39.
Wir liefen nicht lange und kamen schnell beim ersten Shop an. Ich schaute mich ein wenig um, doch sie meinten, dass ich ruhig in die Umkleide gehen könnte und das erste Kleid anprobieren.
Das erste von vielen. Mindestens tausend Kleider später, kamen wir wieder aus dem Laden. Ohne Kleid. Es passt nicht richtig, die Farbe steht dir nicht, der Reißverschluss klemmt und die Form steht dir nicht, das war was ich in der letzten Stunde gehört hatte. Nicht gerade ermutigend. Doch die beiden meinten, dass sie nicht so schnell aufgeben und das zeigten sie auch. Wir liefen und liefen, gefühlt einmal durch die halbe Stadt. Nach 3 weiteren Läden in denen wir nichts fanden, kamen wir in einen Shop, der nicht gerade auffällig war. Er war sogar von außen fast nicht zu erkennen, aber von innen war er wirklich schick.
Martin meinte, dass wenn wir hier nichts finden, dann nirgendwo.
Auch hier hatte ich nicht die Chance mich selbst einmal umzusehen.
Als ich wartend in der Kabine saß, hatte ich endlich mal die Zeit auf mein Handy zu schauen. Es war bereits kurz nach 19:30 und ich hatte keine Ahnung wann Finn los wollte.
Von außerhalb der Kabine konnte man ein leises quietschen vernehmen, gefolgt von Schritten, die sich schnell in meine Richtung begaben. Kurz danach wurde der Vorhang meiner Kabine aufgerissen und beide strahlten mich an.
Marc hielt ein Kleid in der Hand, welches er mir euphorisch entgegen streckte. "Es ist nur noch in einer Größe vorhanden, hoffen wir das es passt, denn es ist perfekt", meinte Marc. Sie hüpften auf und ab und rissen den Vorhang wieder zu. Sie redeten darüber, wie perfekt das Kleid doch sei, während ich versuchte wenigstens halbwegs elegant in das Kleid zu schlüpfen. "Und schon fertig", rief Martin überschnell. "Kann mir einer von euch helfen den Reißverschluss zu zumachen." Martin kam herein und während ich meine Haare nach vorne holte, zog er langsam den Reißverschluss zu.
"Na los komm raus. Wir wollen dich sehen." Ich schaute in den Spiegel in der kleinen Kabine und konnte meinen Augen nicht trauen, war das wirklich die Emelia, die grade noch in diesen Laden kam. Es war wunderschön. Der Schnitt, die Passform, das schwarz mit den goldenen Verzierungen. Alles. Langsam zog ich den Vorhang auf und die Jungs machten genauso große Augen wie ich gerade eben. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, sehe ich sogar Tränen in ihren Augen, aber ich weiß es besser.
Aber was wenn es zu teuer ist? Mein Stimmung ging augenblicklich in den Keller und das bemerkten auch die Jungs und kamen beschwichtigend auf mich zu. "Ohh nicht. Sei nicht traurig. Was ist denn los?" "Kann einer von euch mir sagen, wie viel das kostet. Ich hab nicht unendlich Geld." "Sei nicht gleich entmutigt. Wollen wir doch mal schauen... 80€." Ein Preis den ich zwar bezahlen kann, aber nur für ein Kleid. Ist das nicht ein bisschen viel. Ich drehte mich erneut Richtung Spiegel und ließ das Kleid ein wenig hin und her schwingen. Es ist wirklich schön und ein Unikat. So eins finde ich wahrscheinlich nirgendswo, aber wie oft hab ich denn die Chance es überhaupt anzuziehen. Meine Gedanken schweiften ab und ich stellte mir vor, wie Finn das Kleid finden würde. Ich wette er würde große Augen machen und ... War es denn wirklich bloß das was ich wollte. Das er mich mag oder hübsch findet?
"Ich kann es nicht nehmen. Das ganze war eine Schnappsidee." Die beiden schaute mich entgeistert an und aus Marc platzte es zuerst heraus. "Wieso das denn? Ich dachte dir gefällt es?" "Tut es ja auch. Es ist wirklich wunderschön, aber ich kann doch nicht 80€ für ein Kleid ausgeben, nur für jemanden den es nicht mal interessiert und der sich dann, sobald er die Chance hat, ne andere krallt." "Dann tu es doch nicht für Finn. Tu es für dich. Wenn er der Meinung ist, er kann sich ne andere krallen, dann kannst du das erst Recht und mit diesem Kleid werden dir die Jungs hinter her rennen. Hab deinen Spaß und zeig diesem Arschloch das du 10000mal besser bist, als das was er normalerweise abkriegen würde." Ich lächelte und schöpfte neuen Mut. Ich atmete laut aus und schaute sie dann an, begann zu lächeln und sagte: "Ich nehme es doch. Danke ihr beiden." Ich umarmte sie innig.
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