4. Confusion
Vince und ich saßen eine ganze Weile schweigend nebeneinander, sein Blick auf den Boden und meiner auf ihn gerichtet. Schließlich hob er seinen Blick und sah mich an, zwang sich zu lächeln. Mit ernster Miene legte ich eine Hand an seine Wange, spürte wie er zusammenzuckte, und ließ sie hastig wieder sinken. "Rose...", flüsterte er und nahm meine Hand in seine, legte sie erneut an seine Wange und sah mir in die Augen. Ich merkte, wie mein gesamter Körper bei seiner Berührung anfing zu kribbeln, mit leicht geöffneten Lippen sah er mir tief in die Augen und legte sanft seine Hand auf meine Hüfte. Wie automatisch fiel mein Blick auf seine rosigen Lippen, die meinen immer näher kamen, doch ich war mir nicht sicher. Wollte ich das hier? Wollte ich Vince küssen, obwohl ich mir meiner Zuneigung zu Nikki immer bewusster wurde? Aber die Verzweiflung in seinem Blick überzeugte mich schließlich davon, dass das hier richtig war.
Ich schloss die Augen als ich seinen Atem auf meinen Lippen spürte, meine Hand an seiner Wange schob sich in seinen Nacken und zog ihn noch näher. Dann, schließlich, trafen seine weichen warmen Lippen auf meine, verwickelten die meinen in einen sanften, innigen Kuss. Mit einem Seufzen erwiderte ich ihn und spürte, wie Vince mich an meiner Hüfte auf seinen Schoß zog, seine starken Arme sich fest und schützend um meine Taille schlangen. Und mein Gott, was konnte er küssen. Ich verlor mich schnell in den sanften, aber trotzdem stürmischen Berührungen seiner Lippen, und mir entkam ein leises Stöhnen als er sie meinen Hals hinunterwandern ließ und sich an einigen Stellen festsaugte. Da war etwas Wildes und Verzweifeltes in seinem Blick als er schließlich schweratmend von mir abließ.
"Rose... Wir dürfen das hier nicht tun...", murmelte er erstickt, und mir blieb die Luft weg. "Warum Vince?", fragte ich ihn enttäuscht, legte eine Hand auf seine warme Brust. "Du weißt das", erwiderte er, sah mich traurig mit einem Hundeblick an. Wusste ich es? "Ich weiß nicht wovon du redest Vince", sagte ich nun ernst, blickte ihm wieder in die Augen. Er schluckte hörbar und senkte den Kopf, fuhr sich durch die Haare. "Du hast doch letzte Nacht mit Nikki geschlafen", murmelte er schließlich, ließ mich erschrocken zusammenfahren. So sah er das also. "Nein, das stimmt nicht. Ich habe Nikki nicht einmal geküsst", gab ich ehrlich zu, und erstaunt weiteten sich Vince Augen. "Und außerdem will ich das hier", ergänzte ich, zog ihn erneut an meine Lippen bevor er etwas erwidern konnte. Mit einem Seufzen erwiderte er den Kuss, ich spürte wie seine Zunge über meine Lippen strich und mich sanft um Einlass bat. Kurzerhand öffnete ich meine Lippen etwas, genoss, wie der Kuss inniger und inniger wurde. Doch schließlich klopfte es an der Tür und wir fuhren erschrocken auseinander. Hastig rutschte ich von seinem Schoß und er erhob sich um die Tür zu öffnen. Es war nicht Nikki. Gott sei Dank.
"Hey, wollt ihr was frühstücken? Die anderen haben schon den Tisch gedeckt", informierte uns Tommy mit einem strahlenden Lächeln, ließ Vince sowie mich zustimmend nicken. "Wir sind schon auf dem Weg", erwiderte Vince, Tommy nickte und verschwand wieder. Sobald er verschwunden war trat Vince wieder zu mir, nahm meine Hand und zog mich vom Bett hoch. "Du bist etwas Besonderes Rose", flüsterte er leise und legte schließlich seine Lippen erneut auf die meinen, ließ mich wohlwollend aufseufzen. Seine Worte hatten so ernst geklungen. Doch meinte er sie wirklich?
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Kurze Zeit später begaben Vince und ich uns zum Esszimmer der vier jungen Männer, fanden dort die anderen Drei bereits vor. "Hey Rose, hey Vinnie", grüßte uns Mick und Tommy strahlte uns an, während Nikki misstrauisch und verletzt zwischen Vince und mir hin und her sah. Mein Herz verkrampfte sich schmerzhaft und ein dicker Kloß bildete sich in meinem Hals, während ich betete, dass man mir nichts von den vorherigen Geschehnissen ansah. Irgendwie hatte ich das ungute Gefühl, dass Nikki mir alles von der Stirn ablesen konnte. Dieser Gedanke ließ mich kurz zusammenzucken, ehe ich mich auf den Stuhl setzte, den Tommy mir anbat.
"Und? Hast du gut geschlafen Rose?", fragte Tommy mich schließlich, er war komplett euphorisch und konnte nicht vernünftig stillsitzen. Wie konnte man nur so früh am Tag so viel Energie haben? "Gut", murmelte ich leise, sah verlegen zu Nikki, welcher mich immernoch verletzt musterte. Erneut traf mich ein Schlag in die Magengrube. "Lasst uns essen", meinte Mick nach einer Weile peinlicher Stille, ließ die anderen Drei nicken während ich betreten auf meinen Teller schaute. "Hab keinen Hunger", murmelte ich schließlich leise, hob den Kopf und sah in vier besorgte Gesichter. Sofort wurde mir warm ums Herz, wie konnte man bloß Menschen so schnell ins Herz schließen? "Warum? Du musst doch was essen", erwiderte Tommy und versuchte erneut seinen Welpenblick. Doch dieses Mal wirkte er nicht ganz. "Nein, wirklich nicht. Ich hab echt keinen Hunger", wiederholte ich, ließ Tommy leicht nicken. "Okay, willst du dich nochmal hinlegen?", fragte Vince nun, und ich nickte, so konnte ich wenigstens ein bisschen allein sein.
Also erhob ich mich, tapste durch den Flur wieder zurück in Nikki's Zimmer. Ich kuschelte mich wieder in die warme Decke, Nikki's herbes Aftershave stieg mir in die Nase und ließ mein Herz flattern. Nach einer Weile hörte ich, wie sich die Tür leise öffnete und jemand in den Raum trat, sich auf der Bettkante niederließ und sich schließlich hinter mich legte. Zwei warme starke Arme legten sich um meine Taille und zogen mich an einen warmen Brustkorb, ließen mich die Augen schließen. Es war Nikki.
"Rose... Bist du wach?", fragte er heiser nach einer Weile, ließ mich leise zustimmend brummen. Seine Hände schoben sich langsam unter mein, eigentlich sein, T-Shirt, und seine warmen Finger glitten über die nackte Haut meines Bauches, ließen mich aufkeuchen. "Nikki... Was wird das?", fragte ich leise, meine Hände legten sich sanft auf seine und hielten sie fest. "Nichts", raunte er frech, so nah an meinem Ohr, dass mein Herz gefährlich stolperte. Langsam drehte ich mich in seinen Armen, sah ihm schließlich ins Gesicht und musste leicht schmunzeln. Strähnen seiner wilden schwarzen Haare fielen vor seine stechend grünen Augen, ein freches Grinsen lag auf seinen vollen, rosigen Lippen. "Hey", flüsterte ich schüchtern, sah an ihm hinunter um festzustellen, dass er immernoch kein T-Shirt trug. Na super. Wollte er mir etwa völlig den Verstand rauben?
"Hey", entgegnete er mir leise raunend, eine seiner Hände hatte den Weg zu meinen Haaren bewältigt und er drehte sich nun eine Strähne meiner langen blonden Locken um einen seiner Finger. Leise kichernd wich ich seinem Blick aus, spürte wie mir die Röte ins Gesicht schoss. Nach einer Weile ließ er meine Haare wieder los, legte seine Finger stattdessen unter mein Kinn, sodass ich ihm zwingend in diese stechend grünen Augen sehen musste. "Oh Rose...", raunte er sanft, ehe er sich vorbeugte und meine Lippen in Beschlag nahm. Mein Herz setzte einen Moment aus. Nikki's warme, weiche Lippen ließen Strom durch meinen Körper fließen, Strom, der nicht kontrollierbar war. Doch ich liebte diesen Strom schon direkt nachdem er mich das erste Mal küsste. Ich wusste, dass dieser Strom unberechenbar war, und doch wollte ich immer mehr.
Doch was wollte ich mehr? Oder viel mehr, wen wollte ich mehr?
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