärtlichen Geste oder weil er sich an unsere Abmachung erinnert, ich weiß es nicht.

„Und vorher solltest du besser aufhören so viel über den Akt der Ehe nachzudenken." Er schüttelt gespielt entrüstet den Kopf.

„Mum kann sich was anhören."

Wir verlassen das Schulgelände und überqueren den Parkplatz. Dort steht Paul und wartet schon ungeduldig, er telefoniert, ein grimmiger Ausdruck auf seinem Gesicht. Während Aiden in den Wagen seines Dads steigt, zieht sich Khan seine Jacke aus, auf der natürlich seine Spielerzahl steht.

Er reicht sie mir mit den Worten: „Du zitterst." Mehr nicht. Dann führt er mich zu seinem Wagen, nachdem ich Aiden eine Gute Nacht gewünscht und mich von Paul verabschiedet habe.

„Ich dachte ja irgendwie, du würdest Witze machen, als das mit dem Cheerleading rauskam", sagt er, ein leichtes Grinsen angedeutet.

„Falsch gedacht." Ich schnalle mich an und sehe aus dem Fenster. Pauls Wagen, ein alter roter Pick-Up, der offensichtlich mit viel Geld erneuert wurde, biegt vor uns ab. Wir fahren in die entgegengesetzte Richtung, zu mir.

„Nur der Rock hat gefehlt." Khan zwinkert mir zu. Ich lache laut los.

„Idiot."

„Das war jetzt eine einfallsreiche Reaktion."

„Was denn, soll ich dich lieber als Perversling bezeichnen?" Er grinst einfach weiter.

„Warum hast du aufgehört? Du bist – offensichtlich immer noch – ziemlich gut." Da sind wir wieder. Der Stimmungsbruch. Verzweifelt durchstöbere ich meinen Kopf nach einer Ausrede oder, besser, einem Themenwechsel.

Er muss die plötzliche Anspannung bemerkt haben, denn er wendet ein: „Wenn du nicht drüber reden willst, ist das auch in Ordnung." Pause.

„Ich dränge dich zu nichts."

„Auch nicht zu einem abrupten Themenwechsel?", frage ich und wechsle somit wirklich das Thema. Zur Antwort bekomme ich ein Achselzucken.

„Du bist mir zu nichts verpflichtet." War das ein Seitenhieb auf Darren? Eine Weile sitzen wir einfach schweigend da. Dann beschließe ich aus einem Instinkt heraus ihm zumindest einen Teil der Wahrheit zu erzählen.

„Nachdem wir umgezogen sind, hat es sich für mich nicht mehr richtig angefühlt. Es war irgendwie anders... Mum und Dad wollten nicht, dass ich wieder cheere, weil es meine Noten runter gezogen hat." Keine ganze Lüge. Immerhin waren meine Noten wirklich schlecht, auch Miss Nadine missfiel der Gedanke, ich könnte den Sport wieder aufgreifen und erneut in alte Muster verfallen.

„Ich... verbinde damit irgendwie nur schlechtes. Wie mit einem Verwandten, den man nicht leiden kann. Er hat mich in der Vergangenheit verletzt, warum sollte er es nicht wieder tun?" Khan nickt, wirft mir einen verstohlenen Blick zu. Ich fahre mit dem Finger über die Fensterscheibe, zeichne einen unsichtbaren Stern.

„Na ja, und im Vergleich zu den anderen Mädchen war ich auch nicht wirklich gut." Er runzelt die Stirn.

„Das glaube ich dir nicht."

„Glaub es lieber. Es stimmt nämlich."

„Aber gerade eben – das war Wahnsinn, um es mit Aidens Worten zu sagen." Er biegt auf die Autobahn ab. Es ist schon dunkel, daher wirkt die Welt vor uns unglaublich ruhig und friedlich. Mit einem Lächeln blicke ich hinaus, ehe ich antworte.

„Wahnsinn war nicht genug. Die anderen waren viel viel besser. Und damals ging es nicht nur um ein paar FlickFlacks und Pompom-Schwingen vor einem Footballspiel. Es ging um Meisterschaften. Wir waren so jung, aber das Ziel war trotzdem ein nationales Tournier zu gewinnen. Ich..." Ich war nicht gut genug. Ich war nicht genug. Statt das laut auszusprechen, zucke ich zum gefühlt hundertsten Mal an diesem Tag mit den Achseln.

„Du wirst ihr Angebot also nicht annehmen?", will er wissen. Aber es klingt weniger wie eine Frage als eine Feststellung.

„Nein." Ich atme tief durch. So viel Spaß es mir macht durch die Gegend zu hüpfen. Dieser Sport war Teilkomponente der Dinge, die mich kaputt gemacht haben. Ich werde nie vergessen, was Miss Nadine sagte, als sie davon erfuhr, dass ich Cheerleaderin war.

Warum bist du Cheerleaderin?", wollte sie damals wissen. Und ich hatte keine Antwort. Ich schwieg also. Sie deutete das ganz richtig.

Was fühlst du dabei, wenn du es tust?" Noch heute stellt sie mir diese Fragen, egal um welchen Themenbereich es sich handelt.

Ich fühle mich zugehörig, lebendig. Die Leute mögen mich. Ich kann etwas", antwortete ich. Ich weiß noch heute nicht, was sie daraus schloss. Das war der Beginn unserer zweiten Sitzung. Der Sitzung, die dazu führte, dass ich eingewiesen wurde. Natürlich folgten darauf noch einige Dinge, die ich sagte, die mich in ihren Augen als gefährdet einstuften. Aber ich würde meinen kleinen Finger darauf verwetten, dass sie genau in jenem Moment beschloss mich zur In-Patientin zu machen.

Den Blick auf die dunkle, ruhige Welt draußen und die Gedanken auf meine zweite Therapiestunde gerichtet, schlafe ich schließlich in Khans Wagen ein – friedlicher als es sonst in der letzten Zeit der Fall gewesen ist und auch ohne Tränen.]

◇◇◇

Yeah, I dont know what to Think abt it... habs vermutlich geschrieben als ich meine Tage hatte und Aufmerksamkeit brauchte... könnt mir ja mal sagen, ob ihr das Kapitel wichtig oder eher unnötig findet xxx

Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro