Chào các bạn! Vì nhiều lý do từ nay Truyen2U chính thức đổi tên là Truyen247.Pro. Mong các bạn tiếp tục ủng hộ truy cập tên miền mới này nhé! Mãi yêu... ♥

XLIII

× 2,5 Minutes ×

«Bedanke dich nicht dafür, dass ich zustimme, dich zu töten. Es ist nicht das Richtige.» Ryou richtete sich wieder auf und sah auf mich herab. «Du tötest mich nicht. Du rettest mich.» Er streichelte meine Wange, als sein Blick liebevoll auf meiner Haut verschmolz und angenehme Wärme in mir hervorrief.

«Klar ist es verlockend, jetzt einfach durchzubrennen und zusammen ein neues Leben anzufangen, aber meine Vergangenheit wäre damit nicht ungeschehen. Sie wäre immer ein Thema, dass mich zurückhalten würde. Das möchte ich niemanden auf dieser Welt antun, schon gar nicht dir.»

Mir entkam ein lauter Seufzer, weil er recht hatte, und auch wenn ich meine Entscheidung bereits getroffen hatte, fiel es mir schwer, an ihr festzuhalten. Was mir aber noch schwerer im Magen lag, war die Tatsache, dass ich langsam gehen sollte, jedoch hieß das, dass ich Ryou danach wahrscheinlich nie mehr sehen werde und damit konnte ich mich noch nicht abfinden, zumindest noch nicht jetzt.

Zuerst musste ich ihm etwas sagen. Er musste es wissen, sonst würde ich ihn nicht loslassen können. Es würde mich mein ganzes Leben lang quälen, würde ich ihm nicht sagen, dass ich ihn liebe. Meine Augen fokussierten den Boden an, doch meine Hände fanden Ryous Wangen, die sie sanft umgriffen und streichelten.

«Mir ist wichtig, dass du das weißt, bevor wir uns für immer verabschieden.» Langsam fuhr mein Blick seinen Körper hoch, bis ich das eisblaue Wunder in seinen Augen sehen durfte. Ich nahm mir die Zeit, die ich brauchte, um sie mir ein letztes Mal einzuprägen.

Dieses Hellblau, welches mich für immer begleiten wird. Jeden Tag, wenn ich in den Himmel schauen werde, würde ich sie sehen. «Ich werde unser Baby behalten und ich verspreche dir, dass ich es mit meinem Leben beschützen werde. Ganz egal, was mich erwarten wird.»

«Soraya-» «Nein, ich weiß, was du denkst. Du denkst, es wird in einer Hölle aufwachsen, weil du der Vater bist. Aber das lasse ich nicht zu. Du bist kein Monster. Vielleicht hast du grausame Dinge getan, aber das macht dich nicht zu dem Monster, was auch immer du zu glauben sein magst. Und dieses Kind verdient zu leben, genauso wie du es eigentlich auch tust, aber du hast deine Entscheidung getroffen. Ich lasse dich los, das ist, was du von mir erwartest. Nun lass mir wenigstens das Letzte und Bedeutungsvollste, was mich an dich erinnern wird, zurück.»

Der Mann vor mir schloss seine Augen und schüttelte seinen Kopf. «Ich will nicht, dass du dich an mir festhältst. Du sollst dein Leben wieder so führen, als du noch nicht von meiner Existenz wusstest.» Als er diese Worte aussprach, erinnerte ich mich an den allerersten Blickkontakt, den ich mit ihm hatte. Er hatte mir entgegengelächelt.

Und neben ihr war ein Typ, der mir bis dahin noch gar nicht aufgefallen war. Er hatte aschblondes Haar, fast schon weiß und eisblaue Augen. Das konnte ich aber nur erkennen, da er meinen Blick gespürt haben musste und sich zu mir gedreht hatte. Oh Gott, wie peinlich. Er nahm es mir nicht übel und lächelte mich schüchtern an.

Mir quollen Tränen aus den Augen und ich presste meine Stirn an Ryous Brust. Ich weinte und vergriff mich an seinen Oberarmen. «Das kannst du nicht von mir erwarten, Ryou. Nicht, wenn du so eine große Rolle in meinem Leben gespielt hast. Wir kannten uns nicht lange, aber ich habe so viel über die Menschheit gelernt. Du und deine Geschichte haben mir meine Augen so viel weiter geöffnet. Das möchte ich behalten. Ich will diesen Schmerz, deinen Schmerz immer bei mir tragen und mich jeden Tag, jede Minute daran erinnern können.»

Er schwieg, was mir zeigte, dass er nichts beizutragen hatte, und er musste eingesehen haben, dass er mich in dieser Hinsicht nicht umstimmen konnte und er es zu akzeptieren hatte, genauso wie ich es tat, dass er nicht mehr lange leben würde.

Ein letztes Mal ließ ich meine Hand über seine Brust gleiten und ich legte mein Ohr dagegen. Ich prägte mir seinen Herzschlag ein und wimmerte leise auf. Jetzt war meine letzte Möglichkeit, es ihm zu sagen. «Ryou, ich-»

Ich hörte ein leises Klicken und keine Sekunde später wurde es ganz laut. So laut, dass ich meine Ohren zupresste und meinen ganzen Körper gegen den Mann drängte, der mich schnell mit seinem Körper abschirmte und aus dem Wohnzimmer schob.

Ich hatte keine Ahnung, was passierte, bis ich, als wir durch den Flur eilten, Schusslöcher in den Wänden erkannte. So viele, dass es mir vorkam von einer ganzen Armee unter Beschuss zu stehen. Die Schüsse rangen in meinen Ohren und große Angst betäubte meinen ganzen Körper.

Als wir in Ryous Badezimmer angekommen waren, wandte ich mich mit purem Horror in mein Gesicht geschrieben an ihn, doch er ließ mir keine Zeit, ihn anzusehen. Bevor er mich packte und von hinten umarmte, fielen mir unzählige Schusswunden an seinem Körper auf. Seine Schultern, sein Bauch, seine Brust. Jede Stelle an seinem Oberkörper triefte mit Blut und tränkte sein hellgraues Shirt.

Mit meinem Rücken an seiner Brust gab sein Körper auf und wir sackten zusammen zu Boden. Ich rückte automatisch enger an ihn heran und legte meinen Kopf in meinen Nacken, da ich kaum atmen konnte und nach Luft rang.

Auch Ryou atmete schwer und hustete, seine Hände hatte er fest auf meinen Bauch gepresst und erst jetzt fiel mir auf, dass es mir nicht anders ging. Ich blickte an mir herunter und urplötzlich breitete sich höllischer Schmerz in mir aus.

Ich hustete, doch dies ließ mich nur noch mehr Würgen und verzweifelt nach Luft schnappen. Ich drängte meinen verblutenden Körper an Ryou, der mich immer fester umarmte. Schweratmend, mit halb geschlossenen Augen legte er sein Kinn auf meine Schulter und ich spürte, wie seine Arme langsam, so als würde er versuchen dagegen anzukämpfen, schlaffer wurden. «Hey! Nein, wach bleiben, okay!»

Ich hustete und erschrak, als Blut von meinem Mundwinkel tropfte und auf unseren Händen, die ineinander verschlungen auf meinem Bauch, unserem Baby lagen, landete.

In diesem Moment hatte ich jegliche Versprechen, die ich Ryou gegeben hatte, vergessen. Er würde jetzt nicht sterben. Nicht so. «Ryou?!» «Hmm?» Als er sich regte, wollte sich Erleichterung in mir ausbreiten und ein Seufzer sollte meinem Mund entkommen, aber es entpuppte sich bloß als ein mickriges Röcheln, da ich kaum noch atmen konnte.

Immer wieder versuchte ich es, doch es ging nicht. Auch wenn nur ganz leicht, aber zu sehen und vor allem zu spüren, wie es Ryou genau gleich erging und er es, im Gegensatz zu mir, gar nicht mehr versuchte, lenkte mich von meinem Schmerz ab. Er durfte nicht so sterben.

«Wach bleiben, okay? Ich weiß, d-du wirst so oder so sterben, aber nicht jetzt und vor allem nicht s-so.» Seine Arme schlangen sich wieder fester um mich und er hob seinen Kopf an. Ich spürte seinen schwachen Atem in meinem Nacken und unter all diesem elenden Schmerz machte sich ein Kribbeln unter meiner Haut bemerkbar.

«Meine Mutter hat mir mal was gesagt», krächzte er, und er lehnte seinen Kopf gegen meinen, er schmiegte sich an mich und es erschütterte mich, zu spüren, wie er immer kühler wurde. Mir wurde schwindelig und mein ganzer Körper ging in Flammen auf, in Flammen voller Schmerz.

Ich presste Ryous Hände fester an mich und ich wollte ihm den Halt geben, der sein Körper gerade brauchte, aber es ging nicht mehr. Ich konnte selbst kaum noch aufrecht sitzen.

Mein Körper verlor an Spannung, meine Augen verloren an Sicht, mein Herz verlor an Stärke für mich zu schlagen. Es war zu viel, viel zu viel Schmerz.

«Wenn man stirbt, s-sieht man nicht nur ein schwarzes Loch, das einen einnimmt. S-sie hat immer von einem Licht und von der W-wahl, die man hat, wenn man geht, g-gesprochen.» Seine Stimme war nur noch ein Flüstern, welches langsam in seinem Blut unterging.

«Jedes Mal, als ich mir d-das Leben nehmen wollte, wurde immer alles s-schwarz und irgendwann bin ich dann wieder aufgewacht.» Sein Kinn sank wieder auf meine Schulter, er lehnte sich, da er sich kaum noch halten konnte, an mir an. «Ryou-»

«Ich habe m-mich immer nach diesem Licht gesehnt. Ich traute mich nie zu sterben, w-weil ich Angst hatte, dieses Licht nie zu Gesicht zu b-bekommen.» «R-ryou-» Ich bekam keine Luft mehr und mir wurde klar, dass ich ihm die drei Worte, die ich ihm so dringend sagen wollte, vielleicht nicht mehr sagen konnte.

Ryou hustete erneut und das Blut, das ihm von den Lippen tropfte, floss an meiner durchschossenen Schulter herunter. Ich nahm wahr, wie sein Körper immer schwächer wurde, er ließ meinen langsam los, doch ich wollte das nicht zulassen.

Mit letzter Kraft klammerte ich mich an seinen Händen fest und drückte diese so fest an mich, wie ich nur konnte. «I-ich dachte immer, dass es sich um ein richtiges L-licht handelt, doch-» Er schaffte es, seinen Kopf anzuheben.

Ich hörte ihm zu, konnte ihn jedoch nur knapp unter dem lauten Rauschen, das meine Ohren quälte, hören. Meine Gedanken, alles, was ich ihm sagen wollte, zog vor meinen Augen vorbei und ich wollte schreien, weil ich es vor lauter Tränen und Schmerz nicht mehr hinbekam, zu sprechen.

Im Gegensatz zu Ryou, war ich vollkommen aufgewühlt. «Ich habe es verstanden. J-Jeder Mensch hat sein eigenes Licht.» Mein Kopf fiel in meinen Nacken und ich schaute benommen zu Ryou, den ich nur noch verschwommen sehen konnte, hoch. Sein Blick ging geradeaus, doch als er spürte, dass ich ihn ansah, trafen seine Augen auf meine.

«Und mein Licht bist du.» Unsere Blicke lauerten aufeinander. «Ryou, stop-» «Jetzt, wo ich das weiß, habe ich keine A-angst mehr zu sterben.» Wir beide opferten unsere letzten Kräfte, um uns eng aneinanderzuhalten.

Ich schaute zur geschlossenen Badezimmertür und konnte Schritte hören. Kam Hilfe? Würde man uns noch retten können? Hatten die da draußen uns das angetan? War Morris bei ihnen? Hat er uns das angetan? War das sein Plan? War das nun auch mein Ende? Gedämpfte Stimmen drangen zu mir durch, doch sie ähnelten eher einem verzogenen Rauschen.

Ich schrak aus meinen Gedanken, als ich Ryou verkrampft einatmen hörte. «Bitte geh nicht aus. H-hör nicht auf zu leuchten», atmete er leise aus und ich schüttelte meinen Kopf, als ich wahrnahm, wie seine Arme an meinem Körper herunterrutschten.

Ich war mir im Klaren, dass Ryou sich auf der Kippe befand. Er war nur noch halb bei mir und das zerbrach mir mein sonst schon blutendes Herz in tausend Einzelteile. Ich holte tief Luft, auch wenn es so sehr wehtat, und ich öffnete meine Augen, wenn auch meine Lider schwerer als jeder Lastwagen auf dieser Erde waren, und ich wandte meinen Blick an Ryou, dessen Kopf neben meinem ruhte.

Seine Augen waren geschlossen, seine Lippen so blutig wie meine, rote Flüssigkeit tropfte von ihnen und ich schaffte es, ich sagte es ihm: «Ich liebe dich.» Er rührte sich nicht mehr, seine Armen lagen auf meinem Schoß und sein Gesicht verlor seine letzte Farbe, was mir zeigte, dass er seinen Frieden gefunden hatte, ganz egal, ob er meine Worte gehört hatte oder nicht.

Ich schluchzte laut auf und mir entkam ein Laut, der wahrscheinlich ein Schreien hätte sein sollen, aber ich konnte nicht mehr. Zu spüren, wie ihn sein Leben verließ, zerfleischte mein Herz, das verzweifelt versuchte weiterzuschlagen, so sehr, dass es immer langsamer wurde und meinen Körper noch schwerer werden ließ.

«Ich liebe dich so sehr.» Meine Sicht begann zu flackern, als ich wieder vor mich starrte und mich fragte, wie ich weiter leuchten, nicht ausgehen sollte, wenn mein Licht gerade neben mir die letzten Funken von sich gab. Was brachte es mir, alleine zu leuchten? Mein Licht ist weg, er ist fort. Er durfte seinen Frieden finden, er konnte seinem Schmerz entkommen.

«J'aurais aimé passer plus de temps avec toi.» Seine Stimme leuchtete ein letztes Mal auf und ich riss meine Augen, auch wenn ich nur schwarz-weiße Schleier sehen konnte, ein letztes Mal auf und strich ihm mit einem Daumen über seinen Handrücken.

Ich verstand nicht, was er mir mit seinen letzten Atemzügen sagte, aber es gab mir die Kraft, ein sanftes Lächeln von mir zu geben, doch dann ließ er mich los. Mein Licht war vollkommen erloschen.

Sein Kopf fiel gegen meinen und ich spürte seinen endgültig letzten Atemzug, als ich nichts mehr sehen konnte und mit seinem Körper verschmolz. Mein Lächeln zerfiel und ich versuchte mich auf die Tür vor uns zu konzentrieren. Ich musste durchhalten. Ich hatte es ihm versprochen, ich würde nicht zu leuchten aufhören.

Hilfe war auf dem Weg, sie würde gleich durch diese Tür kommen und mich retten, doch je länger ich in Ryous schlaffen Armen kauerte, umso schwerer, aber doch leichter begann ich mich zu fühlen.

Ich konnte die Stimmen der anderen immer noch hören, doch ich begann zu verstehen, dass sie mir nicht helfen werden und es zerstörte mich ein weiteres und wahrscheinlich letztes Mal, dass ich auch dieses Versprechen an Ryou nicht einhalten konnte, das einzige wichtige in seinen Augen.

«E-es tut m-mir so leid, R-ryou. I-ich kann n-nicht me-» Mein Husten, das mir meine aller letzte Kraft nahm, ließ mich vollkommen in mir zusammenfallen und ich begann an Ryous Brust herunterzurutschen, als die Tür vor mir aufging und ich einen großen schwarzen Umriss zu erkennen meinte, bevor es mich zu blenden begann, irgendetwas blendete mich, als ich von hellem Licht, meinem Licht, umschlungen einschlief und von meinem Schmerz befreit wurde.

Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro