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Das Schiff gerät ins Wanken

Nie hätte sie mir das ins Gesicht gesagt. Dafür kannte sie mich zu gut. Sie wusste, wie sehr es mich getroffen hätte. Tief in den Festen der Emotionen, die mich ausmachen, hätte es mich erschüttert. Rausgefunden habe ich es trotzdem. Zum Glück. Uns beide hat es befreit. Alles fing damit an, dass ich eines Tages heimkam und Lilli gerade telefonierte. Normalerweise hörte sie mich immer zur Tür hereingekommen, aber an diesem Tag musste sie so tief ins Gespräch vertieft gewesen sein, dass sie mich nicht bemerkte. An ihrer Stimmlage und Ausdrucksweise konnte nicht erkenne, dass sie mit ihrer besten Freundin Ana telefonierte. Außerdem konnte ich heraushören, dass es offenbar ein ernsthaftes Gespräch war. Zugegeben, ich fühlte mich in diesem Moment schuldig, als würde ich Lilli belauschen, aber die Wohnung war auch nicht groß genug, dass ich außer Hörreichweite gehen konnte. Unterbrechen wollte ich sie auch nicht, weil sie zu stark ins Gespräch investiert war. Lillis Stimme übte einen Zauber auf mich aus. Ruhig und tief mit einem leicht rauen Unterton, trotzdem sehr weiblich. Wenn man genau hinhörte, konnte man ihre liebenswürdig freche Art in ihrem Singsang mitschwingen hören. Auch in diesem Moment musste ich mich schütteln, um nicht ins Träumen abzurutschen. Es dauerte eine Weile, aber irgendwann verstand ich, worum es in dem Gespräch ging. Lilli war unzufrieden. Sie klagte Ana ihr Leid. Meine Knie gaben nach, denn ich dachte zunächst, es ging um unsere Beziehung. Aber nein, es ging darum, dass Lilli das Gefühl hatte, nicht voranzukommen. Seit sie in unsere beschaulichen Heimatstadt geboren wurde, hatte sie ihre Heimat nur für Urlaub verlassen. Die Welt fühlte sich klein für sie an, gleichzeitig zerrte die Weite an ihrem Herzen. Nach dem Abitur hatte sie eine Ausbildung in der lokalen Bank gemacht. Lilli war intelligent und kompetent in ihrem Job. Dennoch beschlich sie immer wieder das Gefühl, nicht ihr ganzes Potential entfalten zu können. Wenn sie nachts einschlief, beschlich sie das Gefühl, etwas zu verpassen, dass das Leben ohne sie an einem anderen Ort stattfand. Zu wenig konnte man in unserer Kleinstadt unternehmen, zu wenig war in der Umgebung erreichbar. Lilli wollte mehr. Mir gegenüber hatte sie all das noch nie geäußert. Nicht weil unsere Beziehung dysfunktional war, Lilli erzählte mir oft und viel, was sich in ihrem Herzen regte. Wir redeten immer offen über unsere Probleme und Ängste. Aber diese Probleme und Ängste hätte sie mir nie direkt mitgeteilt. Sie wusste genau, dass ich es mir zu Herzen genommen hätte, mir die Schuld gegeben hätte. Das stimmte auch. Auch jetzt fühlte ich mich, als wäre ich der Übeltäter, der Lilli gefangen hielt und ihr Potential sowie ihre Träume beschnitt. Gleichzeitig redete mir mein Verstand ein, dass es nicht so war, eben weil es Lilli mir nicht erzählt hatte, damit ich nicht auf diese Gedanken käme. Mit gemischten Gefühle räumte ich die Einkäufe in unseren Kühlschrank. Wie ich hörte, dass das Telefonat zu einem Ende gelangte, schlich ich schnell zur Tür, öffnete sie, knallte sie zu und tat so, als wäre ich eben erst heimgekehrt. Lilli kam mit finsterer Mine in die Küche gerauscht. Sie schaute mich an und ihre Mimik hellte sich auf. Aber ich brachte es nicht über das Herz, ihr zu gestehen, dass ich sie belauscht hatte. Stattdessen begann ich ab diesem Zeitpunkt, ihr unterschwellig zu suggerieren, dass ich für einschneidende Veränderungen in unserem Leben bereit wäre. Oft sprach ich übers Umziehen, oder zeigte ihr Wohnungsinserate in Großständen. Stets unter einem Vorwand. Mein Ziel war es, sie zu ermutigen, Änderungen zu ergreifen und zwar mit mir zusammen. Jedoch versandeten meine Bemühungen. Wenn ich vorsichtig nachhakte, ob es ihr gut ginge oder ihr etwas fehlen würden, winkte sie ab, ohne Verdacht zu schöpfen. Offensichtlicher konnte ich nicht signalisieren, dass ich ihren Plänen nicht im Wege stünde. Womöglich war es nur eine Laune gewesen, eine Phase, die jeden ab und an mal beschleicht, ob man im eigenen Leben aus dem Vollen schöpft. Denn langsam kehrte auch Lillis Lust wieder zurück, die sie eine Zeit lang verloren hatte. Sie hatte weniger gegessen und sogar ihre Lieblingssnacks verschmäht. Für ihre Lieblingsbücher hatte sie keine Konzentration mehr finden können. Anstatt ihren Lieblingsserien gebannt zu folgen, ließ sie sich von ihrem Smartphone ablenken. Auch konnte sie sich nicht länger dafür begeistern, stundenlang ihre Outfits zu planen. In dieser Zeit griff sie lieber zur möglichst komfortablen Kleidung, auch wenn die Kleidungsstücke mal nicht zueinander passten. Ich vermisste das Funkeln in ihren Augen und die Energie, die sie sonst in der Wohnung versprühte. Sonst wirbelte sie einen bestimmten Duft auf, dem ich noch nie widerstehen konnte. Ein verlockend süßer Hauch umwehte sie sonst. Ihre Wangen glühten normalerweise, dass ich sie einfach nur anfassen wollte. Aber in dieser Phase war Lilli von Anfassen wenig begeistert. Selten schlief sie mit mir. Und wenn sie es tat, beschlich mich stets das ungute Gefühl, sie tat es nur aus einem gewissen Pflichtgefühl heraus. Das wurmte mich, nicht nur weil ich zurückstecken musste in dieser Zeit. Sondern viel mehr, weil wir unsere Beziehung nicht transaktional gestalten wollten. Sex sollte keine Währung sein, die wir austauschen, Sex sollte ein spaßiges Spiel sein, auf das wir uns gemeinsam einließen und bei dem es weder Verlierer noch Sieger geben sollte. Allerdings kehrte die alte lebensfrohe Lilli von einem Tag auf den anderen zurück. Durch die Abstinenz davor, kam mir unsere Beziehung intensiver denn je vor. Dieses Hoch führte mir mal wieder vor Augen, warum ich unsterblich in Lilli verliebt war. Alles, wirklich alles an ihr liebte ich. Wie ihre Haare am Morgen kaum gebändigt werden konnten, wie wild und ursprünglich sie dann aussah. Dazu ihr purer Körpergeruch, frei von Duschgel, Cremes oder Parfüms. Einfach nur der warme Geruch ihrer ebenen, weichen Haut. Zu gerne sah ich ihr dabei zu, wie sie sich sorgfältig wusch und eincremte. Dann die lange Prozedur, die sich gewissenhaft ausführte, um ihre Haare glatt, voluminös und glänzend erscheinen zu lassen. Nicht aus Eitelkeit, sondern weil es ihr ein inneres Bedürfnis war und sie sich danach am wohlsten fühlte. Diese Ehrlichkeit gegen über sich selbst war es, die ich so an ihr liebte. Selten belog sie sich selbst und so ehrlich, wie sie mit sich selbst war, so ehrlich war sie auch mit anderen. Aber nicht auf eine unangenehme Art, als Ehrlichkeit kaschierte Gemeinheiten. Lilli war bemüht, aus jeder sozialen Beziehung das Schönste herauszuholen. Alles, was Lilli tat, verfolgte ich mit Herzchenaugen. Vor allem wenn sie abends anfing zu backen. Wie viel Spaß sie an den einfachsten Dingen hatte, wie gerne sie mit anderen leckeres Essen teilte. Unendlich wäre die Liste, was ich alles an ihr liebe. Es war eine wundervolle Zeit, die also folgte. Bis ich erneut etwas entdeckte, was ich nie hätte finden sollen.

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