
Kapitel 15: Aufgabe
Ich musste fast kotzen. Grell kam auf mich zugestürmt. "Oh, Sebby-chan!♡ Das Schicksal hat uns wieder zusammengeführt!" Trällerte er. Claude verdrehte nur genervt die Augen. "Sie werden nacheinander zu zweit zu der Obrigkeit ins Büro gerufen, dort erhalten Sie Ihre nächste Aufgabe." rief er, über den entstandenen Lärm hinweg. "Ronald Knox und William T. Spears." Die beiden gingen zur Tür. "Tut mir echt leid für dich," flüsterte Ronald mir im Vorbeigehen zu. "Mr. Cole, was haben Sie denn mit Ihrem Fuß gemacht?" Fragte Rick auf einmal. Ich sah auf. Claude trug am linken Knöchel einen kleinen Verband. "Eingeklemmt. Im, äh, Fenster." murmelte Claude. Ich erinnerte mich daran, wie Eric heute morgen eine Spinne im Fenster eingeklemmt hat. War das etwa Claude? Doch ich konnte im Moment nicht darüber nachdenken, da Grell die pausenlos versuchte, mich anzusprechen. "...werden tolle Partner sein, nicht wahr? Sebby? Hör gefälligst zu!" "Hm?" Fragte ich. Grells grüne Augen funkelten wütend. "Sebby, ich versuche gerade, mit dir eine Beziehung aufzubauen. Daraus wird aber nichts, wenn du mir nicht zuhörst!" Ärgerte er sich. Die Zusammenarbeit mit Grell würde wohl nicht ganz einfach werden. "Sebastian Michaelis und Grell Sutcliff." hörte ich Claudes Stimme hinter mir sagen. "Folgt einfach den Schildern." Das war mir auch so klar.
Grell quetschte mir vor Freude fast den Arm ab, als wir zusammen rausgingen. "Ein herrlicher Tag," seufzte er zufrieden, als die Tür hinter uns zu war. "Was meinst du, sollen wir zwei nicht noch anderswo einen Abstecher machen, anstatt in dieses langweilige Büro zu gehen?" Ich ignorierte ihn und folgte den Pfeilen. "Wir können sagen, wir hätten den Weg nicht gefunden und uns verlaufen." Schlug er vor. Das war ja wohl die blödeste Ausrede, die ihm einfallen konnte, bei all den Wegweisern! Ich unterdrückte ein Lachen und schwieg weiter. Dann standen wir vor der Tür, hinter der das Büro sein musste. Nervös klopfte ich an. "Herein!" Befahl eine Stimme von innen. Grell trat die Tür auf, woraufhin ich ihm auf den Fuß stampfte. "Mir ist langweilig." Nörgelte er. Ich schloss vorsichtig die Tür, die eine Delle abbekommen hat. Am Schreibtisch saß ein geschäftlich aussehender Mann. Weiter links von ihm stand noch einer, der mich mit seiner Frisur und dem strengen Blick ein bisschen an William erinnerte. Er sah Grell wegen der Tür wütend an. "Nehmt Platz." Er zeigte auf die zwei Stühle, die gegenüber vom Tisch standen. Wenn ich Grell nicht noch einen Rippenstoß verpasst hätte, hätte der womöglich noch die Füße auf den Tisch gelegt!
Der alte Shinigami beobachtete uns durch seine dicken Brillengläser. "Ich bin Mr. Corner. Gewöhnt euch schon mal an diesen Namen, ihr werdet ihn noch öfters hören. Ich bin der Direktor." Stellte er sich vor. "Aber kommen wir zur Sache. Ihr werdet jetzt eure Benotung erfahren, und dann beommt ihr die letzte Aufgabe." Er sah zu Grell. "Grell Sutcliff: schriftliche Wertung C, praktische Leistungen drei mal A. Durchschnittsnote A." Dann wandte er sich an mich. "Sebastian Michaelis: schriftliche Wertung A, praktische Leistungen drei mal B. Durchschnittsnote B." "Und wieso, " fing Grell auf einmal an. "Wieso werde ich mit dreifach A mit einem Kerl zusammengesteckt, der nur Note B hat?" Schrie er verärgert und zeigte anklagend auf mich. Ich zuckte zusammen. "Kritik an der Benotung wird nicht geduldet!" Rief Mr. Corner dazwischen. "Das dreifach A haben Sie nur für die praktischen Leistungen bekommen." "Ich finde, ein dreifach A in den praktischen Leistungen ist alles was man braucht. Falls nötig, können Sie mein Können gerne überprüfen.♥" setzte Grell hinzu, und begann damit, sich auszuziehen. "Lassen Sie den Unsinn, Grell! Wissen Sie, was passiert, wenn Sie schon wieder Ärger machen?" Schon wieder? "Ist ja gut." Seufzte Grell. "Mein Widerpart muss sowieso ein echter Mann sein, um mich so richtig auf Tour zu bringen!" Er zwinkerte mir zu. Ich bekam leichte Mordgelüste.
Mr. Corner räusperte sich. "Ihr habt die Aufgabe, eine gewisse Person eine Woche lang zu überprüfen und zu entscheiden, ob diese Person den Tod verdient hat, oder nicht. Wenn ja, dann sammelt seine Seele ein. Natürlich könnt ihr auch schon früher zu einem Entschluss kommen." Ich nutzte die Gelegenheit für einen guten Eindruck durch irgendeine Frage, die mir gerade in den Sinn kam. "Gibt es überhaupt Menschen, die den Tod nicht verdient haben?" Fragte ich nach. "Menschen, die der Welt von Nutzen sein können." Erklärte er. "Das kommt allerdings nur sehr selten vor, und es gab sogar schon wenige Fälle, die ganz von der Liste gestrichen wurden." Die ewig Lebenden, dachte ich. "Hier sind eure Death Scythes." Er reichte uns jedem eine kleine Sense. Wow. "Die Unterlagen vom besagten Subjekt. Und jetzt: viel Erfolg." Grell wandte sich an mich. "Steh mir bloß nicht im Weg rum, mein Süßer." Süßer?? "Nein. Auf gute Zusammenarbeit, Grell Sutcliff." Antwortete ich.
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