
Die Hölle auf Erden
Sorry für meine Unpünktlichkeit, war im Urlaub ^^°
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Dani ließ Tygran noch schlafen, als er aufstand, um sich für die Schule fertig zu machen. Vorsichtig befreite er sich von den Armen, die um ihn gewickelt waren und rollte sich aus dem Bett. Tygran brummte leise, doch er schien nicht aufzuwachen. Dani deckte ihn wieder zu und wuschelte ihm lächelnd durchs Haar. Er stolperte beinahe über Dani 2.0, der sofort aufs Bett sprang und sich auf dem warmgelegenen Laken wälzte.
"Ausnahmsweise!", seufzte Dani, als der Kater ihn triumphierend anblickte.
"Aber Tygran gehört trotzdem mir!"
Die Schule war ohne seinen Freund noch langweiliger, als sie es sowieso schon war. Er erzählte Sam, was vorigen Abend vorgefallen war. Sie geriet völlig aus dem Häuschen, als Dani ihr schilderte, wie Tygran leblos neben ihm gelegen hatte. Nach dem Unterricht begleitete Sam ihn nach Hause, sie wollte sich selber vergewissern, dass es Tygran gut ging.
"Oh, ähm, hi!" Als der Riese ihnen die Tür öffnete, grinste er schüchtern. Er wurde sofort von Sam angesprungen, die ihn heftig umarmte. Tygran stolperte überrascht zurück, doch konnte sich noch fangen.
"Oh mein Gott! Ich hab fast einen Herzinfarkt bekommen, bei dem was Dani mir erzählt hat!!" Tygran sah aus als würde er keine Luft mehr bekommen, so heftig drückte sie ihn.
"Warum zum Teufel schließt du dich auch ein?? Und wieso hat das Licht nicht funktioniert?! Es tut mir so leid..."
Dani befürchtete jeden Moment einen gewaltigen Tränenausbruch von Sams Seite...
"I-Ist schon okay... Dani war ja da." Tygran streichelte ihr ein paar Mal zögerlich über den Rücken.
"Wie war's überhaupt? Habt ihr einen Therapeuten gefunden?" Dani pfefferte seine Schultasche in den Flur und hängte seine Jacke auf.
"Äh, ja! Deine Mutter ist echt cool, sie ist den ganzen Tag mit mir umhergefahren, bis wir was Passendes gefunden haben. Ich muss jetzt zwei Mal die Woche nach Kiel fahren." Tygran kratzte sich verlegen am Hinterkopf.
"Echt? Dann musst du ja ganz schön lange Bahn fahren." Sam sah ihn überrascht an.
"Essen ist fertig!" Danis Mutter streckte ihren Kopf aus der Küche.
"Ah, Sam, du bist ja auch da! Möchtest du mitessen?"
"Wenn das in Ordnung ist, ja", lächelte sie.
"Aber klar! Hoffentlich reicht es auch, unsere beiden Spezialisten haben endlose Mägen..." Seine Mutter seufzte und Dani rollte mit den Augen.
Nach dem Essen schnappte sich Sam Tygran und zauberte auf einmal das Französischbuch aus ihrer Tasche, bei dessen Anblick Tygran beinahe ohnmächtig wurde. Dani wollte sich gerade neben die beiden an den Wohnzimmertisch setzen, um über die Aussprache seines Freundes zu lachen, doch seine Mutter zog ihn plötzlich zurück in die Küche und schloss die Tür.
"Mum?!" Dani zog verwirrt die Augenbrauen hoch, bis er den strengen Blick seiner Mutter bemerkte.
"In Ordnung, junger Mann. Gibt es da vielleicht etwas, das du mir nicht erzählt hast?", fragte sie und verschränkte die Arme. Dani ließ sich derweil vorsichtig in seinen Stuhl sinken.
"Ähm... Worum genau... geht es?", räusperte er sich. Scheiße, vermutete sie, dass Dani ihr nicht die ganze Wahrheit über Tygrans Vergangenheit erzählt hatte? Oder...
"Vielleicht was deine Absichten gegenüber Tygran betrifft? Etwas, das du mir sagen solltest, weil ich deine Mutter bin??"
"Ä-Äh..." Dani spürte, wie ein plötzlicher Schweißausbruch ihn überkam. Sie wusste es... Verdammt, sie wusste es!!
"Er... ist mein bester Freund?" Er sah seine Mutter fragend an. Vielleicht konnte er ja-...
"Dani, ich bin heute morgen in dein Zimmer gekommen und ihr lagt beide im selben Bett."
"Es... war kalt??", rechtfertigte Dani sich.
"War es nicht..." Seine Mutter verkniff sich ein kleines Lachen und versuchte streng zu bleiben.
"Nein, nein, Tygran ist mein bester Freund! Okay?? Und... Er stand total unter Schock gestern! Also hab ich ihm gesagt, falls er mich braucht, kann er zu mir kommen, wenn er sich nicht so breit macht!" Dani nickte zufrieden. Seine Lüge klang sehr plausibel.
"Dani..." Seine Mutter seufzte und setzte sich neben ihn.
"Du hättest mir doch sagen können, dass du Jungs magst, das ist doch nicht schlimm! Naja, es wird die Großvater-Fantasie von deinem Vater etwas zerstören, aber er wäre der letzte, der dich dafür verurteilt." Sie legte eine Hand auf seinen Arm. Dani wollte am liebsten im Boden versinken.
"I-Ich mag überhaupt gar keine Jungs! Das ist Blödsinn, ich bin nicht schwul!!" Warum sah er genau jetzt Tygrans nackten Oberkörper vor sich?!? Selbst sein Gehirn wollte ihm widersprechen...
"D-Du hast keine Beweise, dass ich irgendwie Interesse an Tygran hab!!"
"Lass mich überlegen..." Seine Mutter warf ihm einen vielsagenden Blick zu.
"Du bist ewig nicht mehr mit einem Mädchen hier aufgekreuzt."
"Vielleicht bin ich erwachsener geworden?", grinste Dani und seine Mutter runzelte die Stirn.
"Sobald Tygran nicht in Sichtweite ist, hast du schlechte Laune!"
"Pubertät! Es ist langweilig ohne ihn!", konterte Dani.
"Na gut... Ich habe Gleitgel unter deinem Bett gefunden."
"Mum?!?!", quietschte Dani und rückte von ihr ab, sodass er äußerst unelegant zu Boden fiel.
"Dani, du kannst mich nicht austricksen! Die Kondome waren dann wohl auch nicht für Tygran und seine Freundin, oder?"
Dani war sich sicher, er war dem Herzstillstand nah. Er wollte nur noch wegrennen und eine zweite Fluchtaktion mit Tygran starten. Verzweifelt versuchte er vom Boden aus den Türgriff zu erreichen... Er musste fliehen, bevor die schlimmste aller Fragen kam!!
"Bitte sei ehrlich zu mir, Dani, hattet ihr-..."
"Nein!!!!", rief Dani etwas lauter als gewollt.
"Na gut, na gut, ich glaube dir ja", seufzte sie.
"Aber du weißt, dass das nicht so einfach ist! Und ich und dein Vater werden beide nochmal mit dir sprechen." Nein, nein, nein, nein, nein, das konnte nicht wahr sein. Das war ein Albtraum!! Dani lag immer noch auf dem Boden, jeden Moment hoffend, dass er einfach aufwachte.
"Und es gibt jetzt ein paar neue Regeln! Erstens: Tygran schläft auf der Matratze! Zweitens: Keine Übernachtung bei Tygran, wenn Sam nicht dabei ist! Drittens: Ich konfisziere das Gleitgel!"
"Mum... wiesooo??" Dani rollte sich auf den Bauch und schlug seinen Kopf gegen den Boden.
"Weil ich deine Mutter bin und auf dich aufpassen muss!"
"Aber-..."
"Nichts aber! Ich kenn euch doch! Am Ende muss ich euch wegen irgendeiner Aktion ins Krankenhaus fahren!"
"So blöd sind wir nun auch wieder nicht...", grummelte Dani.
"Trotzdem ist es nochmal was anderes als gewöhnlicher Sex! Und ihr seid mir ehrlich gesagt noch nicht reif genug dafür!"
"Oh mein Gott, Mum!! Red nicht mit mir über Sex!!" Dani hatte es geschafft sich aufzurappeln und hing sich an die Türklinke. Seine Mutter seufzte.
"Na gut, geh schon. Ich bin froh, dass Tygran dir so viel bedeutet und ich weiß, ihr schafft das!"
"Nein, das will ich jetzt auch nicht hören!!" Blitzschnell zischte Dani davon, vorbei an Sam und Tygran, die ihm verwirrt hinterherblickten, und hoch in sein Zimmer, wo er in sein Kissen schrie.
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