Der Psycho zu Weihnachten
Unsere Sitzung dauerte natürlich immer etwas länger. Sagen wir so um halb 12 war ich zuhause. Mich beschäftigt immer noch dieser Ball. Andrewmania. Da haben sich John und George zweimal im Grab umgedreht. Ich wurde von meinen Träumen verschlungen und wachte am nächsten Tag um 7 auf. Aus den Federn Andrew. Sie brauchen den Psycho wieder. Es war der letzte Dreh vor Weihnachten. Es schneit noch nicht und deswegen können wir noch ein paar Stellen drehen. Schnell in eine Hose und ein Hemd. Die Sonne kam schon hinter den Bäumen hervor. Die Strahlen kitzelten in meinem Gesicht. Ich warf mir noch schnell den Mantel darüber und setzte mir die Sonnenbrille auf. Ich schnappte auch noch das Script und die dunkle Umhängetasche und stürmte aus dem Haus.
"Hey Andrew.", begrüßte mich gleich der erste am Set. Ich lächelte nur, da ich ein Morgenmuffel war, wenn man um 8 schon auf den Füßen sein musste. Ja. Ich war ein richtiger Nachtmensch.
"Hey. Gut geschlafen?", fragte mich Ben, der auch noch leicht angeknackt von der letzten Nacht war. Ich nickte, warf meine Sachen neben dem Andrew Scott Stuhl und ließ mich hineinfallen. Ich schloss kurz die Augen, als ich schon Schritte näher kommen höre.
"Schläft Andrew etwa?", erklang die allzu vertraute Stimme unseres Produzenten Moffat. Ich zog meine Brille lässig aus meinem Gesicht. "So ist der Psycho zu Weihnachten.", scherzte Steven. Ich sah ihn ein wenig beleidigt an und wollte die Sonnenbrille wieder aufsetzten, als er noch schnell sagte: "Andrew bitte zur Maske." Langsam setzte ich mich in Bewegung.
"Ah, Andrew. So frisch und munter wie immer.", erwähnte es Ruby, meine Visagistin, wieder einmal. Ich lächlte nur. Nahm es wieder einmal nicht so ernst.
In einer Stunde war alles vorbei und nun durfte ich mich von dem dunklen Anzug trennen. Bis Jänner. "Schöne Weihnachten.", wünschte ich noch allen und ging nach Hause.
Eine Woche später...
Nun stand ich in diesem Anzug vor dem Spiegel und versuchte meine Haare irgendwie zu bändigen. "Wird schon gehen.", sagte ich zu mir selber und ließ die Haare so wie sie waren. Handy, Schlüssel und Geldtasche noch schnell eingesteckt. Ab in die Cambridge Road.
"Gut siehst du aus. Komm rein.", bat mich Elena, die auch umwerfend aussah. "Habs gleich.", kam Chris hastig um die Ecke. Mit einer halb gebundenen Fliege stürmte er vor den Spiegel. "Komm her.", forderte ich ihn auf und band sie fertig. Er sah mich ein wenig nervös an. Ich wusste was das heißt. Der Heiratsantrag. Ich nickte ihn verständlich an.
Irgendwie fühlte ich mich wie das dritte Rad am Wagen. Ich hatte Angst. Wegen der Andrewmania. Wegen....Frauen. Wegen meiner Schüchternheit. Naja. Augen zu und durch.
Hinein. Keiner kannte mich. Zum Glück. Nun blieben wir stehen. Als ich meinen Namen hörte, trat ich ins Licht. Vor uns saß eine junge Frau. Gehüllt in ein rotes Kleid. Ihre rötlichen Haare fielen ihr über die Schultern. Sie hatte einen matten, roten Lippenstift aufgetragen und ihr eisblauen Augen funkelten bei jedem Wimpernschlag. Na toll. Schüchternheit.
"Hey.", erzwang ich. "Hi.", kam es zurück. Elena und Chris verschwanden und ich stand nur so da. "Willst du dich setzen?", fragte sie. Ich nickte nur und setzte mich neben sie. Es war still zwischen uns, bis der Kellner kam und mich fragte, was ich möchte. "Einen Vodka Martini bitte. Geschüttelt, nicht gerührt." Wieso schmunzelte sie? Nun fiel mein Blick auf das kegelförmige Martiniglas.
Als der Kellner wieder zurück war, fragte sie mich überraschend: "Wollen wir raus gehen?" "Klar.", antwortete ich spontan. Wir gingen nach oben und raus auf den Balkon. Sie lehnte sich auf das Geländer. Erst jetzt bemerke ich ihre graziöse Figur. Die wundervollen Haare. Die Augen hatten mich zuerst schon wie ein Pfeil in das Herz getroffen. Ich glaube, ich bin verliebt, doch will es nicht überstürzen. Ein kalter Wind zog um das Gebäude und sie begann ein wenig zu zittern. Ich zog meine dunkelblaue Sakkojacke aus und legte sie auf ihre Schultern. "Ein Gentleman.", kam es von ihrer Seite. "Nein.", entgegnete ich, worauf sie sich zu mir drehte.
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