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Nach dem merkwürdigen Zusammenkommen im Saal, war Jungkook in ein großes Zimmer gebracht worden, in dem überall schwarze Rosen zur Dekoration lagen.
Ansonsten aber war es weiß. Das Bett, die Wand, die Decke, der Schrank, der Tisch, der Spiegelrahmen. Alles. Kookie fühlte sich dreckig und farbig mit seinen dunkelbraunen Haaren und der schwarzen kurzen Hose. Nur sein T-shirt war immerhin auch weiß. Erneut war er froh, in normaler Kleidung geschlafen zu haben, und nicht in irgendeinem komischen Schlafanzug. Dafür hatte er das Bedürfnis nach einer Dusche. Überhaupt rauchte ihm der Kopf inzwischen, was nicht förderlich für seine Kopfschmerzen war. Nichtmal ein Glas Wasser hatte er bekommen.
Aufseufzend ließ er sich auf das Federbett sinken. Es knarzte leise.
Betrübt legte er sich hin und starrte an die Decke. Soviel er wusste, war der nächste Neumond ncht mehr allzu weit entfernt, und auch wenn er sonst weniger der abergläubige Typ war, hatte er doch leichte Bedenken. Diese Leuten schienen nicht von der Sorte Fans, die es mit einem einfachen Prank beließen. Irgendwie strahlten sie eine Echtheit aus. Das war kein Theater, sondern Todernst. Und wenn sie die Wahrheit sagten, würde er wohl tatsächlich dabei draufgehen.
Er zitterte leicht bei dem Gedanken und setzte sich wieder auf. Um sich abzulenken fing er an Liegestützen auf dem Boden zu machen, weil es einfach nichts gab was man machen konnte. Es gab keine Fenster, keine Uhr, nichts was ihn irgendwie mit der Außenwelt verband.
Nach einer Weile lief er zum Schrank, aber er war leer, bis auf eine schwarze Rose.
Immer diese merkwürdigen Blumen. Waren sie eine Art Gruppensymbol? Ein Wappen?
Vorsichtig nahm Jungkook sie in die Hand. Ihre Blüte duftete noch, sehr alt konnte sie also nicht sein. Er rieb die Blütenblätter zwischen seinen Händen, aber die schwarze Farbe löste sich nicht. Gab es schwarze Rosen? Gab es überhaupt schwarze Blumen?
Er fing an ein Lied vor sich hin zu singen und hielt die Rose gegen das Licht. Nichts. Enttäuscht legte er sie zurück in den Schrank. Er fühlte sich wie ein Käse. Im Grunde noch gut, aber voller Löcher, Fragen hatten sich in ihn gebohrt. Ein Käse in seiner Verpackung, der darauf wartet herausgenommen und gegessen zu werden.
Wieder warf er sich aufs Bett. Er rieb sich mit den Händen übers Gesicht, und seine Gedanken begannen um ihren letzten Auftritt zu kreisen. Er war schön gewesen, aber auch wahnsinnig anstrengend. Die Armys hatten gejubelt und fast lauter gesungen als er selbst. Er lächelte. Es gab so viele tolle Seiten daran berühmt zu sein. Fans zu haben. Erfolg zu haben. Sich einen Namen zu machen.
Natürlich, man musste früh aufstehen und üben und üben und üben bis einem die Augen zu und die Beine ab fielen. Aber alles hatte seinen Preis, und es machte ja auch Spaß.
Er war so gern mit den Hyungs zusammen, er liebte es zu tanzen und zu singen. Und Quatsch zu machen, oder einfach nur zu chillen.
Ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht, als er an den letzten Abend dachte. Stundenlang hatte er gezockt, Tae hatte ihn angefeuert, war dann aber irgendwann an seine Schulter gelehnt eingepennt.
Kookie schloss die Augen und fiel in einen ruhigen Schlaf. Trotz der merkwürdigen Ereignisse, gab ihm der Gedanke an seine Freunde so viel Kraft und Zuversicht, dass er sich kaum noch fürchtete.
Obwohl er sich durchaus zu fürchten hatte, vor dem was noch kommen würde.
Vielen Dank an
BlackBee_007
dass du meine Geschichte liest :D <3
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